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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Landwirte klagen über Bauern-Bashing

18.02.2019

Ohrwege /Ammerland Das Schlagwort „Bauern-Bashing“ bestimmte die Generalversammlung des Ammerländer Landvolkverbandes, zu dem kürzlich rund 160 Landwirtinnen und Landwirte und 50 weitere Gäste im Ohrweger Krug zusammen gekommen sind.

Das Grußwort hielt Landrat Jörg Bensberg, der seine Verärgerung über und pauschale Schuldzuweisungen an die Landwirtschaft deutlich zum Ausdruck brachte. Bensberg nannte unter anderem Meldungen, nach denen ein großer Anteil der Feinstaubbelastung aus der Landwirtschaft komme. Diese Belastungen entstünden immerhin im Zusammenhang mit der Produktion von Lebensmitteln, so Bensberg, während andere Feinstaubquellen eher im Zusammenhang mit Luxusgütern stünden.

Auch das Auftreten der Blaualgen im Zwischenahner Meer sei nicht ausschließlich auf die moderne Landwirtschaft zurückzuführen, schließlich habe es die Blaualgenblüte schon vor 100 Jahren gegeben. Bensberg riet den Landwirten, weiterhin gesetzeskonform und vielleicht sogar noch ein bisschen besser zu wirtschaften und gleichzeitig gegen sogenannte „Schwarze Schafe“ vorzugehen.

Als Gastrednerin hielt Dr. Ursula Gerdes, Geschäftsführerin der niedersächsischen Tierseuchenkasse, einen Vortrag. Sie erläuterte die historische Entwicklung der Tierseuchenkasse, einer staatlichen Institution zur Unterstützung der Tierseuchenbekämpfung, und deren heutige Struktur.

Nach dem öffentlichen Teil berichtete der 1. Vorsitzende des Ammerländer Landvolkverbandes Manfred Gerken über das aktuelle Geschehen. Auch er kritisierte, dass die Landwirtschaft von allen Seiten angegriffen, diffamiert und für vielfältige Missstände verantwortlich gemacht werde. Er nannte die Kernpunkte Feinstaub, Nitrat, Tierquälerei, Klimawandel, Glyphosat, Massentierhaltung und resistente Keime. Man bemühe sich seit langem, mit sachlichem Argumenten, Aufklärung und breiter Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, dem entgegenzuwirken.

Nach dem Dürrejahr 2018 kämpften viele Landwirte um ihre wirtschaftliche Existenz. In den vergangenen zwölf Monaten sei die Zahl der Milchviehbetriebe um 4,5 Prozent, die der Schweine haltenden Betriebe sogar um 4,7 Prozent gesunken. Erschwerend kämen für die Landwirte die zunehmend erforderliche Dokumentation sowie zu stellende Anträge und Kontrollen hinzu.

Die vor einem Jahr umgesetzte neue Düngeverordnung werde noch einmal verschärft, ohne dass abgewartet werde, ob die letzten Änderungen den gewünschten Effekt hinsichtlich der Nitratwerte in den Grundwassermessstellen erzielen. „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen machen Landwirte weiter, weil wir morgens gern in den Stall gehen und eine Beziehung zu unseren Tieren haben“, so Gerken.

Auch Geschäftsführer Thorsten Cordes hob die Bedeutung der Landwirte hervor. „Bauer sein ist kein Job, sondern eine Aufgabe. Bauern wirtschaften nachhaltig und denken in Generationen“.

Bei den anstehenden Wahlen wurden Dirk Cording (Westerstede), Bodo Junge (Bad Zwischenahn), Rolf Kommandel (Edewecht), Detlef Helmers (Rastede), Claus Cramer (Westerstede), Johann Dierks (Edewecht) und Torsten Cramer (Apen) in den Vorstand gewählt. Heino Hots und Rainer Lübben scheiden aus. Heino Hots wurde für seine langjährige Tätigkeit mit der silbernen Ehrennadel des Landvolks Niedersachsen ausgezeichnet.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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