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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

„Nur mit Bildung eine Zukunft“

05.03.2015

Edewecht /Mombasa „In Afrika gehen die Uhren anders. Man lebt ein ganz anderes Leben, und man muss viel Geduld und Ausdauer haben und sich durch Rückschläge nicht entmutigen lassen“, sagt Petra Lausch. Edewechts Bürgermeisterin war jetzt zum dritten Mal zum Urlaubseinsatz in Kenia. Am Stadtrand der Hafenstadt Mombasa – in der Region Mwtongwe – engagierte sich die 49-jährige erneut ehrenamtlich im Waisenheim „Little Angel“ (Kleiner Engel). Stark unterstützt wird diese Einrichtung durch den eigens gegründeten Verein „Little Angel“, den die Oldenburgerin Anja Friedrich mitinitiierte. Über die LzO-Mitarbeiterin war Lausch auf das Heim aufmerksam geworden.

Zertifizierung angestrebt

„Wir sind seit über einem Jahr damit beschäftigt, die hohen gesetzlichen Auflagen für eine Zertifizierung des Heims zu erfüllen“, berichtet Lausch. Diese sei deshalb so wichtig, damit das Heim, zu dem auch ein Kindergarten und eine Schule gehörten, zu einer anerkannten Einrichtung werde. Bislang lebten die rund 30 Waisenkinder und ihrer Betreuer nur von Spendengeldern. Auch die Lehrkräfte würden von Spenden bezahlt. Das Waisenhaus – der Kauf des Grundstücks und der Bau des jetzigen Steinhauses ermöglichte der Verein „Little Engel“ – habe nur geringe eigene Einnahmen durch etwas Schulgeld oder durch europäische Ehrenamtliche, die für Kost und Logis bezahlten. Für die Schulkinder erhalte man (in der Schulzeit) Lebensmittelspenden von einem Hospital.

Für die Zertifizierung sei es z.B. wichtig gewesen, so Lausch, dass Grundstück einmessen sowie Sanitärräume und die Küche fliesen zu lassen. Das sei geschehen. Nun ginge es darum, einen für die Zertifizierung notwendigen Ofen zu kaufen, weil das bislang übliche Kochen auf offenem Feuer künftig nicht mehr geduldet werde.

Verbessert werden konnte auch die Wasserversorgung. Das Hilfswerk der Deutschen Lions stellte das Geld für einen Wasserfilter zur Verfügung, der von der Universität Kassel entwickelt wurde. Dieser Filter, den Petra Lausch „im Gepäck“ hatte, wurde für den Hausbrunnen angeschafft, dessen Installation samt Pumpe ebenfalls durch Spenden möglich wurde. Der neue Filter sei nun eingebaut worden und ermögliche, dass Brunnenwasser nicht nur zum Duschen, sondern auch zum Trinken genutzt werden könne. Man kaufe (z.B. für die Nahrungsmittelzubereitung) auch Trinkwasser, das in Kanistern angeliefert werde, weil es keine Wasserleitung gäbe. Den hohen Wasserbedarf könne man nicht nur über gekauftes Trinkwasser decken.

Grundstück kaufen

Noch nicht viel weiter sei man beim geplanten Kauf eines Nachbargrundstückes, der sich durch Schwierigkeiten des Grundstückseigentümers verzögere. Das Grundstück werde benötigt, um einen Anbau zu schaffen sowie eine Spielfläche anzulegen und Platz für einen kleinen Garten zur Selbstversorgung und das Halten weiterer Tiere (Hühner) zu haben.

Sehr stolz sei man darauf, dass jetzt drei Kinder aus dem Waisenheim weiterführende Schulen besuchen könnten. „Bildung ist in Kenia die einzige Möglichkeit, sich eine Zukunft aufzubauen“, sagt Petra Lausch.


     www.kenia-little-angel.de