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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Wie ein lauter Ton Bambis Leben retten soll

06.05.2017

Bekhausen Der Anblick ist nichts für Zartbesaitete. Das weiß auch Hans-Hinrich Höpken, Lohnunternehmer aus Bekhausen. Er hat es selbst schon erlebt, dass beim Mähen von Grünland ein Rehkitz ins Mähwerk geraten und qualvoll verendet ist. Vom Trecker aus sind die Tiere, die sich im hohen Gras verstecken, schlicht nicht zu sehen.

Höpken setzt deshalb an seinen Maschinen sogenannte Wildretter ein, die ein akustisches Signal abgeben, um die Tiere aufzuscheuchen. Mit Erfolg: Heute hat er im Vergleich zu früher 80 Prozent weniger solcher Vorfälle.

Kleines Gerät mit großer Wirkung (von links): Hans-Hinrich Höpken, Markus Neumann, Helmut Oeltjendiers (Ammerländer Versicherung), Tatjana Hoppe und Theis Dierks (Fachkraft Agrarservice) werben für den Einsatz des Wildretters. Bild: Frank Jacob

Wie Tatjana Hoppe vom Ammerländer Landvolk erklärt, würden aber noch viel zu wenig Lohnunternehmer den Wildretter einsetzen. Auch Markus Neumann von der Kreisjägerschaft hofft auf eine größere Akzeptanz. Dank einer Spende der Ammerländer Versicherung über 1245 Euro und weiterer Zuwendungen konnten jetzt zusätzliche Wildretter gekauft werden.

Das Problem:
Die Brut- und Setzzeit fällt zusammen mit den Mähterminen der Landwirte. Schätzungsweise 500.000 Wildtiere kommen bei der Grasmahd jährlich bundesweit ums Leben. Vor allem Rehkitze, Hasen und Fasane sind betroffen. Die Größe und Breite der modernen Maschinen macht ein frühzeitiges Erkennen der Tiere, die sich zudem oft ducken, unmöglich.

Die Folgen:
Gerät ein Kadaver ins Silo, das anderen Tieren als Futter dient, birgt dies die Gefahr von Krankheiten. Der Verzehr von kontaminiertem Futter kann schwere Vergiftungen auslösen. Wiederkäuer sterben an solch einer Form von Botulismus.

Der Wildretter:
Die Kreisjägerschaft und das Ammerländer Landvolk werben für den Einsatz des Wildretters. Diese Geräte senden ein akustisches Signal (120 Dezibel laute Sirene) aus, das einen Großteil der Tiere, die sich im hohen Gras aufhalten, zur frühzeitigen Flucht veranlasst. Die Geräte kosten etwa 45 Euro.

Zum Vergleich: Ein Staubsauger kommt auf etwa 70 Dezibel, ein vorbeirasender Formel-1-Wagen auf etwa 105 Dezibel, bei einem Flugzeugstart sind es 140 Dezibel.

Die etwa CD-großen, weißen Kästchen können per Kabelbinder oder Magnet am Mähwerk oder Traktor angebracht werden. Während das Geräusch eines nahenden Traktors eher dazu führe, dass die Tiere sich ducken und an Ort und Stelle bleiben, schreckt der durchdringende Ton der Wildretter sie tatsächlich auf.

Weitere Maßnahmen:
Das Landvolk und die Kreisjägerschaft empfehlen zusätzliche Maßnahmen vor dem Mähen. Beispielsweise kann eine Knistertüte an einem langen Stock befestigt werden. Durch den Wind entsteht ein Geräusch, das die Ricke veranlasst, das Kitz aus dem Versteck zu führen.

Flächen mit hohem Wildanteil sollten zudem von Jägern mit geeigneten Hunden abgesucht werden. Sinnvoll sei es auch, eine Fläche von innen nach außen zu mähen. Da alle diese Maßnahmen alleine nicht ausreichend sind, raten die Experten zum Einsatz des Wildretters.

Weitere Hinweise geben die Hegeringe im Ammerland. Eine Liste mit Ansprechpartnern gibt es unter


     www.ljn.de/jaegerschaften/ammerland/ueber_uns/hegeringe/ 
Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
Rufen Sie mich an:
04402 9988 2620
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