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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Die Nummer 2 im Ammerland

28.11.2019

Edewecht Es ist schon ein Achtungserfolg, den die Gemeinde Edewecht da hingelegt hat. Von 581 Städten zwischen 20 000 und 75 000 Einwohner ist sie unter den Top-50 gelandet. In den vergangenen Jahren hat sie sich, so das Ergebnis einer Studie zum Thema „verbesserte Lebensbedingungen“, auf dem Papier großartig entwickelt – auf dem Papier deshalb, weil die für das Studienergebnis verantwortlichen Indikatoren ausschließlich solche sind, die sich auch in Zahlen festhalten lassen. Die emotionale Ebene bleibt also außen vor.

Alle anderen Faktoren, die für Menschen Ausdruck von guten Lebensbedingungen sein könnten, wurden nicht berücksichtigt. Das bedeutet, dass sich die tolle Landschaft, das vielfältige Vereinsleben, die gute Nachbarschaft oder die kulturelle Vielfalt, zu der etwa das plattdeutsche Theater gehört, nicht in der Bewertung niederschlagen.

„Für jede Gemeinde gab eine variable Anzahl von zu bewertenden Indikatoren“, erklärt Henner Lüttich, Autor der Studie, „und die mussten im Anschluss je nach Relevanz unterschiedlich gewichtet werden“. Bei der Bewertung Edewechts kamen zwölf von insgesamt 67 dieser Indikatoren zum Tragen. Denn: Eine Universität, eine ICE-Anbindung oder einen Seehafen gibt es an Aue und Vehne nun mal nicht.

Faktor Baugebiete

Ein Indikator, der für die untersuchten „verbesserten Lebensbedingungen“ in Edewecht allerdings von zentraler Wichtigkeit ist, ist der Einwohner-Anstieg der vergangenen fünf Jahre. Während der deutsche Mittelwert bei 2,5 Prozent liegt, ist Edewecht in diesem Zeitraum um 4,2 Prozent gewachsen. Das sind fast 1000 Einwohner mehr. Klar, es gibt auch noch extremere Ausreißer nach oben – wie das sächsische Döbeln, das mit einem Plus von 14 Prozent an der Spitze liegt.

Zuzug bedeutet Attraktivität, und die ist nüchtern betrachtet gut für eine Gemeinde – aus den verschiedensten Gründen: Mehr Menschen konsumieren mehr, geben entsprechend mehr Geld vor Ort aus, nutzen mehr Freizeiteinrichtungen. Mehr Menschen verdienen mehr Geld, bauen mehr Häuser und Wohnungen, spülen also mehr Steuergelder in die Gemeindekasse. Dass Zuwanderung aber auch Probleme mit sich bringen kann, ist für die Studie zunächst einmal unerheblich.

Zuzug kann sich aber sehr wohl auch negativ auswirken, weil immer neue Wohngebäude errichtet, also Flächen versiegelt werden müssen, weil immer mehr Fahrzeuge die Straßen verstopfen und sich Zuzug eben nicht nur auf die Ausweisung weiterer Baugebiete beschränken darf. Er hat immer auch zur Folge, dass sich Infrastrukturen anpassen müssen, was mit weiterem Flächenverbrauch einhergeht.

Davon abgesehen, müssen Neubaugebiete auch nicht zwangsläufig bedeuten, dass sich automatisch eine Gemeinschaft vergrößert, nur weil die Bevölkerung wächst. Die Dörfer rund um Edewecht, die mit großen Neubaugebieten konfrontiert wurden, wissen wohl nur zu gut ein Lied davon zu singen. Denn die Neubürger ließen und lassen sich eben nicht so einfach integrieren, wie es manchem lieb wäre.

Und dennoch: Bautätigkeit wird in der Studie als etwas sehr Positives gewertet, denn die spricht nicht zuletzt für relativen Wohlstand, für wirtschaftliche Schaffenskraft. Im Falle von Edewecht liegen sowohl die Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser als auch die für Wohnungen deutlich über dem Bundesschnitt.

Noch frappierender ist allerdings der Neubaubedarf an Wohnungen bis zum Jahr 2030: Liegt der Bundesschnitt hier bei 28 Einheiten pro 1000 Einwohner, so liegt er in Edewecht mit 42 deutlich darüber.

Sicherheit

Der erwähnte Wohlstand drückt sich aber auch in der Arbeitslosenquote aus. Hier liegt Edewecht mit nur 2 Prozent ziemlich gut im Rennen. Nicht so gut wie Spitzenreiter Vaterstetten in Bayern (1 Prozent), das im Ranking Platz 20 belegt, aber deutlich unter dem Bundesschnitt (3,19 Prozent). Weiterhin liegt die Entwicklung des verfügbaren Einkommens mit einem Plus von 6,8 Prozent Zuwachs zwar knapp unter dem deutschen Schnitt, doch die Kurve zeigt dennoch deutlich nach oben – es ist Geld, das für Konsum oder zum Sparen zur Verfügung steht.

Zum Schluss gehört zu den analysierten „guten Lebensbedingungen“ die Sicherheit, und zwar nicht nur die gefühlte, sondern auch die tatsächliche. Hier ist Edewecht mit einer Kriminalitätsrate von 3,9 pro 100 Einwohner besser als der Bundesschnitt (5,5).

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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