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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

„Bin hier zum Geburtstagsfest“

13.01.2010

BAD ZWISCHENAHN Stolz präsentiert sich die Gruppe in ihren „Original Ammerländer Trachten mit Blick von Meyers Garten“ am Rande des Zwischenahner Marktplatzes, etwa dort, wo sich heute der Ufergarten befindet. Im Hintergrund ist schemenhaft das Zwischenahner Meer zu erkennen. Abgestempelt ist die historische Postkarte, die unlängst bei einem Flohmarkt den Besitzer wechselte, am 13. 06. 1911 im damaligen Großherzogtum Oldenburg. „Liebe Frieda, ich bin heute hier zum Geburtstagsfest. Geht es euch allen gut? Schreibt mal wieder“.

Freundliche Grüße

Die freundlichen Grüße aus Zwischenahn im Jahr 1911 waren gerichtet an „Fräulein Frieda Düser“ an der Kleibrokerstraße in Rastede. Unterschrieben haben namentlich insgesamt vier Personen, u. a. A. Grape, E. Grape und E. Solms. Die Karte wurde in einer Zeit abgeschickt, als räumliche Entfernungen noch eine andere Bedeutung hatten und Grüße auch schon mal per Post in die Ammerländer Nachbargemeinde versendet wurden. Es handelt sich bei der Grußkarte um eine nachträglich kolorierte Schwarzweißaufnahme, eine damals nicht unübliche Methode, um die Motive farbig abzubilden. „Meyers Hotel, direkt am See gelegen Besitzer: Otto Meyer, Fernsprecher 201“ ist noch als Text rückseitig auf der Karte aufgedruckt.

Familie Meyer

„Ja, auf dem Bild sind auch Mitglieder der Familie Meyer zu sehen. Es handelt sich in der Mitte um Emilie Meyer, rechts daneben ist die Tochter Gerda Meyer zu sehen. Bei dem Jungen handelt es sich um den Sohn Karl Meyer, der war später lange Zeit als Zahnarzt in Bad Zwischenahn niedergelassen. Links im Bild ist die Cousine Alma Niemann aus Vreschen-Bokel zu sehen“. Wer das alles noch weiß, ist Heiko Reinhard, ehemaliger Vorsitzender des Heimatvereines Bad Zwischenahn. „Meyers Hotel am Marktplatz war von der Jahrhundertwende an bis in die 50-er Jahre der kulturelle und gesellschaftliche Mittelpunkt in Bad Zwischenahn. Im großen Festsaal wurden gesellschaftliche Ereignisse wie Silvesterbälle, Tagungen, Hochzeiten und Trauerfeiern, einfach alles, was im Laufe des Jahres anlag, abgehalten“, so Reinhard.

Ziel der Sonntagsausflügler „Auch war das Hotel mit dem großen Garten zur Meerseite hin – dort stand in der Mitte eine riesige Buche – ein gerne gewähltes Ziel für den Sonntagsausflug mit der Familie. Das Hotel hatte einen eigenen Steg und Bootsanleger am Meer“, berichtet Heiko Reinhard. Bis in die 50-er Jahre befand sich das allgemein bekannte Haus am gleichen Platz. 1955 fielen das Gebäude wie auch der angrenzende Garten neben der Kirche der Marktplatzerweiterung zum Opfer. Die Besitzerfamilie Meyer hatte Anfang des 20. Jahrhunderts zusammen mit Dr. h.c. Heinrich Sandstede und Prof. Bernhard Winter in Anlehnung an Saterländische Trachten die ersten Ammerländer Trachten entworfen. Die Trachten wurden von Emilie Meyer selbst genäht.

Lange Verbundenheit

„An der Tracht selbst hat sich dann auch bis heute nicht allzu viel verändert. Auch heute ist das bei den Männer noch die gleiche Ammerländer Sonntagstracht mit den Schnallenschuhen und den weißen, aus Schafwolle gestrickten Stümpfen, genau wie auf der Karte abgebildet. Bei den Trachten der Frauen sind das bestickte Umschlagtuch und die langen Röcke damals wie heute ein wichtiges Merkmal“ erzählt Heiko Reinhard weiter. Mit dem Heimatverein eng verbunden seien Nachfahren der Familie Meyer auch heute noch.

„Die Tochter von Gerda Meyer und Enkelin von Emilie Meyer, Hilde Reil, geb. Meyer, ist mit 86 Jahren immer noch Mitglied im Heimatverein und lebt in Bad Zwischenahn. Hilde Reil war viele Jahre für die Betreuung des Einraumhauses zuständig“, verriet Reinhard weiter.

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