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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Motorsport: Mit „Cherry“ werden Erinnerungen wach

02.06.2010

RASTEDE Zimmermann hat er gelernt („Einen Beruf musste ich ja haben“), auf dem Flugplatz hat er gutes Geld verdient, als Versicherungskaufmann war er erfolgreich. Aber seine ganz große Leidenschaft galt seit frühester Jugend dem Motorsport. „Rennen habe ich immer gefahren“, sagt Rolf Kühne, der am Stadtrand von Oldenburg an diesem Dienstag seinen 77. Geburtstag gefeiert hat.

Mit 18 hatte er seinerzeit den Führerschein der damaligen Klasse 4 gemacht, der gerade für ein kleines Kraftrad reichte. Erst drei Jahre später folgte der Lkw- und damit auch der Pkw-Führerschein sowie der „Einser“ für schwere Motorräder. Und wie in der Nachkriegszeit üblich, war ein Krad das erste motorisierte Fahrzeug, um mobil zu sein. Kühne fuhr erst auf einer 125-er DKW, dann auf einer NSU Max – und mit beiden auch Rennen im Gelände.

Schon 1954 erwarb Kühne eine 500-er BMW für 3050 DM – das war fast der Preis für einen VW. Und es war eine Maschine, die Aufsehen erregte: „Damit wurdest du anerkannt“, blickt Kühne auf die Geschichte des Kraftfahrzeuges zurück. Und die BMW war nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern auch Rennmaschine. Beim Trial im Gelände fuhr Kühne erste Preise ein, mit der Solomaschine und auch in der Klasse mit Beiwagen.

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Von da aus war es nicht mehr weit zu Autorennen. Rolf Kühne übernahm eine Aral-Tankstelle bei Opel-Hinrichs und lernte hier den Rasteder Egon Bührmann kennen, der Abteilungsleiter war – und ebenso rennsportbegeistert. Der „Rennstall“ war gegründet, und mit einem Commodore ging Kühne auf die Piste, fuhr alleine im Jahr 1969 bei 18 Rennen neun Pokale heraus, darunter neun erste Plätze. Doch ein Jahr später beendete ein schlimmer Unfall die Karriere des damals 37-Jährigen. Die Limousine überschlug sich, prallte gegen Bäume. Kühne schaffte es noch, aus dem Wrack zu klettern, bevor es in Flammen aufging.

Operationen folgten – und schon fünf Jahre später der Wiedereinstieg ins Renngeschäft, wieder mit Egon Bührmann, der inzwischen bei Datsun gelandet war und auch hier den Rennsport organisierte. Damit wollten die Japaner den deutschen Favoriten Paroli bieten – und das Team Bührmann/Kühne verschaffte sich Respekt bei der Konkurrenz. In einem von Karl Armbrust getunten Datsun Cherry mit 115 statt der serienmäßigen 45 PS saß Kühne am Steuer – und stand nach den Rennen immer wieder auf dem Siegertreppchen. Eine Vitrine voller Pokale und an der Wand ein goldener Lorbeerkranz mit Schleifen sind neben Fotoalben und Zeitungsberichten heute die Erinnerungen an ein Stück Rennfahrergeschichte der 50-er bis 70-er Jahre.

Diesen fast schon legendären Datsun Cherry gibt es heute noch – und er soll neben anderen Rennfahrzeugen vergangener Zeiten beim Old- und Youngtimertreffen am 15. August in Rastede zu den Besonderheiten der Veranstaltung zählen. Bührmann und Kühne haben den Wagen bei Hermann Behrens in der Gemeinde Ovelgönne wiedergefunden (die NWZ  berichtete). Der hatte ihn, als Bührmann das Autohaus Opel-Hansa in Rastede übernahm, gekauft und ihn von einem Sieg zum nächsten gefahren. Getrennt von dem Fahrzeug hat er sich nicht, als er den Rennsport aufgab – der geliebte Datsun Cherry wurde sicher aufbewahrt.

Zum Old- und Youngtimertreffen in Rastede soll das Fahrzeug nun wieder „aufgefrischt“ werden – und dann werden Erinnerungen wach an die „gute alte Zeit“ des Motorsports mit verwegenen Fahrern und ihren kleinen Teams, die mit „ihrem“ Wagen „verschweißt“ waren.

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