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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Zwei Feste zum 150-Jährigen

17.06.2019

Ocholt /Augustfehn Fast auf den Tag genau vor 150 Jahren, am 15. Juni 1869, wurde die Eisenbahnstrecke Oldenburg – Leer eingeweiht. Im selben Jahr entstanden in Ocholt und Augustfehn als Haltepunkte die jeweiligen Bahnhöfe, wobei der Bahnhof in der Gemeinde Apen noch seinen Ursprung erhalten hat. Für den Ortsverein (OV) Augustfehn und dem Ortsbürgerverein (OBV) Ocholt Anlass, das Jubiläum entsprechend zu feiern.

Am Sonntag wurde die Verbindung der beiden Ortschaften durch die Museumseisenbahn Ammerland – Barßel – Saterland besonders hervorgehoben, als eine Delegation um den Ocholter Frank Oeltjen die Gäste aus Augustfehn auf diesem Weg abholte, um gemeinsam den offiziellen Festakt zu begehen. Dabei ließen Thomas Kossendey als Präsident der Oldenburgischen Landschaft als auch Landrat Jörg Bensberg die Vergangenheit noch einmal lebendig werden.

Hätte sich das damalige Königshaus in Hannover nicht gesträubt, könnte die Strecke jetzt auf eine 170-jährige Geschichte zurückblicken. Die ersten Planungen begannen bereits 1847. Da aber das heutige Ostfriesland zu Hannover gehörte, diese aus wirtschaftlichen Gründen den Nordwesten nicht unbedingt stärken wollten, wurde das Projekt erst einmal auf Eis gelegt. Nach und nach folgte ein Streckenausbau von Bremen nach Oldenburg und nach Wilhelmshaven, was wiederum einen gewichtigen Grund darstellte, auch die Strecke nach Leer endlich Wirklichkeit werden zu lassen.

Nachdem Hannover in den 1860er Jahren von Preußen einverleibt wurde, war auch der Weg frei für den Bau der Bahnstrecke. Streit gab es da allerdings um die Streckenführung. „Insgesamt 17 verschiedene Trassenvarianten wurden damals diskutiert“, so Thomas Kossendey. Augustfehn war damals als Haltepunkt gesetzt, gab es doch dort die Eisenhütte, deren Produkte transportiert werden mussten. Es wurde allerdings gestritten, ob die Strecke über Dreibergen und Westerstede verlaufen sollte oder sogar über Friesoythe.

Was die Redner am Sonntag bedauerten, war die Entwicklung des Schienenverkehrs. Nach jahrzehntelangem Rückbau und Strecken-Stilllegungen hat jetzt zum Glück ein Umdenken eingesetzt. Davon hofft Augustfehn profitieren zu können. Bereits am Freitagabend beim „Fehntalk“ im Festzelt am Bahnhof Augustfehn beschrieb Bürgermeister Matthias Huber die Pläne zum Umbau des Bahnsteiges, der barrierefrei gestaltet werden soll. Dazu wird eine kleine Fußgängerbrücke die beiden Seiten des Gleises miteinander verbinden.

Während in Ocholt im Laufe der 150 Jahre bereits der dritte Bahnhof in Betrieb ist, ist es in Augustfehn das Originalhaus, innerlich seit wenigen Jahren umgebaut. Vor fünf Jahren haben Matthias Bruns und Olaf Memering das Gebäude erworben. Wichtig war für die beiden auch, das Haus zu erhalten und weiter mit Leben zu füllen. Nicht nur die Zugreisenden finden hier unter anderem eine Bäckerei und eine Gaststätte vor. „Das Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, belebt den Ort und ist Mittelpunkt und Treffpunkt auch für die hiesige Bevölkerung. Dies gilt es zu erhalten.

Während in Ocholt Frank Oeltjen die Geschichten um die Eisenbahnstrecke und die drei Bahnhöfe lebendig werden ließ, war es in Augustfehn Jürgen Schmidt. Er hatte bereits vor über 50 Jahren angefangen, Bilder und Geschichten rund um den Ort und seinen Bahnhof zu sammeln. „Dabei ist allerhand zusammengekommen, was ich auch in fünf Büchern vorstelle“, erzählte der 53-Jährige. Es waren aber noch ausreichend Bilder vorhanden, um eine Ausstellung zusammenzustellen, die die Entwicklung des Hauses in den vergangenen 150 Jahren dokumentiert. „Natürlich habe ich auch von anderen Bilder und Materialien erhalten, als es um die Ausstellung ging“, zeigte sich Jürgen Schmidt zufrieden.

Dass das Jubiläumsfest in der Öffentlichkeit sehr präsent war, hatte auch damit zu tun, dass der OV Augustfehn zu einem Malwettbewerb eingeladen hatte – im Mittelpunkt natürlich der Bahnhof. „Wir haben die Materialien an die Kindergärten und Grundschulen weitergegeben“, so Ralph-Dieter Tammen, der hierfür zuständig war. „Gut 240 Bilder kamen zurück, die wir jetzt bewerten werden.“ Freuen können sich die drei Erstplatzierten der drei jeweiligen Altersgruppen. Aber auch die Kinder, die am Sonntag bei der Preisverleihung waren und deren Bilder nicht gewonnen hatten, gingen nicht leer aus.

Insgesamt waren die Veranstalter der Jubiläumsfeste um die Vorsitzenden Christian Schünemann vom OV Augustfehn und Martina Stoczczak vom OBV Ocholt mit dem Verlauf sehr zufrieden. Viele Besucher nahmen an den vielseitigen Programmen teil.

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