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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

„Infraschall wie flackernde Birne“

02.11.2015

Apen Über ein „volles Haus“ freuten sich die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Wind Watchers“ Apen/Klauhörn/Ihorst, die zum Informationsabend „Windenergie“ in die Aper Schule eingeladen hatten. Wie berichtet hatte die BI die Veranstaltung angeboten, nachdem die Mitglieder erfahren hatten, dass der geplante Windpark Klauhörn doch noch nicht vom Tisch sei. Die CDU/SPD-Mehrheitsgruppe im Aper Rat hatte zwar entschieden, die Windparkplanung in der Gemeinde Apen nicht weiter voranzutreiben. Gleichwohl hatte Bürgermeister Matthias Huber „aus Gründen der Fairness“ den Windparkgegnern mitgeteilt, dass der Gemeinderat für diesen Dienstag, 3. November, nichtöffentliche Treffen mit den Gegnern und den Befürwortern plane. Beide Gruppen sollten unabhängig voneinander, ohne dass die jeweils andere Gruppe dabei sein dürfe, nichtöffentlich ihre Argumente vorstellen.

Bei der Informationsveranstaltung in der Aper Schule, an der nach Angaben der BI auch Ratsmitglieder und Bürgermeister Matthias Huber teilnahmen, hörten die rund 200 Gäste mehrere Vorträge.

Matthias Elsner, Vorsitzender des Landesverbandes „Vernunftkraft Niedersachsen“, sagte nach BI-Angaben, dass die Windenergie nur 1,5 Prozent zum Gesamtenergiebedarf und etwa 9 Prozent zum Strombedarf beitrage. Die Hauptprobleme bei der Windenergie seien die fehlenden Energiespeicher und die nicht vorhandenen Stromtrassen. In den nächsten 20 Jahren sei nach Ansicht von Elsner keine Speichermöglichkeit für Strom aus Windkraft in Sicht; fünf bis zehn Jahre werde es noch dauern, bis die Süd-Link-Trasse fertig sei. Bis dahin würden jährlich eine Milliarde Euro zum Fenster hinaus geworfen, da der von Winkraftanlagen produzierte Strom nicht genutzt werden könne. Da der Wind nicht ständig wehe, werde man immer in Deutschland ein zweites Energiesystem (Kohlekraftwerke) benötigen; insofern könne von einer Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes keine Rede sein.

„Jetzt innehalten“

Nach Angaben von Elsner betrage der Anteil an regenerativer Energie bei der Stromproduktion im Ammerland bereits 43 Prozent; der Landkreis strebe bis 2020 jedoch 50 Prozent an. Elsner forderte ein „Innehalten“ und eine sinnhafte Planung, weil so vieles bei der Energiewende im Argen liege.

Eine Energie, die man nicht nutzen könne, mache keinen Sinn, so der Aper Arzt Dr. Armin Niemann. Auch wenn die Geräusche von Windkraftanlagen wegen ihrer tiefen Frequenzen nicht hörbar seien, würden sie doch vom Gleichgewichtsorgan und vom Gehirn wahrgenommen, sagte der Mediziner zum Thema Infraschall. Dessen periodische Schallwellen verglich Niemann mit einer ständig flackernden Glühbirne. Infraschallwellen könnten zu gesundheitlichen Störungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Tinnitus, Nervosität und Schlafstörungen führen.

„Alte TA Lärm gilt“

Dass der Schall von Windkraftanlagen sich nicht nur über die Luft, sondern auch über den Boden durch die Schwingungen der (200 Meter) hohen Anlagen ausbreite, stellte Professor Dr. Lothar Meyer (Initiative Vernunftkraft) heraus. So würden die Schallwellen und Vibrationen noch in vielen Metern Entfernung fühlbar sein. Meyer verwies darauf, dass die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm), die vor 20 Jahren entwickelt wurde und derzeit überarbeitet werde, heute noch gültig sei. Töne unter 100 Hertz, wie von Windkraftanlagen, würden derzeit nicht mit erfasst. Nach der jetzigen Rechtslage könnten tiefe Töne des Infraschalls bei der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung noch immer ignoriert werden.

Nach den Ausführungen fand eine Diskussion statt.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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