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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Neue Voliere für kranke Vögel

08.09.2015

Rastede Sorge und Freude liegen in diesen Tagen in der Wildtierauffangstation an der Parkstraße in Hankhausen dicht beieinander. So freut sich Stationsleiter Klaus Meyer über die neue Vogelvoliere, die zur Hälfte aus Mitteln der Umweltlotterie „Bingo“ finanziert worden war. „Drei Kammern haben wir in der neuen Voliere“, erklärter Meyer am Montag. Greifvögel oder auch Eulen sollen darin Platz haben.

„Das Ganze hat auch einen pädagogischen Wert“, erklärt Meyer. Große Infotafeln sind an der Voliere angebracht. Die Tafeln helfen Besuchern etwa bei Führungen durch die Station, die Vögel auch zuzuordnen. Die Tiere werden nämlich, je nach Gesundheitszustand, auch in anderen Volieren untergebracht. Innerhalb von gut fünf Monaten wurde die neue Voliere in ehrenamtlicher Arbeit gebaut, erzählt Vereinsmitglied Albrecht Finger.

Sorge bereitet Meyer derzeit ein junger, weiblicher Seeadler, der sich seit vergangenem Mittwoch in der Wildtierauffangstation befindet. „Eine Station aus Soltau hat den Adler am Sonntag davor bekommen“, erzählt Klaus Meyer. Gefunden worden sei er in der Nähe von Windkraftanlagen in Bergen: Ein Rotorblatt hatte den Flügel des Vogels zerschmettert. „der Seeadler wurde wohl schon lange vorher getroffen“, stellte Meyer im Nachhinein fest. Der Greifvogel sei nämlich zu Fuß umhergewandert. Auch Insekten hatten sich schon in seiner Wunde festgebissen.

In der Station in Soltau waren die Pfleger überfordert – um einen Seeadler mussten sich die dortigen Mitarbeiter vorher noch nie kümmern. Also brachten sie den Vogel nach Rastede.

Seit einigen Tagen sitzt er nun in einer von Tageslicht durchfluteten Kammer auf einem Ast. Das Jungtier wiegt rund vier Kilo. „Normal sind sechseinhalb“, merkt Klaus Meyer an. Derzeit fresse der Vogel nicht. Ob er wieder fliegen können wird, ist zudem noch offen.

Dass Vögel von Rotorblättern einer Windkraftanlage getroffen werden, sei nichts ungewöhnliches. Normalerweise würden die Vögel das nicht überleben, ergänzt Meyer. Der Seeadler habe jedoch großes Glück gehabt.

„Das letzte Mal hatten wir im Jahr 2010 einen Seeadler“, erinnert sich der Stationsleiter. Anfang der 70er Jahre habe sich der Seeadler sehr rar gemacht.

Doch über die Jahre hinweg habe sich der Bestand durch „viel Arbeit gut erholt“. Wie gut sich der junge Seeadler in der Wildtierauffangstation erholen wird, bleibt abzuwarten: Meyer will da keine Prognose abgeben.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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