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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Personalmangel Auch Im Ammerland: „Gastro-Branche hat ein Imageproblem – das ist ungerecht“

05.12.2018

Ammerland Gutes Personal ist schlecht zu bekommen. Dieser Satz gilt auch in der Gastronomie. Immer weniger junge Menschen wollen das Hotel- oder Restaurantfach erlernen. Und so mancher Betrieb muss auf ungelernte Aushilfskräfte zurückgreifen. Dabei ist der Tourismus und mit ihm Gastronomie und Hotellerie ein entscheidender Wirtschaftsfaktor im Ammerland. Die NWZ beleuchtet die Thematik „Fachkräftemangel im Gastgewerbe“ unter verschiedenen Aspekten.

Die Agentur für Arbeit

Zunächst einmal wollen wir Zahlen sprechen lassen. Doch: Einen genauen Überblick über unbesetzte Stellen in der Gastronomie zu erhalten, ist schwierig. Claudia Zimmermann, Pressesprecherin bei der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, erklärt: „Freie Stellen müssen dem Arbeitsamt nicht gemeldet werden.“ Hinzu komme, dass die Statistik alle gastronomischen Berufe – also auch beispielsweise Köche – umfasse. Im Jahresverlauf, sagt Zimmermann, seien die Zahlen sehr schwankend. Schließlich ist die Gastronomie zum Teil ein Saisongeschäft. Ende Oktober waren Zimmermanns Angaben zufolge 33 offene Stellen im Ammerland gemeldet. Dem standen 18 Bewerberinnen bzw. Bewerber gegenüber.

Die IHK

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) kann Zahlen zur Ausbildung beisteuern. Danach haben ammerländische Unternehmen in diesem Jahr folgende neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. 25 junge Frauen und Männer erlernen den Beruf Koch/Köchin, acht wollen Restaurantfachleute, elf Hotelkaufleute und 15 Hotelfachleute werden. Fachkräfte im Gastgewerbe: zwei. Allein im Ammerland gibt es nach IHK-Angaben (Stand Mitte des Jahres) 376 Betriebe im Gastgewerbe.

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Laut IHK-Pressesprecher Michael Bruns sind Fachkräftemangel und Rekrutierung von Auszubildenden ein großes Thema. „Der Fachkräftemangel ist, nach dem was wir von den Betrieben hören, dramatisch, nicht nur im Ammerland.“ Dabei spiele auch folgender Aspekt eine Rolle: Die Ausbildungsberufe hätten ein Imageproblem bei jungen Leuten.

Der Dehoga

„Unsere Branche hat ein schlechtes Image“, sagt auch Bernd Voss. „Das ist aber ungerecht.“ Voss betreibt in Westerstede das gleichnamige Schokoladenhotel samt Restaurant Vossini, hat 70 Angestellte und ist im Ammerland Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). In Zeiten des Personalmangels könne sich kein Betrieb erlauben, seine Mitarbeiter nicht korrekt zu behandeln. „Eine ordentliche Entlohnung und ein Freizeitausgleich zum Beispiel müssen heute sein – nicht nur bei den Fachkräften, sondern auch bei den Aushilfen. Ich halte zum Beispiel den Mindestlohn für eine gute Sache.“ Voss fährt fort: „Dass es im Gastro- und Hotelgewerbe zu einem Mangel an Personal gekommen ist, hat einen simplen Grund: Es werden heute mehr Leute als noch vor zehn Jahren gebraucht.“ Das liege unter anderem an den verschiedenen Schutzvorschriften, die inzwischen einzuhalten seien. „Zehn Stunden dürfen maximal am Tag gearbeitet werden. So wie früher Überstunden zu machen, ist nicht mehr erlaubt. Also haben viele Betriebe eine Art Schichtdienst eingeführt.“

Voss sieht die Angestellten in einer guten Position. „Sie müssen sich nicht mehr alles bieten lassen. Sie können jederzeit kündigen und werden woanders mit Kusshand genommen.“

Regelmäßig bietet der Ammerländer Dehoga Servierkurse an. So will man Quereinsteiger für die Gastronomie gewinnen. Doch bei dem jüngsten – vier Abende umfassenden – Lehrgang waren kaum Laien zu finden. Die meisten der Teilnehmer sind gekommen, um ihre Fertigkeiten zu verfeinern.

Der Lehrer

Günther Kreuzer ist Ehrenvorsitzender der Sektion Weser-Ems im Verband der Serviermeister. Er reist durch die Region, um Nachwuchs- und Aushilfskräfte zu schulen. Bei ihm lernen die Kursteilnehmer nicht nur, wie man einen Tisch vom Molton-Schutzbelag bis zu Messer und Gabel richtig eindeckt, sondern auch, wie Speisen und Getränke unfallfrei auf den Tisch kommen. Dazu gibt es eine kleine Speisen- und Getränkekunde und weise Worte: „Der Gast zahlt Euer Gehalt. Seid immer nett, freundlich und höflich. Wenn ein Gast nicht zufrieden ist, legt Euch nicht mit ihm an, sondern holt Euren Vorgesetzten.“

Zwischendurch fragt Kreuzer immer wieder Begriffe ab, gibt Hilfestellung, macht die richtige Handhaltung vor, biegt Finger zurecht, richtet Handgelenke aus. Die Arbeit am Gast sei eine großartige Arbeit, sagt er. Und wirbt mit Anekdoten aus seiner langen Berufstätigkeit für sie.

Die Erfahrene

Annette (52, ihren Nachnamen möchte sie nicht in der Zeitung veröffentlicht sehen) hat schon als Verkäuferin und Zahnarzthelferin gearbeitet. Seit 19 Jahren ist sie nun in Köhnckes Hotel in Metjendorf tätig. An diesem Abend ist sie dafür zuständig, dass die Kursteilnehmer mit Getränken versorgt werden.

Angefangen hatte Annette, damals Mutter kleiner Kinder, als Minijobberin im Gastgewerbe. „Das war sehr praktisch. Ich war tagsüber zu Hause, um mich um die Kinder zu kümmern. Mein Mann hat das dann abends gemacht.“ Heute ist sie mit 20 Stunden fest angestellt. Sie liebt die Arbeit und den Kontakt zu Menschen. Ihrer eigenen Tochter rät sie allerdings von einer Ausbildung in der Branche ab. „Das Private leidet. Wenn die anderen frei haben, muss man arbeiten. Freundschaften lassen sich so nur sehr schwer pflegen.“

Die Auszubildende

Viktoria Hapelt lernt das Hotelfach in Hansen’s Haus am Meer in Bad Zwischenahn. Die 21-Jährige ist im ersten Lehrjahr und mag den Kontakt zu Menschen. „Mir gefällt aber vor allem, dass der Beruf so abwechslungsreich ist. Man ist viel in Bewegung.“ Das Hotelfach umfasst neben der Arbeit an der Rezeption, im Büro und im Housekeeping (Putzen der Zimmer und Bäder) auch die Bereiche Küche und Restaurant. Hoteldirektorin Heike Thomas lobt ihre junge Mitarbeiterin, ihr Engagement und ihr schon nach kurzer Zeit großes fachliches Können: „Viktoria ist genau richtig in dem Beruf.“

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Kerstin Buttkus Redakteurin / Redaktion Westerstede
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