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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Gewerbegebiet in Friedrichsfehn bleibt ohne Wall

18.09.2019

Edewecht Wieder stand das brisante Thema „B-Plan 195 – westlicher Ortseingang Friedrichsfehn“ auf der Tagesordnung des Edewechter Bauausschusses. Die Ausschussmitglieder hatten sich auf eine ähnlich hitzige Diskussion in der Mensa der Astrid-Lindgren-Schule eingestellt wie in der vergangenen Sitzung im Juni. Da nämlich waren die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) mitsamt weiteren Anwohnern aufgeschlagen und hatten die Verwaltung mit zahlreichen Fragen gelöchert.

Am Montagabend waren die Zuschauerplätze zwar auch besetzt, jedoch deutlich spärlicher. Und das hatte einen Grund: Die BI hatte sich bewusst dazu entschieden, an der Sitzung nicht teilzunehmen, weil sie das Abstimmungsergebnis bereits erwartet hatte. Das teilten die Mitglieder der NWZ im Nachgang mit. Die Initiative plant jedoch eine Infoveranstaltung am Donnerstag, 26. September, ab 19.30 Uhr im Landhaus Friedrichsfehn.

Rita Abel vom Planungsbüro NWP, das den B-Plan 195 planerisch begleitet, brachte alle Ausschussmitglieder auf den neuesten Stand. Im Vergleich zu dem Entwurf im Juni seien die heute besprochenen Unterlagen konkreter. Auch die eingegangenen Einwendungen nach der Auslage seien „im Vergleich zum ersten Durchlauf echt überschaubar.“ Einiges habe sich wiederholt.

Kein Wall am Rande

„Es soll sichergestellt werden, dass Wohnen nur im Obergeschoss erlaubt ist, im Erdgeschoss bleibt Platz für Gewerbe“, legte Abel dar. Anlagen für kirchliche oder kulturelle Nutzung seien nicht zulässig. Als Abel auf den Wall zu sprechen kam, der das künftige Gewerbegebiet nicht nur als Sichtschutz eingrenzen, sondern auch dem Lärmschutz dienen sollte, ging ein Raunen durch die Mensa.

Abel führte nämlich aus: „Es wird keinen Wall geben, da dort ein Entwässerungsgraben entlangführt. Außerdem werden die dort empfohlenen Anpflanzungen sowieso höher wachsen, so dass es den Wall gar nicht mehr benötigt.“ Jörg Brunßen (CDU) reagierte prompt: „Dann sollte man aber Bäume einpflanzen, die schon um die vier bis fünf Meter groß sind. Darunter sollten dichte Hecken und Sträucher eingeplant werden, damit nicht erst Jahre später der Schutz gegeben ist.

„Schwache Abwägung“

Noch deutlicher drückte sich Thomas Apitzsch von der UWG aus: „Ein Wall gehört bei einem solchen Gewerbegebiet einfach dazu.“ Ein solcher hätte viel mehr Wirkung, als ein paar Bäume. „Wenn es sonst irgendwo Erdbewegungen gibt, wird immer eingewallt.“ Auch der von Abel erwähnte Graben stellt für Apitzsch keinen Grund dar: „Den kann man doch versetzen. Das ist wirklich eine schwache Abwägung.“ Er fügte hinzu: „Wer soll denn klagen?“ Daraufhin entgegnete der allgemeine Vertreter der Bürgermeisterin, Rolf Torkel, ohne Umschweife: „Unser Anspruch ist nicht, dass niemand klagt. Wir wollen uns bei diesem B-Plan an die Gesetzmäßigkeiten halten.“

Detlef Reil von den Grünen hatte sich vorbereitet und verlas ein Schriftstück zum Bebauungsplan 195: „Auch wir wollen dem Unternehmen Hilgen als Traditionsbetrieb in Friedrichsfehn die Möglichkeit bieten, sich zu vergrößern. [...] Das geplante Gewerbegebiet ist nun aber viel größer geraten und hat eher den Charakter eines Industriegebiets im Grünen.“ Dass künftig in dem geplanten Gebiet nicht nur Bodenbewegungen, sondern auch andere Gewerbe genehmigt werden könnten, lasse die Mitglieder der Partei „erschaudern“. In der abschließenden Abstimmung war Reil der einzige, der gegen den Vorschlag stimmte. Somit wird er positiv an den Verwaltungsausschuss empfohlen.

Teilgebiet abkoppeln

Im weiteren Verlauf der Sitz­ung beschäftigten sich die Ausschussmitglieder mit dem Bebauungsplan Nr. 197 „Südliche Portsloger Straße“. Mit Wohnungen beplant werden soll der Bereich westlich des Kindergartens in Portsloge. Gemeinde-Mitarbeiter Reiner Knorr führte ein: „Wir haben objektiv und nüchtern die Stellungnahmen abgearbeitet.“ Der Vorschlag: „Ein Teil der Fläche wird vorerst ausgeklammert, dann haben wir ein beschlussfähiges Baugebiet. Wir sind ergebnisoffen.“ Jörg Brunßen begrüßte das: „Niemand will etwas gegen den Willen der Portsloger tun.“

Details noch offen

Knut Bekaan (SPD) zweifelte an, ob die Parkplätze an dem angrenzenden Kindergarten ausreichen werden. „Bei den Hol- und Bringzeiten wird es voll. Wir wollen keine verkehrsbeengte Situation schaffen.“ Außerdem fragte er: „Wollen wir uns eine weitere Erschließung offenhalten?“ Rolf Torkel dazu: „Wir wollen die Flächenverfügbarkeit gewährleisten und nichts verkaufen, was wir später nicht zurückbekommen.“ Christian Eiskamp (CDU) wollte wissen, wie die Zuwegung funktionieren würde. Torkel: „Bevor die Bagger anrücken, können Details noch besprochen werden.“

Detlef Reil fand deutliche Worte: „Wir bauen hier auf der grünen Wiese und verscherbeln unser Tafelsilber. Durch die Bauten wird die Landschaft verschandelt.“ Torkel widersprach: „Wir haben dieses Grundstück explizit zur Erweiterung gekauft.“ Bei der Abstimmung war wieder Reil der einzige, der gegen den Vorschlag votierte, er wurde also angenommen.

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Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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