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Energie: Bürger kritisieren mangelnde Transparenz der Politik

30.10.2014

Lohorst /Harkebrügge „Kein Windpark am Kammersand“ steht auf einem rund acht Meter langen Banner, das auf dem Grundstück von Sandra Tietjen und ihrer Mutter Jutta Senft aus Harkebrügge gespannt ist. Mehr als 30 Mitglieder der Bürgerinitiativen (BI) Lohorst/Rothenmethen sowie Kammersand/Harkebrügge hatten sich kürzlich an der Lohorster Straße versammelt, um sich mit der Protestaktion bei der Politik Gehör zu verschaffen.

Als „völlig daneben“ bewerten die BI-Mitglieder die Aussage des Barßeler CDU-Fraktionsvorsitzenden Ewald Schneider, dass sich am Kammersand „Ende 2015 die ersten Räder im Windpark drehen werden. Baubeginn könnte Mitte 2015 sein.“ Zu dem Thema hatte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende bei einer Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbandes Harkebrügge geäußert.

„Das klingt so, als wenn alles bereits entschieden sei. Dabei ist noch gar nichts entschieden“, zeigt sich eine der BI-Sprecherinnen, Annegret Meyer, empört. In einem Gespräch im August mit Schneider habe er beteuert, „die CDU wolle transparent sein und sich bei uns melden, wenn man etwas höre“, erklärt Annegret Meyer. „Jetzt erfahren wir das so nebenbei in einem Presseartikel. Danke, Herr Schneider“, sagt sie mit Blick auf die Aussage des CDU-Fraktionsvorsitzenden, „dass sich die Grundstückseigentümer entschieden haben. In der kommenden Woche wird alles eingetütet“.

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Ihm sei in dieser Richtung noch nichts bekannt, sagte Barßels Erster Gemeinderat Michael Sope auf Nachfrage der NWZ . Eine Entscheidung über den möglichen Betreiber stehe demnach noch aus. Sobald sich die Grundstückseigentümer einig seien, werde das Thema in den politischen Gremien beraten, so Sope. Damit verbunden sei eine Positionierung der Fraktionen. Nach NWZ -Informationen solle in dieser Woche eine Entscheidung seitens der Grundstückseigentümer fallen.

Mit so einer Art von Transparenz werde man vor Ort keine Akzeptanz für einen Windpark und schon lange nicht für einen Bürgerwindpark schaffen, sagen die Vertreter der Bürgerinitiativen. Nur damit einige wenige von den industriellen Windkraftanlagen profitieren könnten, wolle man den Windpark am Kammersand errichten, ist sich Waltraut Frerichs, eine Sprecherin der BI, sicher. „Wir sind in der Gemeinde Barßel mit der Produktion alternativer Energien längst durch“, sagt sie. Es bestehe kein Grund und keine Verpflichtung, am Kammersand einen weiteren Park zu bauen. Diese „starrsinnige Haltung“ vieler Politiker in Barßel sei unverantwortlich. Man wolle nichts sehen und nichts hören. So würden neue Forschungsergebnisse über die gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Windkraftanlagen nicht zur Kenntnis genommen.

Die jetzt Ende September veröffentlichten Studienergebnisse des Klinikums und der Neurobiologischen Fakultät der Universität München sollten jedem zu denken geben, meint Waltraut Frerichs. Hier seien vor allem die Auswirkungen des tieffrequenten Schalls auf das Innenohr untersucht worden. Alle Länder, in denen es bereits schon seit ein paar Jahren Studien über Infraschall gäbe, hätten reagiert und die Mindestabstände zur Wohnbebauung auf 3000 Meter festgelegt.

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