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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Geplatzte Fusion nur noch Fußnote

27.04.2019

Bad Zwischenahn /Oldenburg „Nordkoreanische Verhältnisse“ bescheinigte Manuel Andrack am Donnerstagabend scherzhaft der Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Oldenburg in der Bad Zwischenahner Wandelhalle. Der ehemalige Partner von Harald Schmidt in dessen Late-Night-Show war von der Bank für den üblichen Unterhaltungsteil nach den Regularien eingeladen worden. Eine gute Wahl, denn 2018 war Andrack zum 200. Geburtstag des Namensgebers Friedrich Wilhelm Raiffeisen auf Genossenschaftstour quer durch Deutschland unterwegs und ist spätestens seit dieser Zeit überzeugter Verfechter der Genossenschaftsidee.

Bevor er von seinen Erfahrungen berichten konnte, galt es aber die Regularien abzuarbeiten und einige Abstimmungen hinter sich zu bringen. Deren Ausgang sorgte dann auch für das Eingangs gefallene Zitat. Bei allen Abstimmungen folgten die rund 200 Vertreter einstimmig den Vorschlägen von Vorstand und Aufsichtsrat.

Auch wenn sich das Niedrigzinsniveau „langsam in unsere Bilanz frisst“, wie Vorstandsmitglied Thorsten Schwengels erklärte, waren Vorstand und Aufsichtsrat mit dem Geschäftsjahr zufrieden. Der Jahresüberschuss von 2,5 Millionen Euro fiel zwar um eine Million geringer aus als 2017, da hatte es laut Schwengels allerdings auch mehrere Sondereffekte gegeben. Die Vertreter stimmten einer Dividende in Höhe von vier Prozent zu.

Geld verdient die Bank vor allem durch Zinsüberschüsse, die stiegen von 13,2 auf 13,9 Millionen Euro. Die Kreditvergaben an Kunden lagen Ende 2018 bei 485 Millionen Euro, ein Plus von 3,6 Prozent, so Schwengels. Schwerpunkt hier: Die Baufinanzierung, sowohl für private als auch für gewerbliche Bauten. In diesem Bereich sieht der Vorstand auch für 2019 eine Steigerung. Auch der Anstieg beim Provisionsüberschuss (3,9 Millionen nach 3,6 Millionen im Vorjahr) resultiert im Wesentlichen aus zusätzlichen Erträgen im Bauspargeschäft und der Kreditvermittlung.

Insgesamt rechnet die Geschäftsleitung für das laufende Jahr mit einer Abschwächung der Ertragskraft, dennoch werde das Ergebnis ausreichen, um das Eigenkapital erneut deutlich zu stärken.

Nur noch ein Randthema war die geplatzte Fusion mit der Raiffeisenbank Westerstede – auch aus den Reihen der Vertreter gab es hierzu keine Fragen mehr. Bei den Aufsichtsratswahlen wurden Rolf Oeljeschläger (Bad Zwischenahn) und Birgit Riechert (Eversten) in ihren Ämtern bestätigt. Einen vor dem Hintergrund der ursprünglich geplanten Fusion zuletzt unbesetzten Aufsichtsratsposten nimmt künftig die Unternehmerin Wiebke Rohde aus Bad Zwischenahn ein. Damit habe die Raiffeisenbank Oldenburg, die in Oldenburg, Bad Zwischenahn und Wiefelstede aktiv ist, drei von acht Aufsichtsratsposten weiblich besetzt und somit die 25 Prozent-Marke deutlich überschritten, wie Schwengels stolz anmerkte.

Alles in allem also viel Harmonie in der vom Aufsichtsratsvorsitzenden Jan-Gerd Eilers geleiteten Sitzung. Und Harmonie und gemeinsame Stärke sind ja auch das Wesen von Genossenschaften, wie später im Vortrag von Manuel Andrack deutlich wurde. Der hat 2018 mehr als 40 verschiedene Genossenschaften in Deutschland besucht – und dabei unter anderem in Jeddeloh I und Edewecht Station gemacht. Neben den bekannten Banken und landwirtschaftlichen Genossenschaftsmodellen berichtete er auch von der „Weiberwirtschaft“, einer Genossenschaft in Berlin, die Frauen die Existenzgründung erleichtert und einer Ärztegenossenschaft, die ihren Mitgliedern viel Verwaltungsaufwand abnimmt und so hilft, den Mangel an Landärzten zu lindern. Nicht zuletzt warb er auch für die vermehrte Neugründung von Wohnungsbaugenossenschaften. Die seien ein wirksames Modell gegen den Wohnungsmangel – allerdings nur, wenn die Kommunen bereit seien, ihnen günstigen Baugrund zur Verfügung zu stellen.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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