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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

MILCHPREIS: Kompromiss lässt Sammelwagen rollen

03.06.2008

DRINGENBURG Auf „die Sprache als Einsatzmittel“ setzte am Montag die Polizei bei der Blockade des Eingangs zur Molkerei Ammerland in Dringenburg durch insgesamt gut 100 Milchbauern aus der gesamten Region. Wie Leitender Polizeidirektor Jürgen Kühme der NWZ vor Ort erklärte, galt es, „das hohe Gut Versammlungsfreiheit“ abzuwägen gegen Schäden, die durch die Blockade und die Versammlung vor der Molkerei entstehen. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter war dieses Mal offiziell als Veranstalter aufgetreten. Die Milchbauern wollen, wie berichtet, eine höheren Preis für das Kilo Milch erreichen.

Vorstand und Aufsichtsrat der Molkerei Ammerland tagten am Montagvormittag hinter verschlossenen Türen. Anwesend war auch Kühme und der Leiter des Ordnungsamtes beim Landkreis, Gerd Bockhorst. Thema waren auch mehr als 400 Anrufe von Milcherzeugern, die ihre Milch vom Hof bekommen wollten.

Gegen Mittag allerdings stellten sich die Sammelwagen vor der Ausfahrt auf – und die Polizei forderte die Fahrer der blockierenden Traktoren auf, den Weg freizumachen. Das tat auch der Versammlungsleiter vom BDM, Menso Dammeyer aus Leer, der schließlich die Versammlung offiziell beendete. Die Milchbauern – kaum einer kam aus dem Ammerland – blockierten mit weiteren Traktoren die Ausfahrt. Für die Polizei war letztlich der Tatbestand der Nötigung erfüllt. Letztlich wurde mit dem Molkereivorstand ein Kompromiss erzielt: Die Sammelwagen durften hinaus- und auch wieder hineinfahren, Fahrzeuge mit Fertigprodukten jedoch die Molkerei nicht verlassen.

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Gerold von Rahden aus Rhauderfehn stand ebenfalls vor dem Tor zur Molkerei. Er hat 55 Milchkühe und seit Dienstag vergangener Woche liefert er seine Milch nicht mehr ab, sagt er. Täglich muss er sehen, wie er 1200 Liter Milch los wird. Ein Teil wird verfüttert, „der Rest geht in die Gülle“, sagte er und fügt hinzu: „Das kostet schon Überwindung, schließlich geht es um ein Lebensmittel“. Da bleibt auch in der Familie Streit nicht aus. Gerade die Älteren haben offenbar erhebliche Probleme, die Vernichtung eines Lebensmittels zu akzeptieren.

Für Jochen Meyer aus Jaderkreuzmoor ist die ganze Aktion auch „massive Kapitalvernichtung“. Schließlich müsse weiter gefüttert und gemolken werden – und dann werde die Milch aufs Land gekippt, das falle ihm schon schwer. Aber der derzeitige Milchpreis lasse ihm keine andere Wahl, sagt er. Wütend sind die Milchbauern auch darüber, dass offenbar Molkereien Milch aus Osteuropa anliefern lassen und dafür mehr als 40 Cent pro Liter zahlen, was Molkerei-Vorstandvorsitzender Gerd Wemken für Dringenburg klar ausschließt: „Wir lassen nur Milch von unseren Mitgliedern anliefern“.

Die Molkerei hat aufgrund der aktuellen Geschehnisse die Feier zur Eröffnung ihrer neuen Käserei, die an diesem Dienstag stattfinden sollte, erst einmal auf unbestimmte Zeit abgesagt, erklärte Vorstandvorsitzender Gerd Wemken auf Anfrage.

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