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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Bauern gründen Bürgerinitiative

01.11.2014

Lohe /Ammerland Die Landwirte im Nordkreis Cloppenburg und im Ammerland machen sich Sorgen. Große Sorgen. Denn sollte die geplante Novelle des Raumordnungsprogrammes für das Land Niedersachsen tatsächlich in Kraft treten, hat das weitreichende Folgen für die Landwirtschaft. Aber auch die Wirtschaft und jeder einzelne Bürger könnten von einer Neuordnung betroffen sein. Das machten am Freitag rund 200 Landwirte aus den Gemeinden Barßel, Bösel, Friesoythe, Saterland und dem Ammerland bei einem Treffen am Kreisel in Lohe deutlich.

Aus allen vier Richtungen kamen die Landwirte mit ihren Traktoren angefahren. Ein beeindruckendes Bild: 145 Schlepper reihten sich aneinander. Das Ziel der Zusammenkunft: Die Gründung einer Bürgerinitiative. Gemeinsam möchte man sich so beim Landwirtschaftsministerium und in der Bevölkerung Gehör verschaffen – und das Landesraumordnungsprogramm stoppen. Fast alle Teilnehmer traten der Initiative sofort bei.

Eugen Hagen, Sprecher der künftigen Bürgerinitiative, begrüßte seine Kollegen zur Kundgebung. Der junge Landwirt aus Lohe klärte kurz auf, worum es bei der Änderung des Raumordnungsprogramms geht. Das Land will in der gesamten Region großflächig Vorranggebiete für die Torferhaltung und Moorentwicklung ausweisen. „Dazu gehören nicht nur landwirtschaftlich genutzte Flächen, sondern auch Gewerbeflächen, Flächen vom Einzelhandel und vom ganz normalen Hausbesitzer“, sagte Hagen. Das große Problem sei, dass die ausgewiesenen Gebiete zwingend wiedervernässt werden sollen. Das bedeute der Wegfall von Hochwasserschutz, Anstieg des Grundwasserpegels und somit „Zustände wie vor 50 Jahren, als es die Deiche noch nicht gab“. Die Folge: „Ganze Siedlungen werden einfach absaufen.“ Zudem stünden den Landwirten 100 000 Hektar Ackerland nicht mehr zur Verfügung, Ortschaften könnten sich nicht mehr weiterentwickeln und ganze Existenzen in Gefahr.

Als Bürgerinitiative wolle man „unabhängig und frei“ – von Landvolk und Politik –  den Bürger informieren. Eine erste Aktion steht bereits am Montag, 3. November, an. Bei einem Informationsabend in der Aula des Schulzentrums Saterland in Ramsloh wird Rechtsanwalt Tammo Gräper über das Landesraumordnungsprogramm referieren und für Fragen zur Verfügung stehen. Die Veranstaltung, zu der die gesamte Bevölkerung eingeladen ist, beginnt um 19.30 Uhr

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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