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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Dorfentwicklung In Edewecht: Kleefelder wünschen sich ein Verkehrskonzept für alle

09.05.2019

Kleefeld Kleefeld hat auf zehn Quadratkilometern Fläche die geringste Einwohnerdichte Edewechts. Das schätzen die Bewohner. Sie lieben die Ruhe in absoluter Randlage, die Gemeinschaft und den Zusammenhalt. Im Zuge der Dorfgespräche in der Dorfentwicklungsregion Edewecht-Ost brachten die Kleefelder positive wie negative Aspekte, bezogen auf ihr Dorf, zur Sprache.

Warum leben Sie in Kleefeld?

„Es ist ein wunderschöner Ort. Natur, Landschaft, Moor, Harmonie – das ist mein Zuhause“, sagt Dieter Hedemann. Die Menschen in Kleefeld genießen die Dorfgemeinschaft, die übergangsweise auf einem Bauernhof zusammenkommt, bis das Dorfgemeinschaftshaus fertig ist. „Kaffeetrinken, Singabende, Erntedank – alles, was so anfällt“, nennt Rainer Erhardt Beispiele für das aktive Dorfleben. So gut wie jeder Kleefelder ist Mitglied in einem der drei örtlichen Vereine – oder in mehreren. „Viele Familien sind schon seit vier Generationen hier“, sagt Arno Frahmann, „und man kann in Kleefeld noch die Freiheit auf großen Grundstücken genießen“. Die Geschichte der Familien, die einst als Pioniere kamen und das Moor besiedelten, ist vielen Dörflern bekannt – denn es sind ihre Vorfahren. Weg möchte eigentlich niemand. „Ich habe mal sieben Jahre in einer Siedlung gewohnt – nie wieder“, urteilt Rainer Erhardt. Die Mischung aus Abgeschiedenheit und Gemeinschaft ist das, warum man gern Kleefeld lebt. „Nach Feierabend lässt die Zeit deutlich an Tempo nach“, meint Dieter Hedemann, „da kann man schön runterfahren“.

Was macht Kleefeld aus?

„Die Ruhe und der sehr starke Zusammenhalt machen Kleefeld aus“, sagt Sigrid Ihlefeld. Beim Müllsammeln etwa seien meist um die 40 Leute dabei, also mehr als jeder Zehnte. Zum Zusammenhalt tragen auch die Vereine bei. „Im Männergesangverein ist der Jüngste 40 und der Älteste 90“, weiß Rainer Erhardt.

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Als Standortvorteil nennen die Bewohner auch die verkehrstechnisch gute Anbindung Kleefelds. „Man kommt schnell mit dem Bus nach Edewecht und Oldenburg“, führt Dieter Hedemann aus, „es gibt einen Bürgerbus – und wenn man will, ist man in zwölf Stunden in New York“. Ebenfalls positiv: die Nähe zu Friedrichsfehn. „Das ist schon ein Glück, denn so sind Supermärkte, Schulen, Ärzte oder Kindergärten nah dabei“, findet Rainer Erhardt.

Was soll sich in Kleefeld verändern?

Wichtig ist den Kleefeldern der Breitbandausbau. „Der muss zwingend flächendeckend erfolgen“, fordert Arno Frahmann. Zwar habe schon die Hälfte des Dorfes einen Zugang zum schnellen Internet, „doch auch der Rest darf den Anschluss nicht verpassen“. Bis Herbst 2020, so die Planungen, soll es soweit sein. So recht dran glauben mag aber noch niemand, dass es bis dahin auch so kommt.

Veränderungspotenzial sieht man im Westen Edewechts auch bei den abgetorften Flächen. „Was passiert mit denen eigentlich?“, fragt sich Barbara Thaler-Ludewigs und schlägt Renaturierungen vor. „Es gibt schöne Beispiele, wo das funktioniert hat.“ Die Gedankenspiele gehen in Richtung „Naherholung mit Bildungsaspekt“. „Bänke und Schautafeln mit Informationen zur Kulturgeschichte“ kann sich Arno Frahmann vorstellen.

Oberste Priorität in puncto Verbesserungspotenzial genießt in Kleefeld aber der Verkehr. „Wir brauchen ein Konzept, das Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger einbezieht“, sagt Sigrid Ihlefeld. Das Problem: Kleefeld wird vom Jeddeloher Damm durchschnitten, einer wichtigen Verbindung nach Oldenburg, die im Jahresmittel täglich von 7800 Autos befahren wird.

Hinzu kommt, dass sich viele Nebenstraßen, die gern von Radfahrern zwischen Oldenburg und Zwischenahn befahren werden, in einem schlechten Zustand befinden. „Man muss sich die Frage stellen, wie man den öffentlichen Raum gestalten möchte, also die Straße als Begegnungsraum“, merkt Sigrid Ihlefeld an. „Soll man hier mit 100 Sachen durchbrettern oder eine Aufenthaltsqualität schaffen?“ Denn was wirklich niemand will: eine Durchgangsortschaft sein.

Wichtig für die Zukunft des Dorfes ist das Wohnen. „Hier gibt es Häuser, in denen nur noch eine Person wohnt“, erklärt Rainer Erhardt. „Das Problem ist, dass die Käufer eines solchen Hauses nach dem Tod des Besitzers erst zwei Jahre darin gewohnt haben müssen, bevor sie es abreißen dürfen.“ Eine Möglichkeit bestünde darin, diese Restriktion unter bestimmten Voraussetzungen zu lockern, um derlei Immobilien attraktiver für Neubürger zu machen. „Wir müssen der nächsten Generation eine Chance bieten, sich zu entfalten“, findet Dieter Hedemann.

Wie sehen Sie Kleefeld in der Zukunft?

Die Kleefelder möchten, dass die Struktur ihres Dorfes erhalten bleibt. „Aber der Zusammenhalt könnte noch weiter wachsen“, meint Arno Frahmann und erinnert an alte Zeiten, als die Landwirtschaft eine noch engere Zusammenarbeit erforderte.

Die wichtigsten Dinge fasst Dieter Hedemann so zusammen: „Wir müssen der jungen Generation eine Chance geben, müssen im Außenbereich von Edewecht etwas aufbauen“, sagt er. „Vielleicht kann man Arbeitsmöglichkeiten schaffen, zum Beispiel im Tourismus, und Mehrgenerationen-Wohnen auf alten Gehöften ermöglichen.“

Bald aber wird erst einmal Leben ins neue Dorfgemeinschaftshaus einkehren.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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