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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Gewinne spielen nur kleine Rolle

09.09.2015

Rastede Unsere Lebensmittel, unsere Landwirtschaft, unsere Zukunft. Was erst einmal recht simpel klingt, hat eine tiefere Bedeutung: Es ist das Motto der Informationsveranstaltung „Solidarische Landwirtschaft“.

„Wir haben die solidarische Landwirtschaft aber nicht erfunden“, lenkt Horst Dormann ein – er ist Mitglied der Gruppe Zukunftsbürger, die sich in Rastede gebildet hat. Gemeinsam mit dem NABU (Naturschutzbund), dem BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz), ABL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft), der ALSO (Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg) und der Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West haben die Zukunftsbürger die Veranstaltung vorbereitet.

Worum es dabei geht? Horst Dormann versucht es zu erklären. „Die eine solidarische Landwirtschaft gibt es nicht.“ Es gebe viele Varianten davon. In der Praxis kann es jedoch, grob gefasst, so erklärt werden: Ein Landwirt in der Umgebung, beispielsweise Rastede, produziert nicht mehr für die großen Abnehmer, sondern für Händler vor Ort. Er fixiert sich nicht nur auf ein Produkt, sondern produziert Milch, Eier, Kartoffeln und weitere Lebensmittel – aber eben nicht mehr so viel.

Im Gegenzug dazu kann sich der Landwirt sicher sein, dass seine Produkte von bestimmten Abnehmern gekauft werden. Dies schaffe vor allem Transparenz, weist Dormann hin. Der Kunde könne direkt sehen, wo seine Ware herkommt, wie sie produziert wird, und weshalb es möglicherweise mal zu Schwierigkeiten bei einer Lieferung kommen könnte.

„Es geht nicht um den Profit, sondern um die Produkte“, erklärt Horst Dormann.

Doch ehe solch eine solidarische Landwirtschaft überhaupt entstehen kann, muss die Frage geklärt werden, ob es seitens sowohl der Landwirte als auch der Kunden und Händler Interesse gibt. Das soll die Informationsveranstaltung klären.

Dazu werden Ottmar Ilch­mann, stellvertretender Bundesvorsitzender der ABL, Wolfgang Stränz und Dr. Tobias Hartkemeyer jeweils einen Vortrag halten. Themen sind dabei die aktuelle Situation der bäuerlichen Betriebe und das Netzwerk „Solidarische Landwirtschaft“. Darauf aufbauend werden die Anwesenden über alternative Möglichkeiten der regionalen Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Verbraucher diskutieren.

Wer Interesse hat, kann sich am kommenden Montag, 14. September, um 19.30 Uhr in den Hof von Oldenburg an der Oldenburger Straße 199 einfinden.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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