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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

„Profit wichtiger als Wohl der Anwohner“

15.04.2014

Husbäke Sie sind enttäuscht, weil ihnen weder der Investor, die EWE, noch die Eigentümer der Flächen, auf denen möglicherweise Windkraftanlagen entstehen könnten, noch Kommunalpolitiker oder Vertreter der Gemeindeverwaltung in den vergangenen Jahren das Wort gegönnt haben: „Erst durch Matthias Elsner, der an in Husbäke an der Breslauer Straße wohnt, haben wir vor kurzem erfahren, dass es schon seit Jahren Überlegungen gibt, an unserer Straße hier am Hogenset nahe dem Vehnemoor einen Windpark zu errichten“, sagt Michael McCarty, der zusammen mit seiner Frau Britta eigenes aus München ins Ammerland zog, um „Ruhe und Frieden“ zu finden. Wie berichtet gelten die Flächen am „Südlichen Küstenkanal“ nach der Ammerländer Potenzialstudie als besonders geeignet für Windkraftanlagen; sechs bis acht 200 Meter hohe Windkraftanlagen sollen, sollen, so sei beantragt, am Husbäker Hogenset, direkt am „Barwischen Meer“ des Vehnemoores gebaut werden.

„Wir haben uns vor drei Jahren bewusst dieses Haus am Hogenset direkt am Naturschutzgebiet gekauft, um ländlich und mit unverbauten Blick zu wohnen und weder vom Vorbesitzer noch vom Maklerbüro haben wir etwas von Windparkplänen erfahren. Hätten wir das gewusst, hätten wir uns nie für diese Immobilie entschieden.“

Ängste und Sorgen

Das gilt auch auch für McCartys Nachbarn Andrea und Waldemar Gabler, die vor eineinhalb Jahren an den Hogenset zogen, um eine Familie zu gründen. „Wir fühlen uns getäuscht“, sagt Andrea und verweist darauf, dass sowohl Menschen als auch Tier- und Pflanzenwelt unter einem möglichen Windpark leiden würden. Vor massiven Lärm Tag und Nacht, der alle Häuser und Tierstallungen am Hogenset träfe, weil die Hauptwindrichtung übers Moor in Richtung Hogenset führe, fürchte man sich. Außerdem rechne man mit ständigem Infraschall, massiven Schattenschlag, möglichen gesundheitlichen Problem und einem riesigen Wertverlust von Häusern und Grundstücken, so die Anwohner. Obendrein würde die schützenwerte Tier- und Pflanzenwelt des Moores leiden und zwar insbesondere tausende Zugvögel, deren Einflug durch die Windkraftanlagen behindert werde.

„Der Profit ist wohl wichtiger als das Wohl aller Anwohner des Hogenset und Rücksichtnahme auf die Natur“, sagt der Althusbäker Uwe Harries, der mit seiner Lebensgefährtin Susanne Brenner auch am Hogenset wohnt.

„Abstände zu gering“

„Was sollen wir mit einem Windpark direkt am Naturschutzgebiet, wenn wir in Deutschland weniger als dreiviertel unserer Energie selbst nutzen, Strom nach Holland und Belgien verschenken und es nicht einmal Trassen gibt, um Strom nach Süddeutschland zu bringen?“, fragt Uwe Harries und verweist darauf, dass die Gemeinde Zwischenahn wegen fehlender Stromtrassen weitere Windparkplanungen ausgesetzt habe.

Besorgt sind Harries und die anderen Anwohner auch über die Sicherheitsabstände. Da der Hogenset nicht als geschlossene Wohnsieldung gelte (Harries: Sind wir Menschen 2. Klasse?), dürfe der Abstand der Windkraftanlagen zu den Grundstücken nur 600 Meter betragen. Das sei ebenso wie der Abstand von 200 Metern zwischen Anlagen und Naturschutzgebiet viel zu gering. Eine brennende Windkraftanlage (z.B. durch Blitzeinschlag) könne zur Katastrophe durch herumfliegende Teile führen. Befürchten würde man auch, dass 200 Meter hohe Anlagen später zu höheren umgerüstet würden.

Am Montag 28. April, beschäftigt sich der Bauaussschuss des Edewechter Gemeinderates mit möglichen Standorten von Windkraftanlagen im Gemeindegebiet.

Doris Grove-Mittwede
Redakteurin
Redaktion Westerstede
Tel:
04488 9988 2605

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