• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

„In fünf Jahren mit allem durch“

04.10.2012

Querenstede /Rostrup Auf viele Fragen der Ausschussmitglieder antwortete Architekt und Stadtplaner Axel Arthur Schmidt recht eintönig: „Das kann ich Ihnen noch nicht genau sagen“, hieß es zu Anzahl der Betten, zum Betreiber, zu möglichen Kooperationen (etwa mit dem Golfclub), zur Indikation der vorgesehenen Klinik und einigem mehr. Da erst seit Vertragsunterzeichnung Mitte August verhandelt werde, liefen die meisten Gespräche noch.

Was Schmidt, der auch einer von fünf Kommanditisten der projektbezogen gegründeten „Palais am Meer GmbH & Co. KG“ ist, dem Ausschuss für Planung, Energie und Umwelt sowie gut 100 Bürgern am Dienstagabend in der „Querensteder Mühle“ vorgestellt hat, war das so genannte Städtebauliche Konzept für die Nachnutzung der früheren Bundeswehrliegenschaft am Westufer des Zwischenahner Meeres.

Familienhotel

InformationsAbend

Eine Einwohnerversammlung ist für Donnerstag, 18. Oktober, geplant. Dann soll die Öffentlichkeit in der Aula der Berufsbildenden Schulen in Rostrup noch einmal ausführlich über die Planungen informiert werden. Die Versammlung soll um 19.30 Uhr beginnen. Eine Beschlussfassung des Rates soll unter Berücksichtigung der Ausschusssitzung und der Einwohnerversammlung erfolgen.

Am detailliertesten sind die Vorstellungen zur Architektur und zur grundsätzlichen Ausrichtung der Hotel-Anlage mit Ferienwohnungen und -häusern. So solle „an die deutsche Badkultur angeknüpft werden“, verwies Schmidt auf Architektur der Ostseebäder. Neue Besuchergruppen sollen durch die Ausrichtung als „Familienhotel im 4-Sterne-Segment à la Robinson-Club oder Aldiana“ in den Kurort gelockt werden. Schmidt betonte allerdings, dass Verhandlungen mit möglichen Betreibern noch liefen.

Geplant sei ein Hotel mit 200 bis 250 Zimmern (inklusiv 50 Zimmer in einer angegliederten Klinik). Hinzu kommen sollen 190 Ferienwohnungen und 23 Ferienhäuser. Eine Gesamtbettenzahl nannte Schmidt nicht. Als Betreiber sei „Ecos-Center“ im Gespräch, eine Gesellschaft, die komplette Büros vermietet. Aber auch mit möglichen anderen Betreibern liefen Gespräche. Zudem sei ein Seminar- und Veranstaltungsbereich für bis zu 500 Menschen geplant. Entstehen sollen so in Rostrup „deutlich über 100 Arbeitsplätze“.

Für eine Investition in Bad Zwischenahn spreche die Entwicklung des Tourismus mit abnehmenden Flugfernreisen. „Wir sehen in Bad Zwischenahn ein beträchtliches Potenzial.“

Auf Nachfrage betonte der Planer, dass „die gesamte Maßnahme in einem Zuge erstellt wird“. Zu einem groben Zeitplan gefragt, meinte er: „In fünf Jahren sind wir mit allem durch.“ An eine rund zweijährige Planungs- und Genehmigungszeit würde sich eine rund dreijährige Bauzeit anschließen. Ob die gesamten Immobilien im Eigenbestand der Gesellschaft blieben, sei auch vom Betreiber abhängig.

Auch sei die Bonität gesichert, meinte Schmidt, ohne konkrete Zahlen vorzulegen: „Ich habe keine Brief der Bank in der Tasche. Aber unser Konzept ist nachhaltig. Wir sehen keine finanziellen Probleme.“ Zum Gesamtvolumen der Investition äußerte er sich nicht, widersprach aber den von Maria Bruns (CDU) genannten 60 bis 80 Millionen Euro nicht. Die „Palais am Meer GmbH und Co. KG“ hat ein Gründungskapital von eine Million Euro.

Kooperationen denkbar

Offen zeigte sich Schmidt für Kooperationen. Auch eine Übertragung von Flächen im Landschaftsschutzgebiet abseits der genutzten Flächen an die Gemeinde könne man sich vorstellen. „Wir gehen nicht irgendwo hin, um Verdrängungswettbewerb zu betreiben“, setze die Gesellschaft auf ein gutes Miteinander. Einer Zusammenarbeit mit der Kurbetriebsgesellschaft als Klinikbetreiber erteilte deren Geschäftsführer Peter Schulze allerdings eine klare Absage: „Wir haben kein Interesse, dort aktiv zu werden.“ Schulze bezweifelte, dass eine Klinik mit 50 Zimmern wirtschaftlich zu betreiben sei.

Während Maria Bruns bei allen offenen Fragen die grundsätzliche Investitionsbereitschaft begrüßte, hielt sich Karl-Heinz Hinrichs (SPD) wegen der fehlenden Daten mit einer Bewertung noch zurück. Und: „Wir müssen auch hinterfragen, ob sich alles realisieren lässt.“ Edgar Autenrieb (Grüne) bemängelte „ein breites Unwissen“. Die sich anbahnenden 1000 bis 1400 Betten überträfen die schlimmsten Befürchtungen. Jan Hullmann (UWG) bemängelte, dass mit dem vorliegenden Konzept das Problem der schlechten Winterauslastung in der Hotellerie nicht verbessert werde. Und für Horst-Herbert Witt (FDP) widerspricht die Bäderarchitektur der Ausrichtung als Familienhotel. Bürgermeister Arno Schilling betonte, dass es eine „erste Vorstellung“ der Ideen sei. „Das Konzept ist noch nicht so weit, dass wir damit in die Beratung gehen.“


Ein Spezial zu dem Thema unter   www.nwzonline.de/bundeswehr-zwischenahn 
Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

Weitere Nachrichten:

Querensteder Mühle | CDU | SPD | Grüne | UWG | FDP

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.