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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Mülltrennung will gelernt sein

22.04.2016

Husbäke „Billig – teuer, kalt – warm, hell – dunkel“: An der Tafel stehen verschiedenste Adjektive. Mateengul Mangal und Mustafa Hamidi notieren sich eifrig die verschiedenen gegensätzlichen Paare. Wie jeden Vormittag, wenn alle Kinder über drei Jahre im Kindergarten oder in der Schule sind, lernen die erwachsenen Flüchtlinge Deutsch. Nur die kleine Yasemin sitzt an diesem Morgen zwischen den Erwachsenen.

Anfang März sind 34 Flüchtlinge in die ehemalige Heimvolkshochschule in Husbäke eingezogen. Betreut werden sie von den Johannitern. Die Gemeinde Edewecht habe die Johanniter um Unterstützung gebeten, berichtet Frank Komrowski, Leiter des Servicecenter der Johanniter in Oldenburg.

Mindestens ein Mitarbeiter sei laut Teamleiter Hans-Dieter Peters rund um die Uhr vor Ort. Oft würden aber mehrere Helfer gebraucht: Kinder in die Schule und in den Kindergarten bringen, Lehrergespräche führen, bei den Hausaufgaben helfen, Behördengänge erledigen, Deutschunterricht für die Erwachsenen anbieten und bei vielen kleinen alltäglichen Problemen helfen – die Johanniter wollen den Neuankömmlingen die Eingewöhnung so leicht wie möglich machen, berichten Peters und Komrowski.

Dabei waren die Helfer besonders kreativ: So hängt in der Küche ein Müll-Schaubild. Joghurtbecher, Plastikflasche und Chipstüte hängen sichtbar neben dem gelben Sack, während unter anderem Zeitungen und eine Cornflakes-Packung zeigen, was in die blaue Tonne gehört. Auch die Handhabung der Waschmaschine oder des Backofens bedurfte einiger Erklärungen.

Die Flüchtlinge kommen aus Syrien, dem Irak, Libanon und Afghanistan. „In den ersten zwei Wochen haben sie sich zunächst friedlich beobachtet, mittlerweile ist es ein tolles Miteinander“, sagt Peters. So ging es beispielsweise gemeinsam in die Diskothek nach Tange. „Die waren sowas von stolz und aufgebrezelt, 90 Prozent der anderen Gäste haben nicht einmal gemerkt, dass es Flüchtlinge sind“, sagt Komrowski.

Jeder Familie stünden in der ehemaligen Heimvolkshochschule eigene Räume zur Verfügung. Sanitärräume, Küche und Aufenthaltsräume teilen sich die Bewohner.

Das Nachbargebäude wird derzeit renoviert. Hier sollen 46 Flüchtlinge Platz finden. Und auch die geplante Flüchtlingsunterkunft in der alten Ziegelei in Jeddeloh I betreuen in Zukunft die Johanniter. Wann diese Unterkunft in Betrieb genommen werde, sei unklar, so Komrowski. Das Müll-Schaubild jedenfalls werde man mitnehmen. Denn „die Flüchtlinge hier haben Mülltrennung besser drauf als mancher Deutscher.“

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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