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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Weisse Flotte In Bad Zwischenahn: Bewährte Mannschaft am Ruder

27.04.2019

Bad Zwischenahn Eigentlich sind sich die Teilnehmer der Hauptversammlung der Reederei Ekkenga einig: Höhepunkt der jährlichen Veranstaltung ist das Labskausessen bei der Rundfahrt, die sich an die Formalitäten traditionell anschließt. Die werden ebenso traditionell schnell abgehandelt.

Digitale Tücken

Aktionäre, die über den Kurs von Deutschlands vermutlich kleinster Aktiengesellschaft diskutieren und nachbohren gibt es zwar immer wieder mal, meist sind das aber eher amüsante Einwürfe – so wie die von Wilm Diedrich Müller, der auch bei großen Aktiengesellschaften berühmt-berüchtigt ist.

In diesem Jahr gab es allerdings einen weiteren Aktionär, der immer wieder nachfragte, Anträge stellte und damit die Geduld und auch die Mägen der anderen Teilnehmer – trotz reichlich serviertem Kuchen und belegten Brötchen – auf eine harte Probe stellte.

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Tatsächlich hat die Reederei ein Problem: Die Digitalisierung der Aktien und die damit verbundene Entwertung der noch vorhandenen Papier-Aktien hat nicht so funktioniert, wie sich Vorstand und Aufsichtsrat das gedacht hatten – mit der Folge, dass die Aktien derzeit nicht an der Börse gehandelt werden können.

21 Aktien fehlen

Hauptproblem: Es sind noch ganze 21 Papieraktien im Umlauf, deren Besitzer unbekannt sind. Ein Amtsgericht muss diese Aktien jetzt für kraftlos erklären – aber das dauert. Reederei-Vorstand Anja Lid bat die Aktionäre um Geduld, es sei selbstverständlich Ziel, dass die Aktien wieder frei handelbar seien. Der schnellste Weg dazu, so Anja Lid: Wenn sich die Besitzer der fehlenden 21 Aktien melden würden. Momentan können sich Kauf- oder Verkaufsinteressenten direkt an Lid wenden, die dann vermittelt.

Kurios an der ganzen Angelegenheit: Die gerade mal 460 Stammaktien und 230 Vorzugsaktien werden ohnehin kaum gehandelt – wer eine besitzt, gibt sie in der Regel nicht her. So wie Steuerberater Joachim Pschak. Er hält zwei Aktien. „Und die werde ich einmal an meine beiden Söhne vererben“, sagte er während einer der zahlreichen Unterbrechungen der Hauptversammlung am Freitag auf der MS Bad Zwischenahn.

Auch bei den anstehenden Wahlen zum Aufsichtsrat lief nicht alles so glatt wie üblich. Vorgeschlagen war die Wiederwahl von Ralf Baum, Thorsten Sander und Georg Ernst Steinker. Zudem sollte Park der Gärten-Geschäftsführer Christian Wandscher als möglicher Nachrücker gewählt werden. Doch auch diese Personalie sah der einzelne Aktionär kritisch – und schlug als weiteren Ersatzkandidaten gerade Wilm Diedrich Müller vor – worauf einige Teilnehmer ihrem wachsenden Unmut deutlich Luft machten.

44 Euro je Aktie

Der überraschend nominierte Kandidat selbst nahm die Tatsache, dass nur von einem Teilnehmer Stimmen bekam, ganz sportlich. Gleichwohl, so sagte er, hätte er die Wahl angenommen, wenn es so gekommen wäre.

Am Ende wurden die Vorschläge von Vorstand und Aufsichtsrat mit überwältigender Mehrheit angenommen. Das galt auch für die Verwendung des Bilanzgewinns von 344 042,79 Euro: 32 890 Euro werden an die Aktionäre ausgeschüttet. Auf die Stammaktien entfallen je 44 Euro, auf die Vorzugsaktien elf Euro.

Mehr Passagiere

Der heiße Sommer des vergangenen Jahres hatte der Reederei zwar wegen des niedrigen Wasserstandes auf dem Zwischenahner Meer einige Probleme bereitet, sich aber auch positiv auf die Fahrgastzahlen ausgewirkt, erläuterte Anja Lid. Rund 92 000 Passagiere wurden befördert, 6000 mehr als im Vorjahr. Damit stieg auch der Umsatz um 8,32 Prozent.

Der Jahresüberschuss fiel mit 58 780,21 Euro trotzdem geringer aus als im Vorjahr (78 527 Euro), der Gewinnvortrag von 285 262,58 Euro aus den Vorjahren machte die Entscheidung über die Dividende aber nicht schwer.

So blieb zum Schluss vor allem die Zeit bemerkenswert, die bis zum Ablegen und Labskausessen verging, ganze zwei Stunden hatte die Versammlung gedauert, die im vergangenen Jahr noch in 55 Minuten abgehandelt wurde.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Westerstede
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