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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Ruckzuck zum Aper Bahnhalt?

20.03.2019

Apen „Ein Bahnhalt in Apen ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Apen wird weiter wachsen, die Verkehrssituation auf den Straßen wird nicht besser, im Öffentlichen Personennahverkehr liegt die Zukunft“, sagt Hans-Joachim Tietjen, Vorsitzender des Gewerbekreises Apen, und lud zur Jahreshauptversammlung des Gewerbekreises besondere Gäste ein: Vertreter der „Interessengemeinschaft für die Bürger und ihre Umwelt im Großraum Oldenburg“ , kurz IBO, waren ins Hotel Am Deich gekommen, um – wie vielerorts – auch in Apen ihre Vorstellungen von einem verbesserten Personennahverkehr auf der Schiene zu erläutern. Eine Metropolbahn solle als zusätzlicher Zug zwischen Leer und Bremen fahren, eine Bimmelbahn, die auch an kleinen (neu hergerichteten oder aktivierten) Bahnhöfen an der Strecke halte. Das Konzept für die Metropolbahn erläuterte Diplom-Ingenieur Ulrich Schwarzer.

Antrag ist nötig

Für einen Bahnhalt in Apen sei es nach Angaben von Schwarzer notwendig, dass die Gemeinde einen Antrag bei der Landesnahverkehrsgesellschaft stelle. Die Kosten für den Ausbau dieses Bahnhalts, der verkehrsgünstig in der Nähe des Viehmarktplatzes mit Parkmöglichkeiten und Bushaltestelle läge, würde die Landesnahverkehrsgesellschaft übernehmen, die sich im Auftrag des Landes um den Öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene kümmere.

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Wunsch und Wirklichkeit

Nach aktuellen Schätzungen der IBO würde der Ausbau in Apen rund 375 000 Euro kosten (d.h. kurzer, rund 40 Meter langer Bahnsteig, Zugang, Unterstand, Infotafeln etc.). Dazu kämen Kosten für einen zusätzlichen Fahrradstand (derzeit rund 50 000 Euro), die die Gemeinde zu zahlen habe. Wenn die Gemeinde für einen Fahrradstand derzeit kein Geld habe, könne man zunächst auf ihn verzichten.

Wie Schwarzer berichtete, solle die Metropolbahn als zusätzliches Angebot auf der Strecke zwischen Leer und Bremen 20 Stunden am Tag (von 4 bis 0 Uhr) fahren. Eine Tour von Leer bis Oldenburg mit den Ammerländer Haltepunkten Augustfehn, Apen, Ocholt, Bad Zwischenahn, Kayhauserfeld und Bloh würde eine Stunde dauern, von Leer nach Bremen eine Stunde 47 Minuten. Einmal pro Stunde solle der Zug in Apen halten. Man ginge davon aus, dass bei jedem Halt durchschnittlich fünf Personen ein- und fünf zustiegen. Das seien bei 40 geplanten Fahrten am Tag in Apen 400 Fahrgäste.

Kurze Züge einsetzen

Nach Vorstellungen der IBO solle die Nordwestbahn als Nahverkehrsangebot mit ihren langen, 150 Meter langen Zügen nicht mehr – wie derzeit – aus Richtung Oldenburg bis Bad Zwischenahn fahren, sondern Oldenburg solle für sie letzter Halt sein. Mit den langen Zügen könne die Nordwestbahn nicht an Bahnhalten wie Apen mit kurzen Bahnsteigen stoppen, dafür sei die Metropolbahn mit 45 Meter langen Zügen geeigneter, so Schwarzer.

„Die Gemeinde Apen setzt sich seit langem für einen Bahnhalt in Apen ein und macht sich für den Ausbau der Regio-S-Bahn über Bad Zwischenahn hinaus bis Augustfehn und Leer stark. In allen Gesprächen zum Thema Bahnverbindungen wie derzeit im Zusammenhang mit der geplanten Wunderline wird immer wieder darauf hingewiesen, dass wir uns einen Bahnhalt in Apen wünschen“, sagt Helma Schubert, die als Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters an der Versammlung des Gewerbekreises teilnahm. Der Bahnhalt Apen sei jedoch kein kurzfristiges, sondern ein mittel- bis langfristiges Projekt.

Gemeinde muss sich finanziell engagieren

Nach Einschätzung von Helma Schubert sei das Projekt „Bahnhalt Apen“ keines, das sich ohne finanzielles Engagement der Gemeinde verwirklichen ließe. In den vergangenen Jahren hatte Apen in der mittelfristigen Finanzplanung Planungskosten für den Bahnhalt Apen 100 000 Euro mit 75-prozentiger Förderung berücksichtigt. Dieser Ansatz sei in der derzeitigen Haushaltsplanung nicht mehr vorhanden, weil man erfahren habe, dass vorerst kein Bahnhalt in Apen geschaffen werden könne.

In den nächsten Jahren sollten, so Schubert, Augustfehner Bahnprojekte verwirklicht werden. Dazu zähle, dass der über die Gemeindegrenzen bedeutsame Bahnhof Augustfehn 2021 barrierefrei ausgebaut werde und eine Treppen- und Fahrstuhlanlage über die Gleise erhalte und dass auf dem benachbarten Dockgelände eine Anlage für den Öffentlichen Personennahverkehr mit Busbahnhof, Parkplatz, Fahrradabstellmöglichkeiten und Elektrotankstelle entstehe.

Regio-S-Bahn ausbauen

Als sinnvoll wird der Bahnhalt in Apen auch vom Landkreis Ammerland erachtet. Nach Angaben von Jens Holthusen, der als Leiter des Schul- und Kulturamtes beim Kreis auch für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr zuständig ist, werde in den politischen Gremien des Kreises eine Verlängerung der Regio-S-Bahn über Bad Zwischenahn hinaus bis Augustfehn befürwortet. In einem zweiten Schritt könne der Bahnhalt Apen geschaffen werden, da es dort das notwendige Potenzial an Fahrgästen gebe. Nach Angaben von Holthusen ginge man jedoch davon aus, dass der Bahnhalt Apen zum Stopp für bereits im Einsatz befindliche Züge werde, da es kaum Möglichkeiten gäbe, zusätzliche Züge auf der eingleisigen Strecke einzusetzen, weil das Ganze zu längeren Schließzeiten führen würden. Die Entscheidung über den Bahnhalt Apen liege jedoch bei der Landesnahverkehrsgesellschaft.

Und wie bewertet sie das Thema? Nach einer Untersuchung aus den Jahren 2013/2014 sei das Potenzial an Fahrgästen für einen Bahnhalt in Apen durchaus vorhanden, so dass man 2014 zu der Einschätzung gekommen sei, dass mittel- bis langfristig ein Bahnhalt in Apen sinnvoll sei, sagte auf Anfrage der NWZ Rainer Peters, Pressesprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover.

Derzeit keine Chance

Doch mögliche gute Fahrgastzahlen seien nur ein Aspekt – fahrplantechnische Gründe ein anderer. Die Strecke zwischen Leer und Oldenburg werde stark genutzt; zusätzliche Züge in den Fahrplan einzubauen, sei auf der eingleisigen Strecke kaum möglich. Zwar sei geplant, die Strecke zwischen Leer und Augustfehn zweigleisig auszubauen, doch davon könne ein Bahnhalt in Apen nicht profitieren. Wenn ein Zug durch Abbremsen, Halten und Wiederanfahren in Apen zwei bis drei Minuten länger brauche, so Peters, seien das Welten in der Bahnwelt. Diese paar Minuten mehr hätten zur Folge, dass in größeren Orten die Anschlusszüge nicht mehr erreicht werden könnten.

Obendrein rechne die Landesverkehrsgesellschaft mit einer Reaktivierung von ehemaligen Bahnhöfen mit Kosten von jeweils ein bis zwei Millionen Euro. Im Übrigen würden ehemalige Bahnhöfe vor allem dort reaktiviert, wo langsame Züge führen wie S-Bahnen oder Regionalbahnen, aber keine so schnellen Züge wie Intercitys oder Regionalexpress-Züge wie sie zwischen Leer und Oldenburg unterwegs seien. Als Treuhänder von Steuergeldern dürfe die Landesnahverkehrsgesellschaft auch nur dann Gelder ausgeben, wenn die Kosten-Nutzen-Rechnung stimme.

Ragio-S-Bahn Verlängerung nicht geplant

Was die Regio-S-Bahn betreffe, werde die Landesnahverkehrsgesellschaft Ende dieses Monats über den Betreiber der Regio-S-Bahn für den Zeitraum Ende 2022 bis Ende 2036 entscheiden. Eine Verlängerung der Regio-S-Bahn-Strecke bis nach Augustfehn sei derzeit nicht geplant. Das gelte jedoch nicht automatisch bis 2036. Wenn sich die Dinge grundlegend änderten, werde man erneut einen Bahnhalt Apen prüfen.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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