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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Ärger In Edewecht: Hier soll nicht gejagt werden

14.12.2018

Edewecht Ein schönes großes Grundstück mit Bäumen, hohem Gras, Brombeersträuchern und wilden Tieren – das ist der Traum, den Jürgen Chrzon sich in Jeddeloh I verwirklicht hat. Der 58-Jährige liebt es, auf den Wegen des fast zwei Hektar großen Areals zwischen Gestrüpp und Geäst umherzuschlendern und Tiere zu beobachten.

Getrübte Freude

Was Chrzon allerdings die Freude an seinem kleinen Paradies trübt, sind Jäger, die auf dem Grundstück saisonale Treibjagden veranstalten. „Ich habe das Land mit Absicht nicht mehr genutzt, weil ich hier einen Naturraum schaffen wollte, der keine Acker- oder Weidefläche ist“, sagt Chrzon, der als Lagerlogistikleiter arbeitet.

Das Jagdgesetz

Das Bundesjagdgesetz stammt aus dem Jahr 1938. Es ist in den vergangenen 80 Jahren jedoch laufend reformiert und aktualisiert worden.

Geregelt ist, unter Paragraf 6 des Bundesjagdgesetzes, auf welchen Grundstücken gejagt werden darf und wo dies nicht erlaubt ist.

Zu den Grundstücken, die nicht bejagt werden dürfen, zählen zum Beispiel Wohn- und Gartengrundstücke mit Häusern, Sportplätze, Campingplätze oder Friedhöfe.

Erlaubt ist die Jagd dagegen auf Privatgrundstücken, die als Wiese oder forst- und landwirtschaftlich genutzt werden.

Es ist möglich, sein Grundstück zu sogenanntem „befriedeten Gebiet“ (Paragraf 6a Bundesjagdgesetz) erklären zu lassen, auf dem nicht gejagt werden darf. In so einem Fall muss man ethische Gründe nachweisen.

Ein solcher Nachweis ist jedoch nicht einfach zu erbringen und mit einem juristischen Aufwand verbunden.

Früher hätten auf dem Grundstück Pferde gestanden. „Als ich das Reiten aufgegeben habe, hätte ich die Fläche auch verpachten können, das würde zwischen 1000 und 2000 Euro im Jahr einbringen“, sagt der 58-Jährige. Das Geld sei ihm aber nicht so wichtig, er lege mehr Wert auf die Tiere, die auf seinem Land leben. Beobachtet habe er neben Hasen, Kaninchen und Rehen auch eine Ringelnatter, Bussarde, Nilgänse und den sehr seltenen Wiedehopf.

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„Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Tieren. Manche haben sich sogar an uns gewöhnt und sind weniger schreckhaft geworden“, berichtet Chrzon weiter. „Da haben es die Jäger leichter, ihre Beute zu machen, wenn der Hase nicht beim ersten Geräusch flüchtet, weil er an Menschen gewöhnt ist.“

Versucht, die Jagd auf seinem Grundstück zu unterbinden hat er einiges. „Es hat aber leider nicht so richtig geklappt, denn laut Jagdgesetz dürfen die Jagdpächter das Grundstück zur Jagd betreten“, berichtet Chrzon, der in diesem Zusammenhang auch mit der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Ammerland gesprochen hat.

Er habe auch die Jäger selbst gebeten, sein Grundstück nicht zu betreten. „Einige haben den Wunsch respektiert, andere aber nicht.“ Deshalb habe er sich im Rahmen seiner Möglichkeiten überlegt, wie er die Jagd unterbinden kann.

Jäger werden begleitet

„Wenn ich weiß, dass Jäger auf mein Grundstück kommen, fahre ich mit meinem Auto über die Wege oder begleite die Jäger auch. Das kann mir keiner verbieten, solange ich auf meinem Land bin“, erklärt Chrzon, der nicht versteht, warum einige der Jäger seinen Wunsch nicht respektieren.

„Es gibt nur noch wenige Rückzugsorte für Wildtiere. Die meisten Flächen sind bebaut oder werden landwirtschaftlich genutzt. Da bleibt kaum Lebensraum übrig. Ich biete den Tieren, die sich bei mir ungestört aufhalten und sich von hier auch vermehren können, einen Lebensraum, der dann aber gegen meinen Willen bejagt wird“, beschreibt Chrzon die für ihn traurige Situation. So werde sein Vorhaben letztendlich mit Füßen getreten.

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg/Westerstede
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