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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Sie haben eine blühende Fantasie

16.08.2017

Rastede Ein Duft nach Zitrone und Minze, etwas Süßliches und auch eine herbe Note liegen in der Luft. Leise summen die Bienen und Wespen, im Hintergrund plätschert das Wasser eines Brunnens. Der mit Muscheln bedeckte Weg knirscht unter den Füßen der Loyerin Evelyn Krott, wenn sie durch den Kögel-Willms-Heilpflanzengarten läuft. Es ist Dienstag. Und das heißt: Es sind wieder einige der 20 Frauen da, die den Garten auf dem Gelände der Kögel-Willms-Stiftung in der Kögel-Willms-Straße 2 in Schuss halten. Sie arbeiten alle ehrenamtlich.

Der Kögel-Willms-Heilpflanzengarten

Der Garten liegt in der Kögel-Willms-Straße 2. Er ist zu Führungen und während der Kräuterwerkstatt geöffnet.

   

Die nächste Führung findet am Dienstag, 29. August, statt. Ab 18 Uhr erfahren die Teilnehmer eine Stunde lang etwas über die Geschichte der Heilpflanzen sowie ihre Wiederentdeckung heute. Die Teilnahme kostet vier Euro.

In der Kräuterwerkstatt geht es am Dienstag, 12. September, ab 10 Uhr um Kränze und Salbei. Am 7. Oktober wird ab 17 Uhr über schottische Kräuter informiert, am 13. November referiert Carmen Kaiser ab 19 Uhr zum Thema „Winterfit mit Edelsteinen“. Eine Anmeldung ist nötig bei Evelyn Krott unter Telefon   0 44 02/34 58.

   www.heilpflanzen-rastede.de

Doch wer sich einen Haufen alter Kräuterhexen vorstellt, der hat weit gefehlt. Auch junge Frauen greifen zu Schaufel und Heckenschere und kümmern sich liebevoll um die wildwachsenden Pflanzen.

Sie schätzen nicht nur die meditative Wirkung der Gartenarbeit und den wohltuenden Geruch. Auch die Mischung aus altem Wissen und dem steten Ausprobieren mit den gesunden Kräutern reizt sie. Eine bewusste Ernährung und Bio-Produkte sind im Trend. „Anfangs wurden wir nur belächelt, aber heute werden wir von den Leuten ernst genommen“, freut sich Krott, die seit der Gründung 2008 dabei ist. Heute sind sie und Andrea Reuver Vorsitzende des 49 Mitglieder starken Vereins. „Ohne die vielen Helferinnen würde es nicht gehen“, sagt Krott.

Einen Geheimtipp, den die 67-Jährige gern an die jüngere Generation weitergibt, ist ihr Smoothie-Rezept. Sie nimmt einen Apfel, eine Banane und eine ganze Bio-Zitrone inklusive Schale und packt sehr viele Kräuter und Heilpflanzen dazu. „Mit der ganzen Zitrone hält die Menge im Kühlschrank drei Tage“, berichtet sie.

200 Pflanzen stehen in sieben Beeten zur Auswahl. Jedes wird von zwei bis drei Patinnen betreut. Im mediterranen Beet stehen etwa Rosmarin, Oregano und Majoran. Vor der Zitronenverbene bleibt Krott stehen. Ein intensiver Zitronengeruch geht davon aus. „Die Pflanze eignet sich hervorragend für Tee und hat viele ätherische Öle“, erklärt Krott.

Im Wegesrandpflanzen-Beet ist Spitzwegerich zu finden. Krott reißt ein Blatt ab und zerreibt es zwischen den Fingern. „Die Flüssigkeit hilft bei Insektenstichen, wenn man keine Salbe dabei hat. Aus den robusten Blättern lässt sich sogar ein kleiner Notverband herstellen, demonstriert die Loyerin. Die leuchtenden gelben und orangen Blüten der Kapuzinerkresse wirken antibiotisch. Die Tipps wüssten vor allem Mütter zu schätzen.

Grundlegend rät Evelyn Krott jedem dazu, lieber vorzubeugen, statt erst Heilpflanzen einzunehmen, wenn man schon krank ist. „Man sagt, dass wenn man im Frühjahr die ersten zehn Gänseblümchen gegessen hat, man das ganze Jahr gesund bleibt. Ob das stimmt, kann ich jedoch nicht sagen“, meint Krott. Sie hat jedoch in ihrem eigenen Garten ebenfalls viele Pflanzen und beugt selbst erfolgreich vor. ->

Anna Lisa Oehlmann
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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