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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Gründung „Sternstunde par Excellence“

18.08.2009

RASTEDE Für Michael Kusch, geschäftsführender Pfarrer in Rastede, ist die Gründung der Rasteder St. Ulrichs-Kirche „nicht nur die erste, sondern die Rasteder Sternstunde par Excellence – ohne sie hätte es keine Rasteder Kirchspielsgemeinde, keine Rasteder Gemeinde-Identität gegeben“. So steht die vor 950 Jahren gegründete St. Ulrichs-Kirche im Mittelpunkt des Rasteder Jubiläumsjahres – und findet in den nächsten Tagen und Wochen bei zwei Veranstaltungen besonders große Aufmerksamkeit. Sie ist beteiligt am kommenden Sonnabend, 22. August, an der „Langen Nacht der Kirchen“. Am 11. September folgt der ökumenische Festgottesdienst zum 950jährigen Bestehen der St. Ulrichs-Kirche.

Huno, bekannt als Graf, möglicherweise war er aber auch „nur“ ein Edelmann aus dem Raum Ammensleben bei Magdeburg, und seine Frau Willa, durften 1059 die Kirche bauen, ermächtigt von Erzbischof Adalbert von Bremen und Hamburg – mit der Maßgabe, die zwei Jahre ältere Sendkirche in Wiefelstede (St. Johannes-Kirche), „nicht zu kränken“.

Dörfliches Leben gab es in Rastede auch schon vorher, doch mit der Kirchenstiftung gewann der Gemeindezusammenhang eine höhere Qualität.

Das erst recht, als 1091 das Benediktinerkloster in Rastede gegründet wurde – und der Residenzort über Jahrhundert geistiges und kulturelles Zentrum der Region bildete.

Zu den weiteren wesentlichen Daten der Kirchengeschichte in Rastede gehören 1250 die Schaffung des Taufsteins, 1498 der Guss der ältesten Glocke, 1524 die erste lutherische Predigt durch den ehemaligen Benediktinermönch Oltmann Kröger, 1612 Gestaltung der Kanzel durch Ludwig Münstermann. 1636 fertigte Lucretia de Saint Simon das Altarretabel, 1696 folgten die Bemalung der Decke und der Einbau der Empore. 1744 wurde Sophie Eleonore von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck in der Krypta bestattet. 1774 wurde die Bemalung der Empore vollendet.

1909 erhielt die Kirche neue Fenster im Chorraum. 1950 wurde der Grundstein der katholischen Kirche St. Marien gelegt, 1956 die St. Johannes Kirche in Lehmden gegründet, 1958 die Willehad-Kirche in Wahnbek. 1959 wurden bauliche Veränderungen in der St. Ulrichs-Kirche durchgeführt: Erweiterung des Zugangs zum Chorraum und Stiftung des St. Ulrichs-Fensters. Der Einbau der Alfred-Führer-Orgel erfolgte 1970.

Eine bewegte Vergangenheit hat der Kirchenturm. Er stürzte häufig ein, nämlich 1599, 1653, 1663 und 1718. Nach dem Orkan am 13. November 1972 mussten der Helm erneuert und auch das Kirchenschiff neu gedeckt werden.

Immer wieder wurde die Kirche im Laufe der Jahrhunderte umgebaut. So wurde im 15. Jahrhundert anstelle einer halbrunden Apsis das Chorhaus angebaut. Noch heute sieht man an der Südmauer ein zugemauertes Hagioskop oder Pestfenster, durch das vom Gottesdienst Ausgeschlossene einen Blick auf den Altar werfen und die Messfeier verfolgen konnten.

Im Turmraum fällt besonders der aus Sandstein geschaffene Deckel eines so genannten Tischgrabes des am 4. September an der Pest gestorbenen Grafen Moritz II. von Oldenburg auf.

Eine Besonderheit ist die Krypta, „der größte Schatz der St. Ulrichs-Kirche“ und einzigartig für eine Pfarrkirche im nordwestdeutschen Raum. Sie diente den Kirchenstiftern als Privatkapelle. Die Krypta ist auch bekannt als „ein Stück Himmel auf Erden“.

(Quelle: „Rasteder Sternstunden“, herausgegeben im Auftrag der Gemeinde von Michael Kusch, erschienen im Isensee-Verlag Oldenburg)

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