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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Bewohner und Schüler gemeinsam als Bildhauer tätig

09.07.2014

Rastede In der Wohnanlage im AWo-Kompetenzzentrum am Mühlenhof in Rastede versucht Fritz Schröder „Inklusion zu leben“, sagt er. „Das ist in unserer Gesellschaft nicht so einfach, Inklusion ist ein Prozess, an dem man ständig dran bleiben muss“, hat der Leiter der Einrichtung festgestellt. Deshalb bot er kürzlich einen Workshop an, in dem sich Künstler, Bewohner und Schüler der Kooperativen Gesamtschule Rastede (KGS) gemeinsam bildhauerisch betätigen konnten.

„Ich habe erlebt, dass Menschen, die sonst teilweise teilnahmslos den Tag verbringen, plötzlich eine große Aktivität und Konzentration aufbringen, wenn sie einen Sandstein mit Hammer und Meißel bearbeiten können“, sagt Bildhauer Helmut Jürjens aus Emden.

Sechs Bewohner der AWo-Anlage im Kompetenzzentrum, vier Schülerinnen der KGS und drei Mitarbeiter des Hauses hämmerten, klopften und meißelten mit Jürjens zusammen drei Tage, was das Zeug hält.

Schülerin Insa (16) war ein großer Stein zerbrochen. Aus der einen Hälfte entstand ihre Skulptur „Vielseitig“. Der Stein hat in seinem Endstadium viele unterschiedliche Oberflächen zu bieten, von sehr glatt bis sehr rau.

Bei Jaqueline (15) ist ein Aschenbecher entstanden, den sie aus einem Würfel heraus gelöst hat. „Ich wünsche mir wahrscheinlich, dass mein Vater nicht mehr als sechs Zigaretten pro Tag raucht“, hat sie zusammen mit dem Künstler „analysiert“. Beide Schülerinnen sind auch im Projekt „Sofa-Team“ der KGS aktiv.

Edith Seidel ist im ambulanten Dienst der AWo tätig, sie ist noch unschlüssig, wie sie ihre Skulptur nennen will. „Es ist ja auch erst Sonnabend, ich habe ja noch einen Tag Zeit zum Arbeiten und Nachdenken über den Titel“, sagt sie.

Für Torsten Enneking vom Kompetenzzentrum ist der Name schon klar: „Winfried soll der Kopf heißen“, sagt der Diplom-Pädagoge ganz selbstbewusst. Hildegard Petzke wollte eigentlich auch einen Menschenkopf aus dem Sandstein hervorzaubern. „Aber dann ist die Nase doch etwas zu lang geworden und jetzt ist ein Vogel entstanden“, sagt die Ergotherapeutin ganz zufrieden. Eine Bewohnerin hat ein Gingko-Blatt in den Stein gemeißelt, sie möchte aber nicht, dass ein Foto von ihr in die Zeitung kommt, sagt sie ganz bestimmt.

Helmut Jürjens ist seit acht Jahren als Bildhauer in Emden tätig und hat schon in der AWo-Wohnanlage Günter-Stork-Haus in Schlichthorst bei Osnabrück ein ähnliches Projekt erfolgreich veranstaltet.

Der Workshop fand auch die Zustimmung von „Aktion Mensch“, in dem sie einen „spürbaren“ Zuschuss gab, von dem Werkzeug und Material gekauft werden konnten. Die Exponate werden demnächst im Kompetenzzentrum ausgestellt. Der Ausstellungstermin steht noch nicht fest.

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