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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

„Wunderline hält nicht im Ammerland“

07.02.2019

Apen /Westerstede „Ich verstehe wirklich nicht, warum die Ammerländer Bürgermeister und andere Kommunalpolitiker so auf die Wunderline abfahren“, sagt Jens Rowold, selbstständiger Verkehrsplaner, Mitglied des Westersteder Stadtrats und Vorsitzender des BürgerBus-Vereins Westerstede.

„Hinter diesem deutsch-niederländischen Verkehrsprojekt Wunderline steht ein privates Konsortium, das Millionen Euro an EU-Fördergeldern erhält, um durch einen Schnellzug Groningen und Oldenburg/Bremen besser anzubinden. Grundsätzlich sind Schnellzüge sinnvoll, aber wir Ammerländer profitieren nicht davon. Die Wunderline wird zwischen Oldenburg und Leer weder in Augustfehn noch in Ocholt oder Bad Zwischenahn halten. Das macht auch keinen Sinn, denn ein Schnellzug will schnell von A nach B und nicht Zeit an vielen Haltestellen verlieren“, so der Fachmann, der sich seit 1981 intensiv mit dem Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) beschäftigt.

Infos im Internet

Dass ein Halt an Ammerländer Bahnhöfen nicht geplant sei, könne man der Internetseite der Wunderline entnehmen (https://wunderline.nl/de/) entnehmen. Dort würden bei „Untersuchungen“ die aussichtsreichsten Fahrplanentwicklungsstufen vorgestellt. Bei Variante 3 und 4 sähe man zwischen Leer und Oldenburg zwei rote Linien, die obere zeige die Haltepunkte der jetzigen Züge (die drei Bahnhöfe), die untere (die Wunderline) sei durchgezogen, das hieße kein Halt. Bei der Fahrplanvariante drei stehe, dass die Wunderline als Extrazug zwischen Leer und Bremen mit weniger Haltestellen als Intercity- und Regionalzüge durchfahre. Wenn es einen Bedarf für einen Schnellzug geben würde, würde sich damit die Landesnahverkehrsgesellschaft beschäftigen, die sich im Auftrag Niedersachsens um den Öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene kümmere.

„Wir werden durch die Wunderline mehr Züge bekommen, die durch unsere Bahnhöfe rauschen und an den Bahnübergängen zu längeren Schließzeiten führen“, ist sich Rowold sicher. Dass ins Schienennetz investiert werden solle, so wie es Wunderline-Vertreter forderten, unterstütze er. Doch der von den Vertretern des Verkehrsprojekts angeregte zweigleisige Ausbau der Strecke sei Illusion: „Zweigleisig kann die Strecke nur dort werden, wo es keine Siedlungen gibt, die Planung eines weiteren Gleises durch Orte wie Ocholt oder Bad Zwischenahn würde ruckzuck zu Bürgerinitiativen gegen den Ausbau führen.“

Die Hoffnungen, dass die Ammerländer Bahnhöfe durch die Wunderline attraktiver würden und man dort bessere Anschlussverbindungen für andere Verkehrsmittel schaffen könne, sieht Rowold nicht. Er habe im Westersteder Wirtschaftsausschuss Projektleiter Potsma gefragt, ob die Wunderline für diese „Anschlussmobilität“ Gelder bereit stelle. Man berate, aber Gelder gäbe es durch das Verkehrsprojekt nicht, habe seine Antwort gelautet. Hohe Zuschüsse bis zu 90 Prozent könnten Gemeinden für bessere Anbindungen der Bahnhöfe über den Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen erhalten, dem auch der Kreis Ammerland angehöre. Diese Zuschüsse würden kaum nachgefragt.

Einsatz für Regio-Bahn

Die Ammerländer Bürgermeister sollten ihre Kräfte bündeln und sich für den Ausbau der Regio-S-Bahn über Bad Zwischenahn hinaus bis nach Augustfehn oder bis Leer einsetzen, von dort könne man per Zug weiter nach Groningen. Von eine Verlängerung der Regio S-Bahn würden viele Bürger profitieren.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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