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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

„Die warten schon auf mich“

04.02.2006

KAYHAUSEN Werkstatt für arbeitslose Jugendliche geht der Vollendung entgegen. Für restliche Maschinen werden noch rund 6000 Euro benötigt.

Von Otto Renken KAYHAUSEN - Der Kayhauser Gerhard Langner hat sich ein Ziel gesetzt: Die Einrichtung einer Tischlerwerkstatt für arbeitslose Jugendliche im rund 2000 Kilometer entfernten Mogilew. Die Stadt Mogilew liegt in der Osthälfte von Weißrussland, Belarus, wie man heute wohl sagt. Einen Raum für „seine“ Werkstatt hat Langner im Sommer 2005 selbst hergerichtet, etwa 80 Prozent der benötigten Maschinen lagern bereits darin.

„Die warten jetzt auf mich“, erklärte der Kayhauser Tischlermeister, als er jetzt im Dorfgemeinschaftshaus „als Einzelkämpfer“ Rechenschaft ablegte darüber, was mit den bislang zusammengetragenen Spendengeldern geschehen ist. „Da verrieselt nichts, jeder Cent ist direkte Hilfe für meine Freunde in Weißrussland“, so Langner. Rund 6000 Euro, so schätzt er, sind noch einmal erforderlich, um die restlichen Maschinen und die fehlende Ausstattung – u.a. Werkstattheizkessel, Tischfräse oder Späneabsaugung – erwerben zu können. Und wenn er alles beisammen hat, dann will Langner wieder nach Mogilew reisen, um die Werkstatt endgültig betriebsbereit zu machen.

Seine Spender und all die Menschen, die ihn bei seinem neuen Projekt unterstützt haben, hatte Langner jetzt zu einem russischen Abend ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Um sich für die Großherzigkeit der Förderer zu bedanken und um mit einem Vortrag und zahlreichen Dias – perfekt zusammengestellt und vertont von Hermann Gerdes – deutlich zu machen, wie wichtig und wertvoll die Hilfe für die Menschen in Mogilew ist.

Die Gäste dieses Abends, die er – auf eigene Kosten – mit einem typisch weißrussischen Imbiss überraschte, bekamen Geschichten über Land und Leute zu hören, die ihnen einen tiefen Einblick in die Lebensumstände in Belarus vermittelten. Seit 1991 ist Weißrussland selbstständige Republik, hat rund 9,8 Millionen Einwohner und ist ein Agrarland. Kaum ein Normalsterblicher des Landes könne seine Familie mit nur einer Arbeitsstelle ernähren, umschreibt Langner die schwierige Einkommenssituation.

„Mogilew ist gerade zum zweiten Mal in Weißrussland als sauberste Stadt ausgezeichnet worden“, berichtet er weiter. Dort finde man keine weggeworfene Zigarettenkippe auf dem Bürgersteig.

Langner hat in Belarus „ein aufstrebendes Land mit wissbegierigen, freundlichen, gastfreundlichen und hilfsbereiten Menschen“ kennen gelernt – und eine große Dankbarkeit für seine Hilfsaktion erlebt, die er mit der Katholischen Kirche vor Ort verwirklicht. Langner berichtete den Anwesenden auch von seinem Abenteuer, als er im Winter bei Eis und meterhohem Schnee von dem Fahrer eines Kleinlastwagens von Minsk nach Mogilew gebracht wurde.

Zur Finanzierung der noch fehlenden Geräte bittet Langner noch einmal um Unterstützung. Um seine Werkstatt als Hilfe zur Selbsthilfe verwirklichen zu können, hofft er auf Spenden von privater wie von gewerblicher Seite „Jeder Betrag hilft“, so Langner, dessen Engagement und Zähigkeit bei der Verwirklichung seines Vorhabens auch Bürgermeister Jan-Dieter Osmers beeindrucken. „Was Gerd Langner an Energie und Einsatz in dieses Projekt streckt, verdient meine volle Anerkennung“, so Osmers – und betätigte sich während des Infoabends im Dorfgemeinschaftshaus als „Hilfskraft“, indem er für Langner die Folien auf den Tageslichtprojektor legte. Wer die Werkstatt für Jugendliche unterstützen möchte, sollte sich umgehend an Gerhard Langner unter Telefon 04403/3856 wenden.

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