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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Jäger stellen Nutria mehr als eine Falle

14.04.2018

Spohle Die Nutria ist auch für die Jägerschaft im Ammerland längst eine jagdbare „invasive Art“ – wie Marderhund, Waschbär, Nilgans oder Mink. Der Nager, der bis zur Schwanzspitze einen Meter messen kann und acht bis 12 Kilo auf die Waage bringt, kam als Pelztier aus Südamerika nach Europa, breitet sich dort mittlerweile überall aus und unterhöhlt Uferböschungen, Dämme und Deiche, was auch der Ammerländer Wasseracht zunehmend Sorge bereitet, wie Kreisjägermeisterin Talke Ruthenberg weiß.

In ihrem Streckenbericht fürs Jagdjahr 2017/18, den sie anlässlich der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Ammerland im „Spohler Krug“ vorstellte, wird deutlich: Die Nutria breitet sich auch im Ammerland immer stärker aus. 2004/2005 blieb im Landkreis der erste dieser Nager „auf der Strecke“. Bis 2014/15 schwankte seine Zahl im Streckenbericht zwischen 20 und 47. 2014/15 waren es 37, dann kam der große Sprung: 2015/16 wurden schon 120 Tiere im Bericht vermerkt. Aktuell weist der Bericht 535 Tiere auf, die „zur Strecke gebracht“ wurden, die höchste im Ammerland bislang registrierte Zahl.

Die Nutria

Die Nutria wird auch Biberratte oder seltener Sumpfbiber genannt. Sie ist eine aus Südamerika stammende Nagetierart. Die Nutria wird gelegentlich mit der kleineren Bisamratte verwechselt, ebenso mit dem Biber. Der Bestand gilt in Europa bereits als etabliert und ist auf aus Pelztierfarmen entflohene Tiere und auf bewusste Auswilderungen zurückzuführen.

Die Jägerschaft rückt dem vornehmlich nachtaktiven Einwanderer in erster Linie mit Lebendfallen zu Leibe, sagt die Kreisjägermeisterin – vor allem auch deshalb, weil die Nutria vornehmlich nachtaktiv ist. „Die Schäden, die sie verursacht, sind immens“, macht Ruthenberg deutlich, warum auch die Ammerländer Wasseracht der Jägerschaft demnächst 20 Lebendfallen mit Signalgeber zur Verfügung stellen wird. Die Nutria gehört zu den jagdbaren invasiven Arten, deshalb ist die Jägerschaft für die Regulierung des Bestandes verantwortlich. Wie beim Bisam gibt es auch für den Nutria eine „Schwanz-Prämie“, die die Wasseracht für jedes erlegte Tier zahlt und von vorher 6 auf nunmehr 8 Euro pro Tier erhöht hat. Nach Angaben Ruthenbergs sind laut Streckenbericht im Ammerland lediglich noch zwei der insgesamt 10 Hegeringe „nutria-frei“: Rastede-Süd und Linswege.

Derzeit genießt der Nutria noch Mutterschutz, weiß auch Richard Eckhoff, Geschäftsführer der Ammerländer Wasseracht. Das bedeutet, dass gefangene Nager wieder freigelassen werden, wenn sie Junge haben. In Hannover gebe es jedoch Überlegungen, diesen Mutterschutz aufzuheben. Er bestätigt, dass die Wasseracht besorgt ist wegen der Verbreitung des Nagers.

Die Vermehrungsrate des Nutria ist beeindruckend. „Nurias können zwei bis dreimal im Jahr Nachwuchs bekommen – jeweils 6 bis 8 Junge“, weiß die Kreisjägermeisterin. Und: „Die Jungen sind bereits nach einem halben Jahr geschlechtsreif.“

Trotz seines possierlichen Aussehens schreibt Ruthenberg dem Nager durchaus nicht ungefährliche Züge zu. Es sei schon vorgekommen, dass Nutrias Hunde – auch Jagdhunde – angegriffen haben. Die Kreisjägermeisterin: „Der hat lange, messerscharfe Zähne.“

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