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Aktualisiert vor 4 Minuten.

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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Bei Brötje Handel summt und brummt es

22.05.2019

Ipwege Die Geschichte mit den Bienen beginnt am 20. Juli 2017. In Bremen werden an diesem Tag über 40 Völker mit mehr als zwei Millionen Bienen in Autos verladen und auf die Reise geschickt. Mehrere Fernsehsender sind dabei und begleiten diesen ungewöhnlichen Bienen-Transport.

„Am nächsten Morgen habe ich mich dann im Fernsehen gesehen“, erinnert sich Bernd Reinke. Der 58-Jährige ist der Geschäftsführer der G.U.T.-Gruppe (siehe Info-Kasten), zu der auch Brötje Handel im Industriegebiet am Autobahnkreuz Oldenburg-Nord in Ipwege gehört. Dort steht heute – hinter einer großen Lagerhalle – einer der Kästen, die im Juli vor zwei Jahren von Bremen aus verteilt wurden.

Über die G.U.T.-Gruppe

Unter dem Dach der G.U.T.-Gruppe haben sich erfahrene Familienunternehmen des deutschen Großhandels für Gebäudetechnik zusammengeschlossen. G.U.T. steht für Gebäude- und Umwelttechnik.

Am 1. Dezember 2008 startete die G.U.T.-Gruppe mit 19 Partnerhäusern. Inzwischen liegt die Mitarbeiterzahl bei rund 2400, die Zahl der Partnerhäuser bei 48. Die Gruppe ist an mehr als 220 Standorten vertreten.

„Damals kam das Thema gerade hoch“, sagt Reinke und fügt hinzu: „Auf einmal merkten die Leute, dass die Windschutzscheiben der Autos im Sommer nicht mehr dreckig waren.“ Plötzlich war die Aufmerksamkeit vorhanden, die Menschen sprachen über das Insektensterben.

Die G.U.T.-Gruppe hatte da schon Kontakt zum Unternehmen „Bee-Rent“ aufgenommen, das sich damals in Bremen befand und heute in Ganderkesee sitzt und bei dem Firmen, Vereine und Privatpersonen Bienenvölker leasen können. „Je nach Laufzeit kostet das 180 bis 200 Euro im Monat“, sagt Lennart Stubbemann. Der Imker betreut für „Bee-Rent“ auch das Bienenvolk bei Brötje Handel in Ipwege.

„Zehn bis fünfzehn Mal komme ich im Jahr vorbei und überprüfe, ob alles in Ordnung ist“, sagt Stubbemann. Auch an diesem Tag schlüpft er in seinen Imkeranzug, öffnet den kleinen Holzkasten und nimmt die Bienen in Augenschein, die er insbesondere gegen die Varroa-Milbe behandelt.

„Die Varroa-Milbe wurde in den 1970er Jahren eingeschleppt und befindet sich heute in jedem Kasten“, sagt Stubbemann. Ohne die Pflege eines Imkers könne ein Bienenvolk heute nicht überleben, in freier Natur sei es „nur kurzfristig überlebensfähig“.

Obwohl die Thematik ums Insektensterben und die Artenvielfalt inzwischen bei den Menschen angekommen ist, sei die Zahl der Bienenvölker rückläufig, sagt Stubbemann. „Bee-Rent“ suche deshalb laufend weitere Standorte, an denen das Unternehmen Bienenkästen aufstellen kann. Den Großteil der Kunden würden zurzeit Unternehmen bilden.

Den Mitarbeitern bei Brötje Handel seien die Bienen ans Herz gewachsen, sagt Geschäftsführer Reinke. Als bekannt wurde, dass das Volk den vergangenen Winter nicht überlebt hatte, sei die Trauer spürbar gewesen. Inzwischen summt und brummt es aber wieder hinter der Halle.

„Bis zu 20 Prozent Völkerverlust sind normal im Winter“, weiß auch Imker Stubbemann, dass nicht alle Bienen die kalte Jahreszeit überleben. „Bee-Rent“ zieht deshalb immer neue Völker nach und lieferte ein neues Volk nach Ipwege, das jetzt im Sommer auf bis zu 50 000 Bienen anwachsen kann.

„Die Bienenvölker müssen genauso wie Kühe oder Schweine beim Veterinäramt angemeldet werden“, erläutert Stubbemann. Der Grund: Es handele sich letztlich auch um Nutztiere. „Ein Bienenvolk ist wie ein Biokraftwerk“, sagt der Imker. 20 Millionen Blüten könne es am Tag bestäuben. „Die Erträge etwa bei Apfel, Kirsche oder Raps sind deutlich höher, wenn ein Bienenvolk in der Nähe ist“, sagt Stubbemann.

Honig produzieren die Bienen in Ipwege natürlich auch. „Ein- bis zweimal im Jahr ernten wir hier“, sagt der Imker. „Etliche Kilo sind schon entstanden“, ergänzt Geschäftsführer Reinke. Den Honig bekommen die Mitarbeiter oder Kunden als Geschenk. Damit es auch weiterhin brummt und summt bei Brötje Handel soll hinter der Halle nun auch noch eine Blühwiese angelegt werden. Die Geschichte der Bienen geht weiter.


Ein Video sehen Sie unter   www.nwzonline.de/videos 
Ein Spezial finden Sie unter   www.nwzonline.de/insektenjahr 
Video

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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