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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Senioren sitzen auf gepackten Koffern – und müssen warten

21.11.2018

Rostrup Die Koffer sind gepackt, alle Türen stehen offen im alten Awo-Seniorenheim in Rostrup. Viele Angehörige hatten sich am Dienstagvormittag Zeit genommen, denn an diesem Tag sollten die Bewohner in ihre Zimmer im großen Neubau gleich nebenan an der Seestraße ziehen. Doch dann geht es nicht weiter. Erst sei die Rede von einer Verzögerung um Stunden gewesen, berichten Angehörige, dann die Nachricht: An diesem Dienstag gibt es keinen Umzug, das Gesundheitsamt in Westerstede lasse das nicht zu. Es gehe um Wasserproben, was genau der Hintergrund ist, wird den Angehörigen aber nicht gesagt.

Ein Anruf der NWZ beim Gesundheitsamt in Westerstede bringt die Klärung. Tatsächlich sind ausstehende Ergebnisse von Wasserproben der Grund dafür, dass das Gesundheitsamt den Umzug vorläufig gestoppt hat, erläutert Dr. Elmar Vogelsang, Leiter des Gesundheitsamtes Westerstede.

Wasserleitungen in Neubauten wie Altenheimen oder Krankenhäusern werden demnach standardmäßig auf gesundheitsschädliche Keime geprüft – so auch in Rostrup. An einer Zapfstelle im Keller des Gebäudes seien bei einer Messung am 7. November sogenannte Pseudomonas-Erreger in geringer Konzentration nachgewiesen worden. „Das ist bei Neubauten nicht ungewöhnlich und auch nicht generell problematisch“, so Vogelsang. Entsprechende Kontaminationen könnten an einzelnen Stellen während der Bauarbeiten entstehen, zum Beispiel durch Staub, der in die Leitung gelangt. Eine gründliche Spülung der Leitung behebe das Problem in der Regel.

Vogelsang nimmt an, dass es auch in Rostrup so ist, obwohl auch eine zweite Probe vom 14. November noch belastet war. Dieses Ergebnis habe das Gesundheitsamt am Montag erhalten und deshalb die Awo darüber informiert, dass vorerst keine Bewohner mehr einziehen sollten. Um endgültig auszuschließen, dass das Leitungssystem generell belastet ist, wurden am Dienstag nach der Spülung der Leitungen noch einmal Proben in größerem Umfang genommen, die jetzt erneut untersucht werden. Mit vorläufigen Ergebnissen rechnet Vogelsang am Mittwoch, endgültige Klarheit wird es erst am Donnerstag geben.

Auch bei der Awo werden die Meldungen am Mittwoch und Donnerstag mit Spannung erwartet. Von ihnen hängt ab, ob die Bewohner aus den Zimmern im alten Awo-Heim – wie jetzt geplant – am Donnerstagnachmittag in ihre neuen Räume ziehen können, sagt Awo-Hauptgeschäftsführer Thomas Elsner. Sowohl Elsner als auch Vogelsang erklärten, dass die Verzögerungen natürlich sowohl für die Angehörigen wie für die Bewohner ärgerlich und belastend seien. Im Mittelpunkt stehe aber die Sicherheit.

Christian Quapp
Redakteur
Redaktion Bad Zwischenahn
Tel:
04403 9988 2630

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