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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Twewe-Bau setzt auf Erweiterung

24.10.2018

Rastede Bagger und Radlader, daneben große Container zur Mülltrennung, Rohre, Gerüste, Stahlträger und Mauersteine: Wer den Hof des Bauunternehmens Twewe-Bau an der Königstraße in Rastede betritt, erkennt schnell, dass die Firma an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen ist.

Der Grund dafür ist schnell gefunden. „Die niedrige Zinspolitik ist für uns eine Riesengeschichte“, sagt Bernd Bohlen, der zusammen mit Mark R. Blanché die Geschäfte des Unternehmens führt. Es werde zurzeit extrem viel gebaut, gerade der Wohnungsbau boome extrem. „Und das wird auch so weitergehen“, ist sich Bohlen sicher. Schließlich sei Bauland gefragt und es würden überall Wohnungen benötigt.

Tätig ist das Unternehmen nicht nur im (eher regionalen) Wohnungsbau. In ganz Deutschland errichtet Twewe-Bau beispielsweise auch Geh- und Radwegbrücken. Die am weitesten entfernte Baustelle befindet sich derzeit nahe der österreichischen Grenze. Ein weiteres Standbein ist das Projektieren und Erschließen ganzer Baugebiete – wie gerade in Oldenburg.

Kurzum: Twewe-Bau benötigt mehr Platz. „Vordringlich brauchen wir Lagerflächen und Parkplätze“, sagt Blanché. In einem zweiten Schritt könne dann über weitere Büroräume nachgedacht werden. Möglichkeiten zu erweitern gibt es auf einer derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Fläche gleich gegenüber des Firmensitzes.

Gewerbegebiet wächst

Kürzlich haben der Bauausschuss und der Verwaltungsausschuss jeweils einstimmig den Bebauungsplan Nummer 112 befürwortet, der eine Erweiterung des Gewerbegebietes an der Königstraße um diese rund 0,8 Hektar große, bislang ackerbaulich genutzte Fläche vorsieht. Sollte es im Verlauf des Verfahrens keine Einwände geben, könnte der Plan voraussichtlich in einem halben Jahr vom Rat verabschiedet werden. Eine Änderung des Flächennutzungsplans ist derweil nicht erforderlich: Dort wird das Plangebiet bereits als gewerbliche Baufläche dargestellt.

Eine am Rand der Fläche verlaufende Wallhecke muss an zwei Stellen durchbrochen werden. So sollen eine zehn Meter und eine fünf Meter breite Zufahrt in das neue Gebiet geschaffen werden. Hierzu gab es denn auch den einzigen Hinweis aus Reihen der Politik. Der Verlust der Wallhecke müsse großzügig ausgeglichen werden, sagte Eckhard Roese (Grüne). Eine Kompensation sei vorgesehen, allerdings nicht vor Ort, geht aus den Plänen hervor.

Bis das Bauleitplanverfahren abgeschlossen ist, will sich Twewe-Bau erst einmal mit einer Zwischenlösung behelfen. Im Obergeschoss des bestehenden Gebäudes sollen Lagerflächen zurückgebaut werden, um zusätzliche Büroräume zu schaffen, sagt Bohlen. Das bundesweit tätige Bauunternehmen beschäftigt inzwischen rund 50 Mitarbeiter.

Mit Erweiterungen kennt sich Twewe-Bau gut aus, wie ein Blick in die Firmengeschichte zeigt. Im rückwärtigen Teil eines Wohnhauses an der Raiffeisenstraße gründeten Albert Twesten und Erich Wessels das Unternehmen im Jahr 1981. Nur eine Werkhalle gab es anfangs und einen Mitarbeiter: Die Inhaber beschäftigten einen Gesellen als Maurer, der noch heute für den Betrieb tätig ist.

Im Laufe der Jahre konnte Twewe-Bau weitere Bereiche des Wohnhauses an der Raiffeisenstraße nutzen. Als die umfangreichen Stahlbetonarbeiten des Unternehmens Ende der 1980er Jahre weitere Lagerflächen erforderten, mieteten die Inhaber Teile eines Bauernhofs in Leuchtenburg an.

Nach der Übernahme des Betriebes durch die Ingenieure Bohlen und Blanché 2004/ 2005 folgte 2006 schließlich ein großer Schritt. „Wir haben das Unternehmen an einem neuen Standort an der Königstraße zusammengeführt“, sagt Bohlen.

Grenzen erreicht

Drei Jahre später wurde dort zum ersten Mal expandiert. „Wir haben die Lagerfläche erweitert und Büroräume angebaut“, sagt Bohlen. Auf das Gebäude wurde damals ein zweites Geschoss draufgesetzt. Für einige Jahre reichten die so geschaffenen Kapazitäten, nun stößt der Betrieb aber an seine Grenzen. „Jetzt platzen wir aus allen Nähten“, sagt Blanché und blickt auf den Hof voller Container, Rohre, Gerüste, Stahlträger und Mauersteine.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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