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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Jubiläum: Lego-Haus setzt Vorgabe kreativ um

10.08.2013

Metjendorf Vieles war vorgeschrieben, als die Birkenstraße in Metjendorf ab 1963 bebaut wurde. Braune Dachpfannen etwa, oder „lebende Hecken“ nicht höher als 80 Zentimeter. Auch Drei-Kammer-Klärgruben vor jedem Haus waren Pflicht und selbst zu bezahlen.Wobei die Häuslebauer kurz darauf – 1966 – noch einmal löhnen mussten, um an den Kanal angeschlossen zu werden. „Das hat viele damals geärgert“, wissen Renate und Gottlieb Heerwagen, die zu den frühen Häuslebauern dort gehören: „Es gab Anwohner, die noch ein halbes Jahr vor dem Anschluss Klärgruben bauen mussten.“ In diesem Jahr wird die Birkenstraße 50 – die Anwohner feiern deshalb an diesem Sonnabend ein Straßenfest.

Postboten-Scherz

Einige der ersten Anwohner können viel erzählen aus den Anfängen der Straße, in der noch heute mehrheitlich diejenigen leben, die bis 1965 dort bauten. Die ersten, die 1963 einzogen, waren Magda und Heinrich Schröder: „Das war am 1. November“, erinnert sich Magda Schröder. Nachbar Manfred Radtke und sie waren die ersten, die ihre Grundstücke an der Birkenstraße kauften. „Unsere Kaufverträge wurden in der Gaststätte Köhncke unterschrieben“, erinnern sich beide. Radtke baute sein Haus mit einem Freund – und der Bau dauerte seine Zeit. Damals war er noch nicht verheiratet. „Postbote Herbert Spille aus Oldenburg machte sich einen Scherz draus und hängte ein großes Schild in meinen Rohbau: „Junggeselle sucht Frau, die das Haus mit fertigbaut“. Das Haus hat Radtke dann aber noch selbst fertiggestellt. Kurze Zeit später lernte er Ehefrau Inge kennen.

Das „Lego-Haus“

Sein Haus hieß bei den Kindern in der Straße das „Lego-Haus“ – wegen der damals rot-weißen Giebelohren und der rot-weißen Einfassung seiner Eingangstür. „Auch weiße Flächen in der Front waren damals vorgeschrieben“, weiß Radtke, der dann eben kreativ wurde. Die Vorgabe ist bis heute an vielen Häusern der Birkenstraße zu erkennen. Die Giebelohren hat Radtke längst vom Weiß befreit, seine Tür allerdings ist bis heute rot-weiß umrahmt.

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Bis Ende 1965 waren alle 25 Grundstücke in der Birkenstraße bebaut, auch das von Renate Helmers, die mit ihrem bereits verstorbenen Mann im Juli 1964 in der Birkenstraße einzog: Ein Freund ihres Mannes hatte dort gekauft und ihnen den Tipp gegeben, dort doch auch ein Grundstück zu erwerben. Bis Mitte 66 wurden die Häuser auch an den Kanal angeschlossen. Und so ärgerlich die „doppelte Investition“ in Klärgruben und Kanal auch war: Damals kostete der Quadratmeter Grundstück letztlich „nur“ sieben Euro.

„Jeder hat geholfen“

Die Ofenerfelder Straße, die rückseitig an die Grundstücke von Magda Schröder und Manfred Radtke grenzt, war zu Beginn noch Klinkerstraße, hinterm Haus der Heerwagens und dem von Karin und Frerich Janßen standen noch Kühe auf der Weide. Und Friedrich Hollwege – er zog 1963 in sein neues Haus ein – musste damals zunächst seinen ersten Bauantrag ändern, weil er blaue Dachpfannen haben wollte, braune aber vorgeschrieben waren.

„Jeder hat damals jedem geholfen beim Bau der Häuser, auch Strom und Wasser teilte man sich“, weiß Renate Heerwagen. Als sie und ihr Mann später beim Heizen auf Öl umstiegen, wurde vorm Haus ein Öltank dort eingebaut, wo vorher die Klärgruben waren. Noch später, als die Gasheizung kam, wurde der Öltank zum Regenwassertank umfunktioniert. „Den gibt es noch heute“, lacht Gottlieb Heerwagen: „7000 Liter fasst der.“

1983 feierten die Bewohner erstmals ein Straßenfest – zum 20-jährigen Bestehen. An diesem Sonnabend soll nun das zweite gefeiert werden. Ab 15.30 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen, Stellwände zeigen Fotos aus vergangenen Zeiten und bieten Gelegenheit zum Klönen. Abends ab 19 Uhr soll dann gegrillt werden. „Auch ehemalige Kinder aus der Straße wollen kommen“, freut sich Renate Heerwagen. Die sind natürlich längst erwachsen.

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