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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Er hat die schönsten Enten

11.02.2019

Apen /Ocholt Dieser Anblick ist nicht alltäglich: Eine Ente mit schwarz-grünem Gefieder im Metallic-Look zählt in Deutschland nicht zur hiesigen Fauna. Da muss man schon nachhelfen.

Genau das ist das Hobby von Ludger Bünnemeyer aus Ocholt. Der Rentner züchtet bereits seit Jahren die glänzenden Cayugaenten, die ursprünglich aus den USA kommen und konnte mit seinen Tieren jetzt einen großen Erfolg feiern. Auf der Nationalen Rassegeflügelausstellung in Leipzig wurde Bünnemeyer, der für den Rassegeflügelzuchtverein Apen-Augustfehn antrat, Bundessieger.

Bis zu diesem Erfolg war es jedoch ein langer Weg, der mit drei bunten Küken begann, wie Bünnemeyer sich erinnert. „Ich war damals ein sechs- oder siebenjähriger Junge und habe meinen Vater begleitet, der junge Pekingenten gekauft hat“, berichtet der Rentner von seiner ersten Begegnung mit Geflügel.

Der Junge habe so lange gebettelt, bis der Vater ihm seinen Wunsch erfüllte und ihm die Küken kaufte. Die entpuppten sich als herkömmliche Stockenten und landeten – wie auch die Pekingenten – im Brattopf. Nichtsdestotrotz hatte Ludger Bünnemeyer ein Hobby für sich entdeckt und trat in seinem Heimatort Steinfeld dem Geflügelzüchterverein bei.

Er züchtete zunächst Hühner, testete verschiedene Rassen und landete irgendwann bei den Enten. „Ich wollte mich auf eine Sorte spezialisieren“, blickt er rund 25 Jahre zurück.

„Das habe ich Doris zu verdanken“, erzählt der heute 66-Jährige mit einem Schmunzeln im Gesicht. Seine Frau habe die Cayugaenten auf einer Ausstellung gesehen und fand sie schick, berichtet der Hobbyzüchter, der neben den Enten auch Hühner für den privaten Eier-Bedarf hält. „Aber auch die Eier der Cajugaenten eignen sich sehr gut zum Kuchenbacken“, erklärt er. Die würden die Enten von Ende März bis in den Mai hinein legen.

Wenn er die Eier nicht isst, werden sie für die Zucht ausgebrütet. Die Naturbrut sei dafür am besten – für die Zucht jedoch zu spät. Daher würden die Eier oft in einer Maschine ausgebrütet, erklärt Bünnemeyer. Dabei suche er die Enten aus seinem Bestand, die für die Zucht in Frage kämen, sorgfältig aus.

Einen Vorteil haben die Enten bei Wettbewerben gegenüber anderen Federträgern: Wassergeflügel sei bei Ausstellungen oft weniger vertreten, weil der Arbeitsaufwand höher sei. „Das A und O ist sauberes, frisches Wasser“, nennt der Rentner eine immens wichtige Voraussetzung für die pflegerische Arbeit. „Durch das Wasser wird das Gefieder blank und der Lack im Gefieder macht den grünen Glanz“. Von Natur seien die Cayugaenten komplett schwarz und die Haut weiß, wie bei anderen Enten auch.

Um ein möglichst gutes Ergebnis zu erreichen, pumpt Ludger Bünnemeyer seinen Teich zwei bis drei Tage vor einer Ausstellung leer, reinigt ihn und füllt neues Brunnenwasser ein. Die Ausstellungen selbst finden in den Monaten Oktober bis Dezember statt. „Dann sind wir vom Verein bundesweit unterwegs, zum Beispiel in Hannover oder Leipzig“, berichtet Bünnemeyer.

Die Nationale Rassegeflügelausstellung und die Leipziger Rassegeflügelausstellung - LIPSIA - vom Leipziger Rassegeflügelzüchterverein von 1869 gehört für die Züchter zu den wichtigsten Veranstaltungen ihrer Zunft. Leipzig ist die Hochburg der Rassegeflügelzüchter und feierte im Dezember 2018 das 100-jährige Jubiläum – die „100. Nationale“. Auf dieser Schau der Superlative wurden etwa 45 000 Tiere von rund 4400 Ausstellern präsentiert – mit dabei war auch Ludgar Bünnemeyer mit seinen Cayugaenten und andere Züchter vom Rassegeflügelzuchtverein Apen-Augustfehn.

Die Enten des Rentners gefielen den Juroren so gut, dass sie im Ergebnis ein Mal die Note „vorzüglich“ und drei Mal „hervorragend“ erhielten. Bei insgesamt 100 ausgestellten Tieren dieser Rasse bedeutete das für Bünnemeyer den Titel Bundessieger. Seine Zuchtleistung wurde mit dem Jubiläumsband und dem Siegerband, dem 1. Preis der Jubiläumsausstellung, gewürdigt. Der große Aufwand im vergangenen Jahr hat sich also gelohnt.

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