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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Frühschwimmen: „Mir würde sonst etwas fehlen“

10.08.2011

WIEFELSTEDE Morgens um 5.45 Uhr steht Liane Brunken vor der Eingangstür des Wiefelsteder Swemmbades und begehrt Einlass. Sie ist jeden Morgen die erste – wie diesen Morgen, Dienstag, 9. August. Es ist noch gar nicht richtig hell, Außentemperatur 15 Grad, starker Wind, Regen droht. Ein Wetter ähnlich unangenehm, wie es bereits den ganzen Juli über die Besucherzahlen im Swemmbad und im kleinen Freibad Neuenkruge kräftig verhagelt hatte. „Allein im Juli gegenüber dem Vorjahr ein Einbruch bei den Besucherzahlen um gut 60 Prozent“, heißt es im Rathaus.

Liane Brunken ficht das nicht an. Die 72-Jährige schwimmt ihre Bahnen, jeden Morgen, Sommer wie Winter – dann natürlich im Hallenbad. Und alles andere, nur nicht das Wetter, könnte sie daran hindern. „Mir würde da sonst etwas fehlen“, sagt die Wiefelstederin.

Am Tag zuvor, gegen 13.30 Uhr: Im Swemmbad gähnende Leere, nicht ein einziger Gast ist da. „Einen Sommer wie diesen habe ich in meiner gesamten Amtszeit noch nicht erlebt“, murrt Schwimmmeister Mario Schaeffer. Er ist seit Anfang der 90er Jahre dabei.

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Zuerst unter Kalte Dusche

Liane Brunken hat Mitstreiter, die allesamt die Besucherzahlen übers Jahr mein wenig hochpäppeln. Frühschwimmer, die wie sie morgens ihre Bahnen ziehen im Swemmbad. „Jeder hat seine eigene Bahn, die ist richtig reserviert“, hatte Liane Brunken am Tag zuvor erzählt. Sie hüpft unter die eiskalte Dusche („Das weckt die Lebensgeister“) und geht ins Wasser. Wie jeden Tag wird sie ihre 12 Bahnen schwimmen. Sie will das tun, solange es eben geht, sagt die Wiefelstederin, die eigentlich nie einen Arzt aufsucht. „Es geht mir gut“, macht sie deutlich, dass sie diesen Zustand auch dem täglichen Schwimmpensum zuschreibt. Dabei hat sie das Schwimmen eigentlich erst im Alter von 30 Jahren erlernt, erzählt die 72-Jährige. Sie hatte es sich damals selbst beigebracht „und nie auch nur den Freischwimmer gemacht“. Liane Brunken wird auf dem Weg durchs Becken immer mal wieder „unsichtbar“. „Ich schwimme meist mit dem Kopf unter Wasser“, hatte sie im Hinblick aufs geplante Foto vorher bereits lachend eingeräumt.

Sekt in Rastede

Im Winter geht Liane Brunken einmal die Woche im Rasteder Hallenbad schwimmen – immer sonntags. Dann trifft sie sich dort mit ihrer Clique. Nach dem Schwimmen – „auch dort hat jeder seine eigene Bahn“ – gibt’s Sekt im Hallenbadcafé und dann wird auch gern geklönt. Morgens in Wiefelstede findet Kommunikation untereinander eigentlich nicht statt. „Jeder möchte einfach seine Bahnen ziehen“, weiß Liane Brunken, die ihre Mitstreiter natürlich kennt. Fritz Reins ist dabei, Lisa Gerdes, Gerd Jipp und Hermann Schröder. Ingo Hellbusch schwimmt mit, Klaus-Dieter Koch, Doris Hümme – und auch Manfred Schultze gesellt sich dazu.

Wetterprognose schlecht

Im Rathaus hat sich Jörg Pieper die Wetterprognosen für den August angesehen, denn am 31. August endet die Badesaison in den Freibädern. „Es soll nicht wirklich besser werden“, macht er deutlich, dass wohl auch die Besucherzahlen im August schlecht sein werden. Wie 2010, denn im selben Monat gab es auch im Vorjahr kein gutes Wetter: Lediglich etwa 6300 Besucher hatten beide Bäder da verzeichnet. Schlimmer kommt da der Vergleich im Vormonat. Im „Super-Juli“ 2010 verzeichneten beide Bäder zusammen gut 16 000 Besucher. Im Juli dieses Jahres waren es gerade mal 6500 – Zahlen, die die Verwaltung natürlich nicht eben froh stimmen.

Liane Brunken sind die Wetterkapriolen egal. „Ich will nicht baden, ich will schwimmen“, stellt sie lapidar fest. Sie wird auch am nächsten Tag wiederkommen.

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