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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Kastration ist nicht für die Katz

24.01.2019

Apen „Wenn es sie nicht gäbe, wäre das ein Drama“, sagt Renate Merkel. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Ammerland spricht von der Kastrationspflicht für Katzen. Vor sieben Jahren wurde sie in der Gemeinde Apen eingeführt.

Ist die Kastrationspflicht nach wie vor sinnvoll? „Auf alle Fälle“, sagt Renate Merkel. „So mancher, der das Geld für die Kastration sparen möchte, würde seine Katzen ohne diese Verordnung wohl nicht kastrieren lassen. Für uns ist die Kastrationspflicht zur Not ein Druckmittel, um Menschen dazu zu bringen, durch die Kastration ihrer Tiere einen Beitrag für weniger Katzenelend zu leisten.“

Situation hat sich verbessert

Haustier und Streuner

In Deutschland ist die Katze das beliebteste Haustier. Nach einer repräsentativen Erhebung, die der Industrieverband Heimtierbedarf und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands beim Marktforschungsinstitut Skopos in Auftrag gegeben hatte, lebten 2017 13,7 Millionen Fellnasen in Deutschland. Wie viele Katzen darüber hinaus ohne Zuhause durchs Land streunen, können Tierschutzverbände nur schätzen. Nach Angaben der Tierrechtsorganisation Peta führen etwa zwei Millionen heimatlose Katzen ein entbehrungsreiches Leben in Deutschland.

Katzen können sich schnell und stark vermehren. Je nach Rasse werden Kätzinnen im Alter von vier bis neun Monaten geschlechtsreif. Die Bereitschaft zur Paarung erkennt man an der Rolligkeit. Dabei rollt sich die Kätzin auf dem Boden, verteilt viele Kratzspuren und versucht durch Schreie und besondere Düfte paarungsbereite Kater anzulocken.

Zwei- bis dreimal im Jahr wird eine Katze rollig. Trächtig sind die Tiere etwa 58 bis 65 Tage, dann werden zwei bis acht Kätzchen geboren, die nach vier bis neun Monaten wieder Nachwuchs zeugen können.

Kastrierte Katzen bekommen keine Nachkommen, sie streifen nicht mehr so intensiv umher, sind weniger aggressiv und haben eine höhere Lebenserwartung. Schlicht falsch sei es, so betonen Tierschützer und Katzenbesitzer immer wieder, dass kastrierte Katzen keine Mäuse mehr fingen.

„Nach meiner Einschätzung hat sich die Situation durch die Kastrationspflicht schon verbessert“, ergänzt Tierschützerin Gerlinde Kruse aus Vreschen-Bokel, die auf eigene Kosten über 30 frei laufende Katzen kastrieren ließ. „Für mich persönlich bleibt es ein Kampf gegen Windmühlenflügel, da es noch immer Menschen gibt, denen es egal ist, ob sich Katzen zuhauf vermehren“, meint Tierschützerin Marianne Fießer aus Augustfehn, die eine Katzenpflegestelle hat.

Seit dem 13. Oktober 2011 gilt in Apen die Katzen-Kastrationspflicht: „Wer Katzen hält und sie frei laufen lässt, hat dafür zu sorgen, dass die Tiere gekennzeichnet und kastriert sind“, beschreibt Ralf Hasselder vom Aper Ordnungsamt den Inhalt. Sondergenehmigungen gibt es – zum Beispiel für Züchter von Rassekatzen, die jedoch nachweisen müssen, dass sie Jungtiere in gute Hände vermitteln können.

Lange für Kastrationspflicht gekämpft

Lange hatten Tierschützer im Ammerland für die Kastrationspflicht von Freigängern gekämpft. Denn die unkontrollierte Fortpflanzung freilebender Katzen sorgt für viel zu viele Tiere. Manche Kätzchen erhalten – wenn es gut läuft – ein neues Zuhause, andere werden jedoch getötet, ausgesetzt oder sich selbst überlassen. Durch die unkontrollierte Vermehrung – auch kranke und schlecht ernährte Tiere pflanzen sich unvermindert fort – nehmen Krankheiten zu, das Nahrungsangebot wird knapper, die Tiere verelenden zunehmend.

Tierhalter, die der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht ihrer Tiere nicht nachkommen, haben Konsequenzen zu fürchten: Die Gemeinde schreibt die Tierhalter an und fordert sie auf, einen Nachweis vorzulegen, dass die Tiere kastriert und gekennzeichnet sind. „Zehn bis fünfzehn Fälle werden uns durchschnittlich im Jahr gemeldet“, so Ralf Hasselder aus dem Aper Rathaus. Die meisten Tierhalter seien einsichtig, würden, wenn noch nicht geschehen, die Katzen zum Tierarzt bringen. Diejenigen, die der Aufforderung nicht nachkämen, müssten mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen. Wer vorsätzlich und fahrlässig gegen die Kastrationspflicht verstoße, könne mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro bestraft werden.

Kosten im Vergleich gering

Im Gegensatz dazu sind die Kastrationskosten – rund 120 Euro für eine Kätzin, 70 bis 80 Euro für einen Kater – gering. „Natürlich gibt es Menschen, die Katzen besitzen, im ländlichen Bereich oft auch mehrere bis viele, und die die Kosten für die Kastration nicht aufbringen können“, weiß Renate Merkel vom Tierschutzverein. Der Tierschutzverein helfe, wo er könne. Obendrein würde der Verein über das „Streunerprogramm“ die Zahl unkastrierter freilebender Katzen verringern helfen.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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