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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Das sind Apens Alleskönner

24.09.2019

Apen Die Pausenglocken läuten. Die Schüler stürmen aus ihren Klassenräumen – und rennen zum Kiosk. Dort verkauft ihnen der Hausmeister Kakao, Vanillemilch oder Brötchen. Klingt für viele Erwachsene sicher bekannt, wenn sie sich an die Schulzeit erinnern, aber diese Zeiten sind längst vorbei.

20 Gebäude

„Von 1998 bis 2008 war ich Hausmeister, jetzt bin ich Mitarbeiter im Gebäudienst. Kakao verkaufe ich leider nicht mehr“, sagt Heiko Fricke. Gemeinsam mit seinen zwei Kollegen Sven Büntemeyer und Tobias Eiting kümmert er sich um circa 20 Gebäude in der Gemeinde Apen. Schulen, Kindergärten, Sporthallen, Wartehallen des Bahnhofs, Feuerwehrgebäude und das Rathaus fallen in ihr Zuständigkeit.

Das Reparieren von Schlössern, das Anstreichen einer Wand oder das Austauschen einer defekten Glühbirne – alles gehört zu ihrem Beruf. Der klassische Hausmeister, der üblicherweise mit einem blauen Kittel und einem riesigen Schlüsselbund durch die Gänge der Schule läuft, existiert in Apen nicht mehr.

Direkt neben dem Bauhof, Burgstraße 12 in Apen, ist die Schaltzentrale des Gebäudienstes. Hier bekommen die drei Mitarbeiter Anrufe, E-Mails oder Post. „Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 900 E-Mails bekommen“, berichtet Heiko Fricke. Die Aufträge kommen vom Rathaus, der Schule oder von Manfred Schlachter, dem Leiter des Fachdienstes Gebäude in der Gemeinde.

Die Prioritäten müssen immer gut gewählt werden. Besonders wichtig sind natürlich Probleme wie ein Wasserrohrbruch, ein Strom- oder Heizungsausfall oder ein Defekt der Alarmanlage. „Es kann schon mal passieren, dass wir am Tag viele Sachen parallel machen müssen, aber daran gewöhnt man sich mit der Zeit“, sagt Heiko Fricke. Einige andere Probleme ergeben sich für die drei aus dem Tagesgeschäft heraus. Darüber hinaus sind sie viel mit anderen Menschen in Kontakt, hören also auch sofort, wenn irgendwo ein Defekt behoben werden muss. „Wir bekommen viel von Problemen mit“, sagt der Gebäudienstmitarbeiter. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche sei der Gebäudedienst erreichbar.

Doch wie genau kam es zu diesem beruflichen Wandel? „Ich glaube, dass ein Hausmeister nicht immer wirtschaftlich gearbeitet hat“, erläutert Manfred Schlachter. „Unsere drei Mitarbeiter arbeiten heute im Auftrag der Gemeinde Apen, was ein großer Unterschied zum Hausmeisterberuf ist.“ So seien sie auch nicht mehr dem Schulleiter unterstellt. Dennoch könnten Lehrer ein direktes Anliegen in das sogenannten Hausmeisterbuch eintragen. „Es ist nicht so, dass wir gar keinen Kontakt mehr zu den Schulen haben“, betont Heiko Fricke. Schüler oder Lehrer kämen auch häufig direkt auf ihn zu, um Probleme anzusprechen.

Darüber hinaus darf sich jeder Einwohner der Gemeinde an die drei wenden. Dafür wurde die „Gelbe Karte“ eingeführt, ein Bereich auf der gemeindeeigenen Website, auf der Probleme innerhalb des Gemeindelebens gemeldet werden können. „Meistens berichten uns die Bürger von Schlaglöchern oder anderen Straßenmängeln“, sagt Peter Rosendahl, Leiter des Fachbereichs Bauen, Sport, Kultur und Verkehr der Gemeinde Apen. Allerdings sei dies eine gute Möglichkeit, alle Problembereiche aufzudecken.

Der Schlüsselbund

Der Schlüsselbund mit unzähligen Schlüsseln, den jeder Hausmeister früher an seinem Hosenbund hatte, ist zwar im Grunde noch aktuell, aber auch in diesem Bereich gibt es eine neue Entwicklung: eine blaue Chipkarte. „Derzeit haben wir schon einige Schlösser erneuert, so dass der Zugang zum Gebäude nur noch mit dem Chip funktioniert“, berichtet Manfred Schlachter. Je nach Befugnis könnten dann die Türen geöffnet werden. Wenn der Chip verloren geht, wird einfach die Chipkarte gesperrt. „Früher mussten beim Verlust eines Schlüssels alle Schlösser ausgetauscht werden. Das hat schon bis zu 10 000 Euro gekostet. Heute kostet der neue Chip dann etwa 10 Euro.“

Michael Diederich Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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