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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Reptilien: Schlangen zurück in die Natur

03.09.2014

Loyermoor Angst vor Schlangen, die kennt der achtjährige Max Peters aus Oldenburg nicht. Im Gegenteil, der junge Naturfreund findet diese Tiere besonders interessant. Und so war er glücklich, als sich für ihn jetzt ein langgehegter Wunsch erfüllte. Er durfte zusammen mit der Schülerin Lea Schröder aus Wiefelstede das Auswildern von Schlangen und Schleichen im Loyermoor hautnah miterleben.

Hier auf seinem Heidehof „Arche Noah“ am Birkenweg pflegt Willi Martens Blindschleichen, Ringelnattern und Kreuzottern, um sie dann auf dem angrenzenden etwa 40 Hektar großen Biotop wieder ihrem natürlichen Lebensraum zurückzugeben. Eine Fläche von 4,6 Hektar gehört dem Naturschutzbund Oldenburger Land, der im Moor Teichbiotope angelegt hat. Fast täglich zieht es Martens ins Moor, um Ausschau nach den Schlangen zu halten oder Pflegearbeiten zu übernehmen.

Der 75-Jährige erzählt, dass der Heidehof 1908 von seinem Großvater erbaut wurde. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm aus den Erzählungen seines Großvaters, dass im Jahr 1932 noch 400 Kreuzottern getötet wurden, weil oft Landarbeiter bei der Heuernte gebissen wurden. Heute dürfen die Tiere weder getötet, verletzt oder gefangen werden. Das schreibt das Bundesnaturschutzgesetz vor.

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Mit seinen beiden jungen Gästen schreitet Willi Martens dann zur Tat. Er holt mit einer langen Greifzange die Kreuzottern aus einem gesicherten Behälter. Das markante Merkmal der Kreuzotter, das dunkle Zickzack-Band auf dem Rücken, ist sehr deutlich zu sehen. Die Kreuzotter wirkt sehr aktiv und Willi Martens rät Max und Lea, einen gebührenden Abstand zu halten.

Entlang eines etwa 350 Meter langen Weges zieht sich ein Wall mit dichtem Brombeergestrüpp und Heidesträuchern, und genau hier, weiß Will Martens zu berichten, liegen oft die Schlangen und sonnen sich. An diesem Platz setzt der 75-Jährige zwei Kreuzottern und mehrere Ringelnattern aus. Sofort ziehen sich die Schlangen auf den aufgeschütteten Torfwall unter dichtes Gestrüpp zurück. Fast im Schleichgang setzen Max und Lea die Exkursion fort und mehrmals ertönt Martens Ruf: „Ganz vorsichtig, hier liegt auch noch eine Kreuzotter und sonnt sich!“ Weitere Ringelnattern und Blindschleichen – eine beinlose Echsenart – werden zwischen Rottehaufen nahe dem Heidehof ausgesetzt.

Eine Blindschleiche darf noch einige Tage im Terrarium bleiben, um dann ebenfalls ausgewildert zu werden. Vorsichtig wird sie von Max in die Hand genommen. „Niedlich“, findet der kleine Oldenburger das Reptil und tauft die Blindschleiche vor beim Zurücksetzen ins Terrarium auf den Namen „Agathe Schleich“.

Willi Martens bietet Führungen an; Anmeldung unter Tel. 04483/586.


Mehr Infos unter   www.nabu.de/naturerleben/schutzgebiete/niedersachsen/05853.html 
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