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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Warum gibt es nun doch keinen Ritterweg?

23.05.2019

Apen Er sollte abseits der Hauptstraße zu einer neuen Verbindung für Radfahrer und Fußgänger werden: Der sogenannte Ritterweg zwischen der Burgstraße in Hengstforde und dem Festungsgelände in Apen. Parallel zur Bahnlinie bzw. zur Großen Norderbäke sollte der 850 Meter lange Weg, den die Gemeinde auch touristisch vermarkten wollten, entstehen. Doch gebaut wurde er nicht. Warum?

Viel Frust ist im Spiel, wenn man mit den Beteiligten spricht: „Ich bin sehr enttäuscht“, sagt der Aper Klaus Brünjes, dem neben dem Leda-Jümme-Verband die für den Ritterweg benötigten Flächen gehören. „Ich bin der Gemeinde in so vielen Punkten entgegengekommen und im Nachhinein bedauere ich es, dass ich mich überhaupt auf Verhandlungen eingelassen habe. Dass die Gründe für das Scheitern in einer öffentlichen Sitzung des Straßen- und Brückenausschusses nicht darlegt wurden, sondern dass ich quasi als Verhinderer des Projekts dargestellt werde, finde ich sehr enttäuschend.“

Schon vor vielen Jahren habe die Gemeinde Interesse an seinen Flächen bekundet, um einen Weg zwischen Hengstforde und Apen zu schaffen, sagt Brünjes.

Zunächst verschwand das Vorhaben jedoch wieder in der Versenkung, weil die Gemeinde selbst kein Geld dafür hatte. Erst als sich abzeichnete, dass der Weg über die Dorferneuerung gefördert werden könnte, wurde es konkret. Ende September 2015 seien Bürgermeister Matthias Huber, der damalige Aper Bauamtsleiter Rolf Siems und sein damaliger Stellvertreter Peter Rosendahl bei den Brünjes gewesen, um über den Flächenkauf für das Ritterweg-Projekt zu sprechen. 3000 Quadratmeter wollte die Gemeinde von ihm, so Brünjes. Diverse Gespräche folgten.

„Die Idee eines Weges finde ich ja grundsätzlich gut, aber ich hatte eine Bedingung für den Verkauf meines Landes: Entlang des Weges sollte als Abgrenzung zu den landwirtschaftlichen Flächen ein 1,30 Meter hoher Wildfangzaun mit drei Weidetoren entstehen. Die Gemeinde sollte das Ganze errichten und unterhalten“, berichtet Brünjes. Einen Teil seiner Ländereien habe er verpachtet und mit dem Pächter sei er sich einig gewesen, dass man auf den Flächen aus verschiedenen Gründen keine freilaufenden Hunde wolle. Denn dass der Weg nahe einer Hundeschule von vielen Hundebesitzern genutzt werden würde, stand außer Frage. Der Wildfangzaun werde rechtssicher errichtet, wurde Brünjes versichert.

Doch weder der Weg noch der Zaun wurden gebaut. Das Ganze zog sich hin. „Eine eindeutige Bauerlaubnis bzw. Baugenehmigung für den Zaun habe ich nie gesehen“, sagt Klaus Brünjes, der sich in dieser Angelegenheit fachlichen Rat holte. Die Gemeinde, so habe er schließlich von seinen Beratern erfahren, könne keinen Wildfangzaun errichten lassen; das könnten nur landwirtschaftliche Betriebe. Brünjes sei schließlich geraten worden, wegen mangelnder Rechtssicherheit keinen Kaufvertrag abzuschließen. Sicher sei zum Beispiel nicht, ob man bei Beschwerden Dritter den Wildfangzaun nicht hätte wieder abreißen müssen.

Warum der Wildfangzaun und damit der Ritterweg nicht gebaut wurde, wisse er nicht, sagte auf Anfrage der NWZ Dr. Thomas Jürgens, Baudezernent beim Landkreis Ammerland. Im Juni 2018 habe der Landkreis der Gemeinde Apen einen entsprechenden Bauvorbescheid geschickt. Dieser beinhalte, dass ein Wildfangzaun entlang des geplanten Weges grundsätzlich zulässig sei.

„Wir haben den Landkreis eigens gebeten, uns einen Bauvorbescheid zu schicken, obwohl das in einem solchen Verfahren gar nicht nötig gewesen wäre“, sagt Apens Bauamtsleiter Peter Rosendahl. In diesem Bauvorbescheid stehe, dass die Errichtung eines Zaunes baurechtlich verfahrensfrei sei. Deshalb sei die geforderte Baugenehmigung gar nicht nötig gewesen. Zudem hatte die Gemeinde für das Projekt eine deichrechtliche Erlaubnis bekommen. Diese beinhaltete, dass der Wildfangzaun auch auf Deichteilen an der Norderbäke stehen durfte. Bedenken gegen das Projekt hatte die Ammerländer Wasseracht nicht. Hinweise habe es zum Zaun zudem von der Jägerschaft gegeben.

„Wir haben diverse Termine gehabt und haben von Seiten der Gemeindeverwaltung sehr viel Zeit in dieses Projekt gesteckt. Wir hatten einen umfangreichen Vertrag vorbereitet und viele Aspekte darin aufgenommen. Es ist sehr schade, dass der Ritterweg mit dem Wildfangzaun nicht gebaut werden konnte, bedauert Rosendahl.

In der Sitzung des Straßen- und Brückenausschusses im Oktober 2018 war von Seiten der Gemeindeverwaltung berichtet worden, dass bei dem Projekt „Herstellung des sogenannten Ritterweges“ nach diversen Verhandlungsgesprächen mit dem Grundeigentümer keinerlei Einigung erzielt werden konnte. Ein Vertrag über den Grunderwerb sei nicht möglich, deshalb könne die Maßnahme nicht durchgeführt würden.

„Das Ganze war auch deshalb so enttäuschend, weil wir vom Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg bereits Fördergelder für das Projekt aus der Dorferneuerung erhalten hatten“, berichtet Rosendahl. Diese 13 000 Euro musste die Gemeinde zurückzahlen, plus 1323 Euro Strafzinsen, weil das Projekt nicht zustande kam. Dazu seien noch weitere Kosten gekommen. „Schade, dass von dem Projekt nicht mehr als eine Akte blieb.“

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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