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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Ja, ist denn schon wieder Frühjahr?

26.10.2016

Westerstede Blühende Wiesen und Felder im Herbst: Dem aufmerksamen Naturbeobachter mögen diese auch im Ammerland zuletzt vermehrt aufgefallen sein. Bei den grünen, gelben und violetten Pflanzen, die auch im Winter stehen bleiben, handelt es sich um Zwischenfrüchte.

„Der Zwischenfruchtanbau hat zugenommen“, erklärt Heiko Siemen vom Ammerländer Landvolk. Neu ist er allerdings nicht: „Wir haben das eigentlich schon immer gemacht“, sagt Bernd Laue, Landwirt aus Petersfeld.

Warum wird vermehrtZwischenfrucht angebaut?

Unter anderem auch wegen der jüngsten EU-Agrarreform, nach der Landwirte ökologische Vorrangflächen vorhalten müssen, erklärt Siemen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: Sie können zum Beispiel fünf Prozent ihrer Ackerfläche unbewirtschaftet lassen. Oder sie bestellen mindestens 15 Prozent mit Zwischenfrüchten. „Es ist interessant, damit wir nichts stillegen müssen“, sagt Laue.

Welche Vorteile hatder Landwirt davon?

„Zwischenfrüchte verbessern die Erträge“, bringt Siemen es auf den Punkt. Und wie? „Sie haben eine bessere Verwurzelung und halten das Wasser besser im Boden. Außerdem binden sie Stickstoff, erklärt Laue: „Und im Winter frieren sie ab und können in den Boden eingearbeitet werden.“ Das verbessert die Humusbilanz im Boden. Zudem wird eine einseitige Fruchtfolge aufgelockert. „Die Folgekultur wächst besser“, berichtet Laue, der auf den Flächen anschließend Mais anbaut. Direkt bringen Zwischenfrüchte zwar keine Erträge, „aber mittelfristig lohnt sich das“, betont Siemen.

Was bringt das für Natur und Tiere?

Weil Zwischenfrüchte Stickstoff binden, kann dieser nicht in den Boden ausgewaschen werden, erklärt Laue. Das sei vor allem im Wasserschutzgebiet wichtig und erklärtes Ziel des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV), der den Zwischenfruchtanbau bezuschusst. Außerdem bieten die Pflanzen im Winter Wildtieren Deckung, Rückzugsmöglichkeiten und Futter. Und nicht zuletzt liegen die Flächen im Winter nicht brach, betont Siemen: „Das ist ja auch was für’s Auge.“

Was wird angebaut?

Vor allem Senf, Ölrettich und Raps, aber auch Buchweizen und Leimdotter kommen im Ammerland am meisten vor, sagt Siemen. Es gebe Listen, aus denen die Landwirte sich ihre Saat raussuchen können. Das sei mit Vorsicht zu machen: „Nicht jede Hauptfrucht verträgt sich mit jeder Zwischenfrucht“, erklärt Siemen.

Wird das kontrolliert?

„Das wird stichprobenartig kontrolliert“, berichtet Laue. Zuständig dafür ist die Landwirtschaftskammer.

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