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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

„Nicht jeder kann auf Bio umsteigen“

11.03.2016

Jeddeloh I Eine Radiosendung wurde am Mittwochabend aus dem Gasthof Witte übertragen. „Nordwestradio unterwegs“ berichtete live zum Thema „Milchbauern ohne Zukunft? – Preisdumping bringt Landwirte in Bedrängnis“.

Rund 30 Zuhörer fanden sich dazu im Saal ein. Rede und Antwort standen der Grünen-Bundestagsabgeordnete Peter Meiwald aus Westerstede, Ottmar Ilchmann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft aus Rhauderfehn, Manfred Gerken, Vorsitzender des Ammerländer Landvolks, aus Ohrwege und Hermann Cordes vom Deutschen Milchkontor aus Bremen. Als Moderator fungierte Martin Busch vom Nordwestradio, ein Programm von Radio Bremen und vom Norddeutschen Rundfunk.

Bevor die Sendung starten konnte, waren Redakteurin Hilke Theessen (Nordwestradio) und Tontechniker Michael Matthies gefordert. Die Leitungen mussten aufgebaut werden, um die Übertragung in das Studio nach Bremen zu ermöglichen. Die einzelnen Redebeiträge wurden später im Wechsel mit kleinen Musikstücken übertragen. Moderator Martin Busch hatte die Redebeiträge zeitlich so zu steuern, dass sie Sekunden vor Beginn der Nachrichten um 19 Uhr beendet waren.

Die Gäste interessierten sich vorrangig für das Thema und weniger dafür, dass sie an einer Sendung teilnahmen. Während es während der Redebeiträge ruhig war (nur einmal erfolgte ein Zwischenruf), gab es während der Musik Gemurmel und die Zuschauer tauschten sich aus.

Kontroverse Diskussion

In der Diskussion verwies MdB Peter Meiwald auf die Möglichkeit, dass Milch­landwirte auf Bio-Produktion umsteigen könnten. Bei Bioprodukten und Biomilch gäbe es einen Bedarf. „Der Verbraucher ist Teil des Systems und für Preise mitverantwortlich. Erhält er für sein Geld einen Mehrwert, ist er auch bereit, mehr zu zahlen“, so Meiwald. Ottmar Ilchmann sagte, dass das DMK als größte Molkerei Deutschlands auch eine Verantwortung für die Milchpreise trage. „Wenn die Milchmenge reduziert wird, wird der Preis bald wieder stimmen.“

Dem widersprach Hermann Cordes von der DMK. „Eine Reduzierung der Milchmenge um zehn Prozent in Deutschland würde sich in Europa mit einer halben Promille bemerkbar machen.“ Cordes hofft, dass man durch einen stärkeren Export, der zurzeit durch einige Krisenherde eingeschränkt sei, die Nachfrage nach Milch erhöhen könne. Manfred Gerken verwies darauf, dass die großen Handelsketten ihrer gesellschaftlichen Verantwortung durch die Dumpingpreise nicht nachkämmen. Eine Umstellung auf Bio-Produkte könne nicht jeder Landwirt leisten; es dauere mindestens zwei Jahre, ehe sich finanzielle Erfolge zeigten.

Gegenüber der NWZ  äußerten sich auch einige Zuschauer. Besucher Thorsten von Aschwege, Landwirt aus Klein Scharrel, sagte, dass sich der Berufsstand entzweit habe. Er kritisierte die Macht des Lebensmitteleinzelhandels (LEH), der die Preise vorgebe und mit dazu beitrage, dass viele Milchbauern kaum mehr existieren können.

40 Cent notwendig

Um kostendeckend wirtschaften zu können, müsste der Liter Milch für 40 Cent an die Molkereien gehen, jetzt betrage der Literpreis weniger als 30 Cent, so von Aschwege. Es werde von einigen befürchtet, dass der Preis sogar auf 20 Cent fallen könnte. Für Thorsten von Aschwege brachte die Diskussion keine neuen Lösungsansätze.

Die Besucherinnen Renate Ostendorf und Karin Lüschen-Strudthoff aus Tweelbäke sehen eine Lösung darin, dass die Molkereien eine gemeinsame Preislinie gegenüber dem Einzelhandel verfolgten. Nur so könne die Abwärtsspirale beim Milchpreis gestoppt werden. „Bei den Milchbauern herrscht eine superschlechte Stimmung“, so Renate Ostendorf, die bei einer Bank im Kreis Cloppenburg für Kredite an Bauern mit zuständig ist. Sendungen wie aus Jeddeloh I halten beide Frauen für wichtig, um der Öffentlichkeit aufzuzeigen, wie schlecht es derzeit um die Milchbauern bestellt sei.

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