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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Wo die Weihnachtsgänse wachsen . . .

10.11.2018

Gristede Wo wachsen sie denn im Ammerland eigentlich, die Martins- und Weihnachtsgänse? Die Antwort ist eindeutig: Vor allem auf dem Eytjehof der Familie Eyting in Gristede. Seit gut 30 Jahren werden dort Hausgänse großgezogen – als Festschmaus für die dunkle Jahreszeit, verkauft fast nur an private Kunden.

Dort treten die Vögel – mit ordentlichem Körpergewicht – dann auch ihren letzten Gang an. So wie derzeit, denn Sonntag ist Martinstag, der wie Weihnachten traditionell bei vielen Menschen Gänsebratentag ist. „Wir schlachten längst“, sagt Arnd Eyting – und räumt ein, dass die Mitarbeiter, die etwa beim Rupfen oder Ausnehmen der Vögel helfen, nicht auch zwingend mitmachen wollen, wenn’s ums Töten der Tiere geht. Deshalb müssen derzeit vor allem er selbst und ein weiterer Mitarbeiter ’ran.

400 Gänse hat der Betrieb in dieser Saison großgezogen – ein Geschäft, das für die Familie nur eines von mehreren wirtschaftlichen Standbeinen bei der Direktvermarktung ist. Damit ist der Hof auch nach Angaben des Veterinäramtes des Landkreises der einzige im Ammerland, der aktiv und in dieser Größenordnung Gänsemast betreibt.

Die Jungvögel werden im Juni von einem anderen Betrieb geliefert, berichtet Eyting. Er ist auf dem Hof auch zuständig für die Gänse. „Die sind dann drei Wochen alt und wiegen gerade mal 300 Gramm“, erzählt er. Mehrere Hausgans-Rassen kommen dabei in Gristede an. Das Geschlecht ist egal, Gans und auch Ganter sind geeignet.

Die Gänse können sich – wenn sie etwas größer geworden sind, auf gut fünf Hektar Grünfläche frei bewegen. Nur nachts, da werden sie in einem Freigehege gehalten, das mit einem Elektrozaun geschützt ist. „Damit der Fuchs die Gans nicht stehlen kann“, spielt Eyting auf eines der ältesten Kinderlieder im deutschsprachigen Raum an. Schließlich liegt der Betrieb auf dem Land, da gibt es eben auch den Fuchs – oder andere Räuber wie Kolkraben oder Greifvögel, die zumindest ganz jungen Gänsen durchaus den Garaus machen könnten. Die jedoch werden zunächst im Stall gehalten, berichtet der Gristeder – schon wegen der Witterung, „denn Regen vertragen ihre Daunen nicht so gut.“

Wenn sie dann größer sind und allmorgendlich ins Freie gelassen werden können, ist das Schnattern und Flügelschlagen jeweils groß, berichtet Eyting. Dabei bleibt’s dann aber auch: Hausgänse sind zwar grundsätzlich flugfähig, machen von dieser Fähigkeit aber sehr selten Gebrauch, weiß man auch beim Veterinäramt – insbesondere, wenn die „Rahmenbedingungen“ für diese gruppenfreudigen Vögel stimmen. Abends jedenfalls kommen sie ganz von allein zurück zum Gehege – „und das dann auch wirklich im Gänsemarsch“ sagt der Produzent.

Gefüttert werden sie jeweils einen Monat zu Beginn und am Ende ihres Daseins in Gristede mit selbst angebautem Hafer und angekauften Getreidemischungen. Dazwischen gibt’s das, was das Grünland hergibt. „Dort halten sich die Gänse auch lieber auf als im Stall“, weiß Eyting. Wenn dann aber alle Jubeljahre die Geflügelpest grassiert, dann muss auch er seine Vögel vorsichtshalber aufstallen. „Und das bedeutet für sie meist Stress“, sagt Eyting: „Dann verlieren die Gänse durchaus an Gewicht.“ Bei einem Kilopreis von 14,90 Euro kann das bei 400 Tieren schon ordentlich ins Geld gehen.

Immerhin: Je nach Rasse kann eine schlachtreife Gans bis zu acht Kilo Lebendgewicht auf die Waage bringen. Da bleibt einiges für den Festtagsbraten übrig. Und der macht in dieser Größenordnung locker acht Personen satt, weiß der Fachmann.

Schon im September gehen die ersten Bestellungen in Gristede ein. An den Kragen geht’s den Gänsen aber erst ab November. Gut 60 von ihnen werden dann zu Martinsgänsen, die übrigen werden besonders an den Tagen unmittelbar vor dem Weihnachtsfest geschlachtet – gut 70 Vögel täglich.

Und kein einziger Vogel bleibt in der Regel übrig nach dem Fest. „Das ist wie mit den Weihnachtsbäumen: Die will nach den Festtagen auch keiner mehr kaufen“, sagt der Landwirt.

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