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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Wie kleine Vereine überleben

15.11.2017

Rastede „Wenn ein Züchter im Jahr neu dazu kommt, ist das schon ein tolles Ergebnis.“ Heiko Würdemann bringt auf den Punkt, was viele Vereine kennen, die sich der Tierzucht widmen. Als stellvertretender Vorsitzender im Kreisverband Oldenburg-Nord freut der Kaninchenzüchter sich daher, wenn aus den Vereinen in Sachen Mitgliederzahlen gute Nachrichten kommen.

„Wir haben dieses Jahr drei neue Mitglieder bekommen. Darauf sind wir stolz“, erzählt Gerda Lewedag vom Kaninchenzuchtverein I 89 Wahnbek. Alle seien tatsächlich aktive Züchter und hätten selbst Tiere. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Von den 18 Mitgliedern, die der Wahnbeker Verein noch hat, seien acht aktive Züchter, sagt sie.

Zwischen 35 und 40 Mitglieder zählte der Verein, der gerade sein 50-jähriges Bestehen feierte, früher. Vorsitzender Theo Hackmann blättert in einer alten Chronik, die an die Anfänge erinnert.

Acht Züchter, die zuvor aktiv im Rasteder Kaninchenzüchterverein mitgearbeitet hatten, erwogen 1967 die Gründung eines eigenen Vereins. Zur Gründungsversammlung erschienen 15 Personen, die sich dem Verein anschlossen. Vereinslokal wurde der Ipweger Hof. Ein markanter Punkt in der Geschichte des Vereins war die Schließung des Vereinslokals im Jahr 1979. Dies wäre fast das Aus der Kaninchenzüchter gewesen. Der Verein entschied sich zu einem mutigen Schritt und kaufte ein eigenes Vereinsheim.

Eine günstig erworbene Holzbaracke konnte für diese Zwecke genutzt werden. „Das war ein Glücksfall“, sagt auch Gerda Lewedag. Zur Kaninchenschau im Dezember 1980 wurde das Vereinsheim schließlich mit viel Eigenarbeit fertiggestellt.

Dass sich die Zeiten für Vereine geändert haben, weiß die Ausstellungsleiterin. „Früher gab es das Schützenfest, da haben sich alle getroffen. Und wenn man was machen wollte, ging man in einen Verein“, erinnert sie sich. Heute reicht ein Handy zum Kontakt halten.

Auch bei den Kaninchenzüchtern aus Wahnbek hat die neue Technik längst Einzug eingehalten. Früher gab es eine Telefonkette, heute erfolgt der Austausch über eine Whatsapp-Gruppe. Um mehr Menschen für ihr Hobby zu begeistern, müssen die Züchter aber auch ansonsten neue Wege gehen.

„Kleine Vereine, die sich nicht für neue Ideen öffnen, werden auf der Strecke bleiben“, ist sich Gerda Lewedag sicher. Als es in Wahnbek nicht mehr für eine eigene Schau reichte, schloss sich der Verein mit einem aus Bad Zwischenahn zusammen und organisierte fortan Gemeinschaftsausstellungen. Gerade ging die fünfte erfolgreich über die Bühne.

Eines hat sich in den all den Jahren im Übrigen nicht geändert: der Zusammenhalt. „Wir haben eine tolle Gemeinschaft, bei der sich jeder auf den anderen verlassen kann“, betont Gerda Lewedag.

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