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Pflege: Gemeinsam gegen die Einsamkeit

05.01.2013

Klein Scharrel Davon, die Hände in den Schoß zu legen und es ruhig angehen zu lassen, hält Gerda Kahle gar nichts. Gerade hat die 67-Jährige ihr neuestes Projekt erfolgreich angeschoben: Am 1. Januar dieses Jahres eröffnete die „Powerfrau“ am Schafdamm 60 in Klein Scharrel die Tagespflege-Einrichtung „Eekenhoff Centrum“. Fünf Mitarbeiterinnen, darunter auch Gerda Kahles Tochter Insa, werden sich in dem senioren- und behindertengerecht umgebauten Gebäude mit wohnlichem Charakter um die (bis zu zwölf) Gäste kümmern.

Idee gibt es seit langem

Die Idee, eine Tageseinrichtung für Menschen anzubieten, die auf Pflege und Betreuung angewiesen sind und statt einsamer Tage schöne Stunden in der Gemeinschaft verbringen möchten, hatte Gerda Kahle schon lange. Mit dem Thema „Betreuung von hilfs- und pflegebedürftigen Menschen“ hatte sie sich vor rund acht Jahren schon zusammen mit anderen ehemaligen Mitgliedern des lutherischen Gemeindekirchenrates Edewecht intensiver beschäftigt. Damals hatte man überlegt, eine solche Einrichtung an die Kirche „anzubinden“, doch das ließ sich nicht umsetzen.

Ganz aus den Augen verlor die 67-Jährige das Projekt Tagespflege jedoch nicht. In Klein Scharrel, wo die Jeddeloher Gerda und Gerold Kahle seit einigen Jahren am Schafdamm einen Fachwerkhof bewohnen, ergab sich die Gelegenheit, das benachbarte Haus zu kaufen, das zunächst als Wohnraum genutzt wurde. Jetzt wurde das Gebäude senioren- und behindertengerecht zu einer wohnlichen Tagespflegeeinrichtung mit Aufenthaltsräumen, Küche, Diele, Bad sowie einen Ruhe- und Therapierraum umgebaut. Im Mai vergangenen Jahres begann die konkrete Vorbereitungsphase für das Projekt „Eekenhoff Centrum“, Fachpersonal wurde gesucht und gefunden; zum Team gehört unter anderem auch Tochter Insa Kahle, die sich zur Betreuerin für Demenzkranke ausbilden ließ.

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Mit dem plattdeutschen Namen für Eichenhof wolle man, so Gerda Kahle, auch die Verbundenheit zum Ammerland und seiner schönen Natur dokumentieren.

„Ich selbst bin in einer großen Mehrgenerationenfamilie aufgewachsen und habe es immer genossen, dass man mit anderen zusammen war. Gemeinsam statt einsam heißt deshalb auch das Motto für das Eekenhoff Centrum. Viele hilfs- und pflegebedürftige Menschen aller Altersstufen werden zwar zu Hause versorgt und möchten – solange es irgendwie geht – in ihren eigenen vier Wänden leben, aber das Soziale bleibt häufig auf der Strecke.“

„Soziale Kontakte sind jedoch für pflege- und hilfsbedürftige Menschen und insbesondere auch für deren pflegende Angehörige von besonderer Bedeutung“, sagt Dietlinde Lehmann, Pflegedienstleiterin im Eekenhoff-Centrum. Auch für den Gesetzgeber erhalte das Soziale einen immer höheren Stellenwert. Leistungen, die das Eekenhoff-Centrum böte, könnten im Rahmen der jeweiligen Pflegestufe mit dem Pflegekassen abgerechnet werden. Doch auch Menschen ohne Pflegestufe könnten betreut werden, hier berate man gerne.

Abends nach Hause

„Unsere Tageseinrichtung können z.B. chronisch Kranke, Senioren mit seelischen oder altersbedingten Handicaps, körperlich Behinderte oder Senioren, die aus verschiedenen Gründen betreut werden müssen, an einzelnen Tagen oder auch regelmäßig besuchen“, ergänzt Gerda Kahle. Die Kernzeit der Betreuung läge tagsüber von 8 bis 17 Uhr. Man frühstücke und esse gemeinsam, werde individuell medizinisch und pflegerisch versorgt, könne neue Kontakte knüpfen und pflegen und mit der und durch die Gemeinschaft allerlei erleben. Abends fahre man wieder nach Hause. Ein Fahrdienst werde vom Ekenhoff Centrum auch angeboten.

„Ich glaube, dass sich durch den demografischen Wandel viele neue Formen von Betreuung ergeben“, sagt Gerda Kahle. Tagespflege in einem ländlichen Umfeld sei eine davon.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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