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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Wird die Wunderline auch in Augustfehn halten?

06.02.2019

Apen /Augustfehn Noch ist es Zukunftsmusik, aber für Apens Bürgermeister Matthias Huber und die Mitglieder des Aper Wirtschaftsausschusses müssen die Weichen jetzt gestellt werden: Für die Gemeinde Apen, da sind sich die Kommunalpolitiker einig, wird von dem geplanten niederländisch-deutschen Verkehrsprojekt Wunderline (Wunderlinie) allerlei Vorteile bieten. Voraussetzung dafür ist, dass Augustfehn Haltepunkt der neuen Schnellstrecke zwischen Groningen und Bremen wird.

Herz der Wunderline

„Dafür werden wir uns einsetzen, dass nicht nur die Großstädte, sondern auch wir in der Fläche von diesem internationalen Vorhaben profitieren“, sagt Huber und fügt lächelnd hinzu: „Schließlich ist Augustfehn das Herz der Wunderline, da unser Bahnhof, der für die gesamte Region von Ostfriesland bis ins Cloppenburgische ein wichtiger Bahnhalt ist, genau in der Mitte zwischen Groningen und Bremen liegt.“

NWZ-Spezial: Die „Wunderline“: Expressverbindung von Bremen nach Groningen?

Tjeerd Postma, Projektleiter der Wunderline, der mit seiner Kollegin Bettina Fabich gekommen war, hatte das grenzüberschreitende Verkehrsprojekt Wunderline dem Ausschuss vorgestellt. In den nächsten Jahren bis 2030 wolle man die vorhandene Bahnstrecke zwischen der Provinz Groningen und Bremen in mehreren Schritten zu einer internationalen, schnelleren und komfortableren Bahnlinie ausbauen. Von dieser engeren Verbindung zwischen den Niederlanden und Norddeutschland würden der Arbeitsmarkt und die Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft, der Tourismus und auch das Klima (wenn mehr Menschen vom Auto auf die Bahn umstiegen) profitieren, außerdem komme man von Leer ohne lange Wartezeiten schneller Richtung Süden.

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„Bei uns im Nordosten Hollands gibt es eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und junge Leute finden keine Ausbildungsplätze“, führte Postma aus. „Und unsere Betriebe in der Gemeinde benötigen Auszubildende und gut ausgebildete Fachkräfte“, sagte Bürgermeister Huber.

Das A und O bei der Wunderline, die laut Untersuchungen langfristig bis zu 1900 Reisende täglich nutzten, seien gute Verkehrsanbindungen der Bahnhöfe, die an der Strecke lägen, so Postma. Deshalb habe man die Attraktivität dieser Bahnhöfe, auch von dem in Augustfehn, und ihre Bedeutungen als Umsteigepunkte untersucht.

Sanierter Bahnhof

Zu den Pluspunkten in Augustfehn zählten das komplett sanierte Bahnhofsgebäude mit Bäckerei und Café sowie einer Gaststätte, die Wartehalle und eine öffentlich zugänglich Toilette und gepflegte Anlagen für Busse, Autos und Räder. Kritisch seien die Bahnsteige zu sehen, die kaum Wetterschutz und wenig Sitzplätze böten. Angeregt wurde auch eine verbesserte Beschilderung nicht nur für weitere Verkehrsmittel, sondern auch z.B. zur Eisenhütte.

Mit dem Zug sei Leer von Augustfehn aus in 13 Minuten zu erreichen, Oldenburg in 24 Minuten und Bremen in einer Stunde. Vom Bahnhof verkehren Buslinien regelmäßig nach Leer über Detern und nach Westerstede mit Anschluss nach Oldenburg. Die Buslinien würden ergänzt durch Buslinien für Schüler.

Neues ist geplant

Stark verbessert werde die Bahnhofssituation im wachsenden Augustfehn, heißt es weiter in der Analyse, durch die geplante Neugestaltung des Dockgeländes, wo neben Wohnen, Einzelhandel und Gastronomie neue Verkehrsanlagen (Busbahnhof, Parkplätze, Fahrradabstellmöglichkeiten) entstünden. Parallel dazu erfolge der barrierefreie Ausbau der Bahnsteige, die künftig vom Dockgelände aus über Treppen bzw. Fahrstühle erreichbar seien.

Grundsätzlich befürwortete der Ausschuss die Wunderline und ermächtigte Bürgermeister Huber, daran mitzuarbeiten, das Verkehrsprojekt weiter voranzutreiben. Befürchtungen wie in Oldenburg, wo kritisiert wird, dass eine ausgebaute Strecke mehr Güterverkehr von Rotterdam Richtung Bremen bringen könnte, teilte man nicht. Wie Projektleiter Postma sagte, habe man diese Option untersucht, doch deutliche zeitliche Vorteile für den Güterverkehr bringe die Wunderline nicht. Sie sei eine Bahnlinie, auf der Menschen schneller und komfortabler befördert werden sollten.

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Außerdem sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass von Aper Seite bei weiteren Gesprächen und Verhandlungen weiterhin ein Bahnhaltepunkt für Apen und die Erweiterung der Regio-S-Bahn-Strecke bis Augustfehn gefordert wird.

kommentar

Eine Chance

für die Region

Sie ist nicht nur eine verkehrspolitische Chance, die Autofahrer über Grenzen hinweg auf die Schiene bringen soll: die Wunderline. Das niederländisch-deutsche Verkehrsprojekt hilft unserer Region, über Nationalitäten hinweg mehr vereintes Europa zu leben.

Denn wenn es möglich ist, mit guten Verkehrsverbindungen schneller und komfortabler zwischen Groningen und Bremen zu reisen, gibt es auch an der Strecke viele Gewinner: Studenten aus der Gemeinde Apen wären ruckzuck in Groningen, junge Leute oder Arbeitssuchende aus den Niederlanden nur einen Sprung entfernt von Ausbildungs- oder Arbeitsplätzen im Ammerland, Niederländer, die aus beruflichen oder persönlichen Gründen ins Ammerland ziehen, blieben in der Nähe ihrer Familien.

Doch auch Gemeinden, Vereine, Shoppingqueens, Kultur- und Musikfans – sie alle könnten über den Tellerrand Grenze schauen und Neues und Vertrautes entdecken.


     https://www.nwzonline.de/wunderline 
Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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