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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Könner mit grünem Daumen

26.09.2017

Rostrup Es wurde am Samstag ein langer Abend im Park der Gärten in Rostrup. 30 Gärtnermeisterinnen und Gärtnermeister aus dem Nordwesten hatten hier am Nachmittag ihre Meisterbriefe empfangen, unter ihnen auch Christina Helm aus Bad Zwischenahn und Petra Willms aus Gießelhorst.

Während sich die 26-jährige Christina Helm seit ihrer Ausbildung zur Gärtnerin in einer Baumschule in Bad Zwischenahn weiterqualifizierte, hatte Petra Willms über Umwege zu diesem Beruf gefunden. Die heute 48-Jährige war erst im Notarbereich tätig, ehe sie es doch zum naturnahen Arbeiten zog. „Meine Kinder sind nun aus dem Haus und ich habe für mich neue Herausforderungen gesucht.“ Eine davon war, sich wieder in einen Schulalltag zu versetzen. „30 Jahre ist das bestimmt her, dass ich auf der Schulbank saß“, ließ Frau Willms die Erinnerung noch einmal lebendig werden.

Ganz so schlecht war ihr Eingewöhnungsprozess allerdings nicht. Mit einer Prüfungsnote von 1,88 war sie bei den Meistern im Baumschulbereich der drittbeste Prüfling nach Johannes Achteresch (1,81) und Stefan Kretz (1,86). Im Bereich Garten- und Landschaftsbau erzielte Kevin Ottink mit 1,21 den besten Notendurchschnitt. Michael Pottebaum erreichte die Note 1,30, Lukas Schröder noch eine 1,41.

Insgesamt 40 Personen hatten sich im Sommer letzten Jahres für die Meisterschule im Bereich Gärtner an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Rostrup angemeldet. Zehn von ihnen scheiterten jetzt in den Prüfungen, die sich aus den drei Bereichen „Produktion, Dienstleistung und Vermarktung“, „Betriebs- und Unternehmensführung“ sowie „Berufsbildung und Mitarbeiterführung“ zusammensetzten. In allen drei Schwerpunkten waren die Absolventen schriftlich, praktisch und mündlich gefordert.

„Es ist keine Kleinigkeit, was Sie hier erreicht haben“, betonte Harald Kusserow, Präsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Niedersachsen-Bremen. „Mit ihrem Meisterbrief sind Sie nun auch gesuchte Fachkräfte. Die Pflanze ist das Alleinstellungsmerkmal Ihres Berufes. Nutzen Sie Ihre guten Kenntnisse, um eine Versteinerung der Vorgärten zu verhindern“, forderte er die neuen Meister auf, sich entsprechend zu engagieren.

Für Renke zur Mühlen, Vorsitzender des Bundes Deutscher Baumschulisten (BDB) Weser-Ems, der neben den neuen Meistern und deren Angehörigen auch viele Ehrengäste begrüßen konnte, war es wichtig zu betonen, dass mehr junge Menschen in den Ausbildungsberuf Gärtner einsteigen sollten, und dass sie auch den Mut haben, sich den Meisterprüfungen zu stellen. Auch denjenigen, die an diesem Nachmittag nicht ihren Meisterbrief erhielten, sprach er Mut zu, diese Prüfung zu wiederholen.

Die demografische Entwicklung macht auch hier nicht Halt, deshalb wird Nachwuchs in dem doch recht krisensicheren Arbeitsbereich gesucht.

Christina Helm wird in ihrem bisherigen Arbeitsbereich in Bad Zwischenahn weiterhin tätig bleiben. „Mal schauen, was dann die Zukunft bringt.“ Petra Willms bleibt ebenfalls ihrem Betrieb in Hüllstede erhalten. Mit dem, was sie jetzt erreicht hat, ist sie wie auch Christina Helm sehr zufrieden.

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