• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
E-Paper wird an diesem Freitag für Sie freigeschaltet
+++ Eilmeldung +++

Mögliche Verzögerungen Bei Gedruckter Nwz
E-Paper wird an diesem Freitag für Sie freigeschaltet

NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Gefahr von Wildunfällen im Nordwesten steigt

30.09.2019

Ammerland Der Herbst hat seinen Reiz – und leider auch so seine Tücken. Denn die Tage werden kürzer und die Dämmerung, in der Reh-, Schwarz- oder auch Damwild losziehen, um Nahrung zu finden, trifft auf die Kernzeiten des Berufsverkehrs. Darüber hinaus ist jetzt beim Damwild Paarungszeit. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr – auch für den Landkreis Ammerland. Denn die Tiere rennen immer wieder über Straßen und die Zahl der Wildunfälle nimmt Jahr für Jahr zu.

2816 Wildunfälle

Allein in 2018 wurden im Ammerland 2816 Wildunfälle registriert. 84 mehr als 2017 – und damit mehr als jemals zuvor. Niedersachsenweit zeigt die Wildunfall-Statistik 2017/2018 des deutschen Jagdverbands zudem, dass 24 490 Rehwild-Tiere verunglückten, hinzu kamen 2760 Stück Schwarzwild, 1060 Damwild-Tiere und 130-mal Rotwild.

Warnt vor Wildunfällen: ein Dreibein. BILD: Susanne Prautsch

Ein Wildunfall – und nun?

Wildtiere können die Geschwindigkeit von Autos nicht einschätzen und warten nicht am Fahrbahnrand, bis das Fahrzeug vorbei ist. Schnell kann es da zum Zusammenstoß kommen. Und dann? Der ADAC stellt klar: „Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und Unfallstelle absichern.“ Das gelte auch, wenn das Tier verletzt geflüchtet sei. Ist ein Mensch verletzt, sollte der Notruf gewählt werden – und auch wenn es keine Verletzten gibt, sollte die Polizei verständigt werden. Je nach Bundesland muss dann auch noch der Jäger informiert werden. In Niedersachsen gilt keine Meldepflicht. Sprich: Wer nach einem Wildunfall weiterfährt, begeht keine Fahrerflucht. Allerdings könnte die Weiterfahrt, falls das verunfallte Tier noch lebt, eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz sein, und da drohen hohe Geldstrafen. Angefasst werden sollte das verletzte oder verendete Tier möglichst nicht, vor allem nicht mit bloßen Händen.

    www.adac.de

    www.jagdverband.de

In Gristede läuft aufgrund der Zunahme an Wildunfällen – wie berichtet – deshalb seit einigen Monaten ein Modellversuch. Zwei Schilder am Ende eines Waldstücks zwischen Wiefelstede und Gristede zeigen Autofahrern an, wie viele Wildunfälle es allein dort in diesem Jahr schon gegeben hat. Das Ergebnis ist mittlerweile zweistellig. Der Hinweis soll Autofahrer daran erinnern, vorsichtig und vor allem mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren.

Gefahren

Doch die Schilder sind nicht das einzige, das die Zahl der Wildunfälle reduzieren soll. Seit Jahren setzen Jäger wie Kommunen auch auf Reflektoren, die das Wild davon abhalten sollen, die Straßen zu überqueren. Mehr als 2000 solcher Reflektoren wurden laut Landkreis allein auf einer Strecke von 65 Kilometern an Landes- und Kreisstraßen angebracht. Darüber hinaus werden immer sogenannte Dreibeine, also Warnschilder, die auf Wildunfälle hinweisen, in Gefahrenzonen aufgestellt.

Die Entwicklung der Wildunfall-Zahlen wird seitens des Landkreises auf den nach wie vor zunehmenden Straßenverkehr sowie den hohen Wildbestand zurückgeführt. Die steigende Anzahl von Fahrzeugen spiegelt sich in der Zulassungsstatistik wider.

Die Daten über Wildunfälle werden unter anderem von Straßenbehörde, Polizei und der Kreisjägerschaft dokumentiert. Doch sie sind nicht die einzigen, die Daten sammeln. So ist der Deutsche Jagdverband derzeit ebenfalls dabei, ein möglichst umfassendes Bild über Gefahrenzonen zu erstellen. Dafür nutzt er u.a. seine Tierfund-Kataster-App. Das Tierfund-Kataster wurde 2011 vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein entwickelt und Ende 2016 auf ganz Deutschland ausgeweitet. Jeder kann sich über die App registrieren und Funde von verendeten oder verletzten Tieren melden. Wissenschaftler ermitteln dann im zweiten Schritt Wildunfall-Schwerpunkte.

App erfasst Zahlen

Über das Kataster kann beispielsweise jeder Nutzer sehen, welche Wildunfälle wo im Ammerland über die App oder direkt über die Website gemeldet wurden. So erfahren Interessierte, dass im Mai 2019 bei Edewecht sowohl ein Reh als auch ein Feldhase nach einem Verkehrsunfall verendeten, und im November 2019 zudem ein Iltis. Oder sie sehen, dass an der A 28 bei Apen ein Mäusebussard getötet wurde. Wichtig: Das Kataster ist derzeit alles andere als vollständig und spiegelt nur einen Bruchteil der Vorfälle im Landkreis wider. Es steht allerdings allen Interessierten offen und kann mit weiteren Daten versehen werden, die dann später mit ausgewertet werden.


     www.tierfund-kataster.de 
Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
Rufen Sie mich an:
04488 9988 2602
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.