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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Der Supermarkt für Bedürftige

07.02.2017

Westerstede Zehn Jahre ist er bereits dabei und die Arbeit macht ihm immer noch Spaß: Hans-Ulrich Plehn kann sich noch genau daran erinnern, wie er zur Westersteder Tafel kam. „Eigentlich war es ein blöder Zufall“, sagt der 1. Vorsitzende von Mahltied e.V. – ein gemeinnütziger Verein, der Anfang 2006 gegründet wurde und seit 2007 offiziell Mitglied im „Bundesverband Deutsche Tafel“ ist.

Ausgabe am Samstag

Der Rentner gab in seiner Freizeit Nachhilfestunden in Englisch und Französisch. „Irgendwie hat mich das aber nicht so ganz ausgefüllt“, sagt er rückblickend. „Ich wollte mehr tun.“ Heute ist er 1. Vorsitzender und mächtig stolz auf sein Team. „Wir haben ein paar 1-Euro-Jobber, die uns vom Arbeitsamt gestellt werden. Ansonsten arbeiten wir rein ehrenamtlich“, so Hans-Ulrich Plehn.

35 Mitarbeiter „plus minus fünf“ sind es inzwischen. „Dennoch freuen wir uns jederzeit über weitere helfende Hände“, so der Vorsitzende.

Jeden Samstag von 9 bis 12 Uhr ist die Hauptausgabe an der Bankstraße geöffnet. „Auch an der Grundschule in Rostrup haben wir eine Zweigstelle, die samstags für eine Stunde, von 9.30 bis 10.30 Uhr geöffnet ist“, so der Vorsitzende. Dienstags ist dann noch einmal „Brötchenausgabe“ in Westerstede – von 11 bis 11.30 Uhr. „Die heißt so, weil wir anfangs größtenteils Brot von Bäckereien ausgegeben haben, was bis zum Wochenende nicht mehr frisch gewesen wäre“, erklärt Hans-Ulrich Plehn. Mittlerweile werden aber auch andere Lebensmittel am Dienstag ausgegeben.

Wenn keine Ausgabe ist, sind Plehn und sein Team damit beschäftigt, Lebensmittel abzuholen. „Glücklicherweise können wir hier im Ammerland auf ein Netzwerk von zahlreichen Lieferanten zurückgreifen“, freut sich der Vorsitzende.

Mehr als 30 Abholstellen fahren die Mitarbeiter mit ihren beiden Kühlfahrzeugen an. Discounter, Bäcker und Großbetriebe geben Wurst, Brot, Obst und Gemüse – ja sogar Blumen sind ab und zu dabei. „Nichts davon ist abgelaufen oder Mangelware“, betont Hans-Ulrich Plehn. „Oftmals muss die Ware einfach für ein neues Sortiment weichen. Davon profitieren dann unsere Abholer.“

700 Bedürftige

Einen symbolischen Euro zahlen Berechtigte bei der Ausgabe. Momentan sind es circa 700 Personen, die in Westerstede und Rostrup versorgt werden. Anspruch auf Lebensmittel von der Tafel haben ALG II-Bezieher und Rentner, die lediglich von der Grundsicherung leben. Den Berechtigungsschein erhalten sie vom Sozialamt.

„Während des großen Flüchtlingszustroms hatten wir auch mal mehr Abholer“, weiß Hans-Ulrich Plehn. „Das war für uns alle eine große Herausforderung – auch sprachlich – wir können ja alle weder Arabisch noch Farsi, was man in Afghanistan spricht.“ Teilweise sei es an der Lebensmittelausgabe dann auch sehr lebhaft zugegangen. Dies habe sich inzwischen aber wieder eingependelt.

Tag der offenen Tür

„Wir haben unsere sogenannten Spielregeln in verschiedenen Sprachen aufgehängt“, so Plehn. Viele Flüchtlinge seien flexibel, würden beispielsweise auch mal Schwarzbrot ausprobieren. Nur Schweinefleisch sei natürlich ein sensibles Thema für Muslime. „Auch die Veggie-Schnitzel werden dann nicht genommen. Die glauben einfach nicht, dass da wirklich kein Schwein drin ist“, weiß der Vorsitzende.

Zehn Jahre lang können Bedürftige in Westerstede und Umgebung nun schon auf die Arbeit von Hans-Ulrich Plehn und den anderen Helfern zählen. „Vielleicht machen wir eine kleine Feier – so etwas wie einen Tag der offenen Tür“, meint der Vorsitzende. „Darüber habe ich mir eigentlich noch keine richtigen Gedanken gemacht.“

Julia Zube Volontärin / NWZ-Redaktion
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