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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Husbäker gegen Windpark am Vehnemoor

28.03.2014

Edewecht Mit großer Mehrheit (95 Prozent) haben sich Anwohner der Breslauer Straße in Husbäke gegen einen möglichen Windpark in ihrer Nachbarschaft am Husbäker Hogenset ausgesprochen. Listen mit 67 Unterschriften sowie schriftlich formulierte Argumente gegen 200 Meter hohe Windkraftanlagen auf Flächen, die direkt ans „Barwische Meer“ des Vehnemoores grenzen, wurden nun von einer großen Husbäker Delegation im Edewechter Rathaus übergeben. Das Gelände am Hogenset („Südlicher Küstenkanal“) gilt nach der Ammerländer Potenzialstudie als besonders geeignet für Windkraftanlagen.

Der Husbäker Matthias Elsner, der mit Horst Götz, Dieter Steiner und Sven Schulteis federführend den Widerstand gegen einen Windpark am Naturschutzgebiet Vehnemoor organisiert, betonte, dass die Anwohner der Breslauer Straße nicht grundsätzlich gegen Windkraft seien. Es gäbe in Deutschland jedoch unzählige, unkritische Windenergiestandorte, doch es gäbe nur ein Vehnemoor mit seiner Einmaligkeit und Artenvielfalt, das man für die Nachwelt erhalten wolle.

„Infos aus der Zeitung“

Durch einen Windpark direkt neben dem etwa 1700 Hektar großen Naturschutzgebiet sei eine hoffnungsvolle Entwicklung zu einer weiten Moorlandschaft gefährdet, wird argumentiert. Die inzwischen wiedervernässten Flächen des Moores zeichneten sich durch viele schützenswerte Pflanzen und Tiere aus und hätten sich zu einem Zugvogelrastplatz von internationaler Bedeutung entwickelt. Weitere Unterschriften gegen einen möglichen Windpark würden noch in anderen Teilen Husbäkes gesammelt.

Bedauerlich sei es, so Elsner weiter, dass man erst in einem Bericht über den „Kleefelder Frühschoppen“ im März 2014 aus der Zeitung erfahren habe, dass der Hogenset eine von zwei möglichen Windparkflächen im Gemeindegebiet sei. Man wisse inzwischen, dass es schon seit längerem Anträge gäbe, an verschiedenen Standorten Windenergieanlagen zu bauen.

Wie Bürgermeisterin Lausch sagte, stünde das Verfahren ganz am Anfang, Entscheidungen über mögliche Windparks seien noch nicht gefallen. Für das Ammerland sei zwar eine Windpotenzialstudie erarbeitet worden, doch mit konkreten Standorten habe sich die Edewechter Politik nicht beschäftigt. Das geschehe erst in der Bauausschusssitzung am 28. April. Bislang habe man lediglich über die Windpotenzialstudie und Abstandsreglungen für Windkraftanlagen beraten. Nun sei es an den Ratsfraktionen, ihre Positionen zum Thema Windkraft darzustellen.

Beim „Kleefelder Frühschoppen“ habe sie, Lausch, darauf hingewiesen, dass in der Potenzialstudie überhaupt nur zwei Flächen in der Gemeinde in Frage kämen: am Hogenset in Husbäke und in Westerscheps-Lohorst. Die dritte Fläche im Grenzgebiet zu Bad Zwischenahn (Portsloge) habe sich erledigt, weil in Bad Zwischenahn die Entscheidung getroffen worden sei, keine weitere Windkraftanlagen zu errichten, bis die notwendigen Trassen für den Transport der Windenergie existierten. Ob in der Gemeinde Edewecht überhaupt weitere Windparks entstünden, entscheide der Gemeinderat.

„Investor hat Interesse“

Wie der Husbäker Sven Schultheis betonte, seien die Pläne eines Windparks am Hogenset doch nicht aus der Luft gegriffen. Ein Investor wolle dort sechs bis acht jeweils 200 Meter hohe Anlagen errichten und habe deshalb in der Vergangenheit bereits eine über ein Jahr dauernde Untersuchung der Flora und Fauna in Auftrag gegeben. Reiner Knorr von der Gemeinde Edewecht bekräftigte, dass noch keine Entscheidung gefallen sei und dass es das unternehmerische Risiko des Investors sei, vor Beschlüssen des Rates zu handeln.

Wie Matthias Elsner weiter ausführte, seien viele Husbäker frustriert darüber, dass die Politik die Bürger nicht bereits bei der Überlegung für einen Windpark am Hogenset mit ins Boot genommen habe. Das erwarte man von Kommunalpolitikern. Ein Beispiel für Bürgernähe sei die Edewechter Landtagsabgeordnete Sigrid Rakow, die auf einen Brief der Husbäker hin sofort zu einem Ortstermin gekommen sei. Man habe konstruktiv miteinander diskutiert. Rakow sowie die niedersächsischen Minister Wenzel und Meyer waren um Unterstützung gebeten worden. Rakow habe ihnen auch mitgeteilt, dass es beim Landeskreistag und im Landesumweltministerium neue Überlegungen und Empfehlungen zu Abstandsregelungen zwischen Windkraftanlagen und z.B. Brutvogelgebieten gäbe, die weit, weit höher als die bisherigen 200 Meter lägen.

Doris Grove-Mittwede
Redakteurin
Redaktion Westerstede
Tel:
04488 9988 2605

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