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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Neue Idee soll Überleben sichern

16.09.2015

Rastede Das Konzept ist einfach: Ein Hof oder landwirtschaftlicher Betrieb versorgt Menschen aus der näheren Umgebung mit Lebensmitteln. Die stellen im Gegenzug das nötige Geld für die Lebensmittelerzeugung zur Verfügung. Die Beteiligten teilen sich die Ernte, aber auch die Verantwortung. Sie binden sich vertraglich für ein Wirtschaftsjahr und zahlen einen monatlichen Beitrag. „Solidarische Landwirtschaft“ (SoLaWi) heißt dieses Prinzip, über das sich am Montagabend im „Hof von Oldenburg“ in Rastede knapp 100 Menschen informierten.

„Die Lebensmittel sind kostenlos, bezahlt wird die Landwirtschaft im weitesten Sinne“, sagt Dr. Tobias Hartkemeyer vom Hof Pente in Bramsche – einer der Referenten. „Einmal im Jahr wird in der Gemeinschaft über Geld geredet, und dann läuft der Betrieb“, erklärt der studierte Landwirt und Pädagoge. „Man muss für die Idee brennen“, sagt der Familienvater, der auf seinem Hof auch eine Kita unterhält.

Solidarische Landwirtschaft – So geht’s

Die Mitglieder einer SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft) holen sich (meistens freitags) jene Menge an Lebensmitteln, die sie für eine Woche brauchen: Gemüse, Fleisch, Käse, Brot oder Eier. „Wenn mal ein Überhang an Weißkohl da ist, werden die Mengen auch zugeteilt und wir müssen mal ein paar Tage lang Kohl essen“, heißt es in einem Film, den Wolfgang Stränz vom „Netzwerk Solidarische Landwirtschaft“ im „Hof von Oldenburg“zeigte. Zugeteilt wird auch, wenn die Ernte knapper ausfällt. „Das ist keine Idee von Öko-Freaks oder Sozialromantikern, sondern ein klares Prinzip zum Überleben“, unterstreicht Stränz.

Die Menschen bekommen bei einer SoLaWi frische und hochwertige Lebensmittel direkt vom Produzenten. Sie können den Anbau selbst mitgestalten. „Es ist gut für die Landwirtschaft, die nicht mehr für den Weltmarkt produzieren muss, sondern für eine feste Zahl von Verbrauchern“, meint Wolfgang Stränz.

Vom Prinzip einer SoLaWi profitiert auch die Umwelt: Durch den regionalen Bezug von Lebensmitteln verkürzen sich die Transportwege. Es werden keine Lebensmittel verschwendet, der Verpackungsmüll wird stark reduziert.

Inzwischen gibt es in Deutschland rund 90 Höfe, die die SoLaWi betreiben. „Tendenz steigend“, sagt Wolfgang Stränz vom „Netzwerk Solidarische Landwirtschaft“. Hinzukommen rund 100 Initiativen, die entweder einen Hof suchen oder Höfe, die Mitglieder suchen. Auch Ilka Wäsche in Oldenburg weiß von einigen Initiativen und Interessierten. Sie koordiniert die Interessen als „Eine-Welt-Promoterin“ des Ökumenischen Zentrums Oldenburg.

Wirtschaftlich scheint die SoLaWi eine der wenigen Formen des Überlebens für die meisten familiär betriebenen Landwirtschaftsbetriebe zu sein. Das meint Ottmar Ilchmann, stellvertretender Vorsitzender im Bundesverband der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Betriebe. „Zurzeit hecheln wir den Weltmarktpreisen hinterher und können deshalb nicht kostendeckend arbeiten“, sagt Ilchmann. Alle anderen Länder außerhalb Europas könnten billiger produzieren, sagt der Landwirt aus Ostfriesland.
Weitere Infos gibt es beim Ökumenischen Zentrum Oldenburg unter Tel. 0441/ 2489524 oder im Internet:


     www.solidarische-landwirtschaft.org 

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